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Region Gehrden Nachrichten Wie wirkt sich die Dürre auf Lenthes Ernte aus?
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14:56 23.07.2018
Mit knapp 20 interessierten Gehrdenern radelt Jakob von Richthofen von der Gutsgemeinschaft Lenthe durch die Feldmark und spricht über die Landwirtschaft. Quelle: Johanna Steele
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Schön für die Privatpersonen, schlecht für die Landwirte – die heißen und trockenen Tage der vergangenen Monate machen es vielen Pflanzen nicht leicht. „Im vergangenen Jahr hatten wir viel zu viel Regen, was uns die Ernte zerstört hat, und in diesem Jahr fehlt uns der Regen“, erzählte Jakob von Richthofen von der Gutsgemeinschaft Lenthe bei einer Fahrradtour durch die Lenther Feldmark. „Normalerweise schließen wir mit der Ernte erst Anfang September ab, aber in diesem Jahr sind wir schon heute, am 22. Juli, fertig“, sagte er zu den knapp 20 Gehrdenern, die am Sonntag an der Tour teilnahmen. Dabei seien die Einbußen bei der Ernte durch die anhaltende Trockenheit in Lenthe noch vergleichsweise gering. „Hier steht das Grundwasser relativ hoch, weshalb sich die Pflanzen noch etwas Wasser ziehen können, auch wenn es nicht regnet“, bemerkte er.

Interesse von beiden Seiten

Auf den Feldern konnten die Fahrradfahrer noch den Mähdrescher beobachten, der den letzten Teil der Ernte einbrachte. An fünf verschiedenen Stopps erzählte von Richthofen den Teilnehmern etwas über die Arbeit der Gutsgemeinschaft. Besonders die Biogasanlage, die 2006 in Betrieb genommen wurde, und die Entwicklung von Pflanzen ohne Pflanzenschutzmittel interessierten die Teilnehmer. „Wir haben verschiedene Blühstreifen angelegt, an denen wir auf solche Mittel verzichten“, erklärte von Richthofen.

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Mit knapp 20 interessierten Gehrdenern radelt Jakob von Richthofen von der Gutsgemeinschaft Lenthe durch die Feldmark und spricht über die Landwirtschaft. Quelle: Johanna Steele

Für die Gutsgemeinschaft war es die erste Fahrradtour dieser Art, aber nicht unbedingt die letzte. „Die Tour bietet Gelegenheit, einmal alle Fragen zu stellen, die man uns schon mal stellen wollte“, sagte von Richthofen. „Dadurch ist es möglich, dass wir miteinander sprechen und nicht nur übereinander – und so mögliche Missverständnisse aus der Welt schaffen.“ Auch für die Teilnehmer war die Fahrradtour eine interessante Erfahrung. „Ich wollte gerne wissen, wie die Landwirtschaft ohne Pestizide funktionieren kann, und natürlich interessiert mich auch die aktuelle Situation mit der Trockenheit“, sagte Wolfgang Geldmacher, der mit seiner Tochter gekommen war. Im Anschluss an die Fahrrad-Tour kehrten die Teilnehmer zu einem kühlen Getränk und vertiefenden Gesprächen zur Biogasanlage zurück.

Von Johanna Steele