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Nachrichten Bürgerinitiative wartet auf Antwort der Stadt
Region Gehrden Nachrichten Bürgerinitiative wartet auf Antwort der Stadt
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11:31 22.04.2019
Hartmut Weimar diskutiert die Ergebnisse des Verkehrs-Workshops. Quelle: Elena Everding
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Gehrden

Die Forderung der Bürgerinitiative „Wir in Gehrden“ ist ganz klar: Die Stadt Gehrden soll ein Mobilitätskonzept für die Zukunft des Verkehrs vor Ort erarbeiten. Ein Papier mit Ideen und auch Mängeln hatte die Initiative Anfang April der Verwaltung übergeben. Dass diese bis heute immer noch nicht darauf reagiert hat, ärgert die Gruppe. Über die Auswertung des Workshops und das weitere Vorgehen wurde nun bei einem Treffen im Ratskeller gesprochen.

„Wir möchten, dass die Stadt uns endlich ernst nimmt und ihre Ignoranz durchbricht“, forderte Hartmut Weimar von „Wir sind Gehrden“. Dass zu dem öffentlichen Treffen wieder kein Behördenvertreter kam, enttäuschte ihn. Für das Ideenpapier habe man nicht einmal eine Eingangsbestätigung erhalten, stellte Weimar fest.

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Im Februar hatte die Bürgerinitiative in einem Workshop die Verkehrssituation in Gehrden analysiert. Dabei wurden Mängel zusammengetragen und Ideen gesammelt, die Liste anschließend der Verwaltung übergeben. „Wir wollen kein eigenes Verkehrskonzept aufstellen, das ist Aufgabe der Stadt“, sagte Eva Ehrenberg-John.

Ein zentrales Ergebnis des Workshops war, dass sich der Verkehr nicht mehr hauptsächlich am Auto orientiert, sondern der Fuß- und Fahrradverkehr stärker in den Fokus der Planungen rückt. In dem Ideenpapier sind neuralgische Verkehrspunkte im Stadtgebiet aufgelistet, darunter das Steintor, wo die Bürgerinitiative großen Verbesserungsbedarf sieht.

Insgesamt wünscht sich die Initiative bessere Radwege. Diese seien oft nicht eindeutig gekennzeichnet oder in einem schlechten Zustand. „Die Verbindungen in die Ortschaften sind teilweise schlecht“, stellte Ehrenberg-John darüber hinaus fest. Auch mehr Fahrradständer in der Stadt oder an den Bahnhöfen sind Teil der Ideensammlung.

Nicht nur das Auto im Fokus

Auch der Öffentliche Personen-Nahverkehr soll nach Wunsch der Bürgerinitiative ausgebaut und verbessert werden. „Schnellere Busanbindungen zu den S-Bahnhöfen in Lemmie und Weetzen wären schön“, sagte Ehrenberg-John. Das Konzept solle andere Verkehrsmittel als das Auto in den Vordergrund stellen, um die Stadt attraktiver zu machen. „Große Parkplätze mitten in der Stadt sehen einfach nicht schön aus“, sagte Christiane Straßmann von „Wir in Gehrden“.

Weimar stellte zudem eine Karte von Gehrden vor, auf dem Schleichwege für Fußgänger eingezeichnet sind. Denn ein weiteres Ergebnis des Workshops war, dass Fußgängerwege besser ausgeschildert werden müssen. Eine Idee ist ein Erholungswegenetz mit Rundwegen zu den schönsten Ecken Gehrdens, wie dem Gehrdener Berg.

Zum Abschluss des Treffens überlegte sich die Bürgerinitiative ihr weiteres Vorgehen. Eingeworfen wurde die Idee, Kontakt zur Region herzustellen. Der Weg über die Parteien sei nicht erfolgreich gewesen, sagte Weimar – dort sei er teilweise „unverschämt behandelt worden“. Einig war sich Initiative darin, dass man den Verkehrsausschuss der Stadt noch einmal persönlich einlädt. Den will „Wir für Gehrden“ dann fragen, ob es überhaupt Planungen für ein Mobilitätskonzept für Gehrden gibt.

Von Elena Everding