Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Verein wartet weiter auf einen Mietvertrag
Region Gehrden Nachrichten Verein wartet weiter auf einen Mietvertrag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:17 26.05.2019
Es geht nicht weiter: Am neuen Gehrke-Haus wird seit Monaten nicht gearbeitet. Die Region hat ein Baustopp verhängt. Quelle: Dirk Wirausky
Anzeige
Gehrden

Die Sonne scheint, und es gibt leckere Erdbeermuffins. Und die Mitglieder des Vereins Mehrgenerationen-Haus sind gut gelaunt an ihrem Stand in der Fußgängerzone. Dort informieren sie die Passanten über ihre Idee sowie über ihre Pläne, Projekte und Ideen.

Dass die Gruppe bester Stimmung ist, ist nicht unbedingt selbstverständlich. „Eigentlich wollten wir gar nicht mehr draußen einem alten Tapeziertisch stehen“, sagt die Vorsitzende Gisela Wicke. Eigentlich nämlich sollte der Verein bereits seit einem halben Jahr eigene Räume am Steinweg haben. Zum 1. November vergangenen Jahres sollte das neugebaute Gehrke-Haus das Domizil sein. Doch der Einzugstermin verschiebt sich immer wieder. Zuletzt war der 1. Mai das Ziel, nun heißt es, dass der Einzug erst am 1. November stattfinden kann. „Das ist schon ärgerlich“ kritisiert Wicke. Die Entwicklung sei misslich. Aber sie und die insgesamt 53 Mitglieder seien guter Hoffnung, dass alles so kommt, wie geplant.

Anzeige

Grund für die Verzögerungen ist ein von der Region verhängter Baustopp am Gebäude. Die Region hatte das Bauprojekt vor fünf Monaten nach einem Unfall vorübergehend gestoppt und die Baustelle aus Sicherheitsgründen stillgelegt. Die zuständige Baubehörde der Region Hannover hat dem Investor und Bauherren immer noch kein grünes Licht für weitere Bauarbeiten gegeben. Es fehlen offenbar noch statische Nachweise. Anfang Dezember hatten sich von dem Rohbau nach heftigen Windböen Betonteile und ein frei stehender Giebel gelöst und waren rund sechs Meter tief in die Fußgängerzone gestürzt.

Suche nach räumlichen Alternativen

Der Verein hat sich inzwischen auch nach Alternativen umgeschaut. Eine sind die Räume der ehemaligen NKD-Filiale in der Fußgängerzone. Die Besitzer seien nicht abgeneigt gewesen, meint Wicke. Die Zeit dränge auch deshalb, weil zugesagtes Fördergeld bis Ende des Jahres ausgegeben werden müsse, sonst verfalle der Betrag. „Irgendwann müssen wir einen Mietvertrag vorlegen“, sagt Wicke.

Der Verein braucht 31.000 Euro für das Inventar in den neuen Räumen. Die laufenden Kosten beziffert Wicke auf etwa 1000 Euro monatlich. Eine Menge Geld für den kleinen Verein. „Wir haben einen Finanzplan aufgestellt und bieten Projekt an“, sagt sie. Eines davon ist ab August in Kooperation mit der Stadt die Hausaufgabenhilfe. Täglich werden Mitglieder 20 Jungen und Mädchen von 12.30 bis 15.30 Uhr betreuen. Noch ist allerdings offen wo. „Wir brauchen eine Lösung“, sagt Wicke. Möglicherweise weiß sie am 11. Juni schon mehr. Dann ist die Mitgliederversammlung.

Derweil weicht der Verein für Veranstaltungen auf andere Orte aus. In den Räumen der Freiwilligen-Agentur an der Dammstraße wird beispielsweise jeweils den letzten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr das äußerst beliebte Repair-Café geöffnet. Und im Vierständerhaus an der Kirchstraße bietet der Verein Reisereportagen, Malkurse und Vorträge an. Weitere Veranstaltungen finden Interessierte auf mgh-gehrden.de.

Von Dirk Wirausky