Nach dem Lärmschutzaktionsplan, den die Stadtverwaltung jetzt vorgelegt hat, mindert allein die Verlagerung des Verkehrs von der B3 auf eine Umgehungsstraße die Lärmbelastung um durchschnittlich drei dB(A). Diese Differenz bedeute ein Halbierung der Lautstärke, erläutert Stadtplanerin Angela Anders. Aktuell sind an der Bundesstraße 900 Anlieger tagsüber von Straßenlärm belastet, nachts sind es noch 700. Mit der Umgehungsstraße würden 400 Bürger am Tag entlastet, 300 in der Nacht. „Unser Hauptanliegen bleibt deshalb die Verlagerung der B3“, betont Bürgermeister Claus Schacht.
Zusätzliche Schritte wie ein Tempolimit von 40 Kilometern pro Stunde sowie eine Ampelschaltung als grüne Welle und weniger Schwerlastverkehr bringe weitere Effekte, sagt Anders. Sie rechnet alles in allem mit einer Reduzierung um mindestens fünf dB(A.) Ohne neue B3 könne der Lärm damit ebenfalls um fast drei dB(A) gesenkt werden.
Noch ohne Lärmkartierung sind die Ortsdurchfahrten im Alten Dorf Hemmingen und in Devese. Laut Aktionsplan ist dort eine Reduzierung um drei dB(A) möglich. Dafür solle die Höchstgeschwindigkeit auf 30 festgesetzt werden. Zudem seien eine grüne Welle und eine Verminderung des Lastwagenverkehrs erforderlich. In einer zweiten Stufe werde die Landesstraße durch Wilkenburg, Arnum und Hiddestorf folgen.
Problematisch ist indes, dass die betroffenen Straßen nicht in der Verantwortung der Stadt, sondern von Bund oder Region liegen. Der Lärmschutzplan eröffne aber die Möglichkeit, beide zum Handeln zu zwingen, erläutert Axel Schedler, Fachbereichsleiter Bau und Umwelt. Bei einer nachgewiesenen möglichen Lärmminderung um drei dB(A) müssten die Baulastträger tätig werden. „Mit diesen Richtlinien im Rücken kann die Stadt Druck ausüben“, sagt er. Deshalb habe der Plan höchste Priorität, betont Schacht. „Das ist keine Alibiveranstaltung zur Beruhigung der Gemüter.“