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Region Gehrden Nachrichten Tragische Geschäftsaufgabe beschert dem DRK große Spende
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15:10 15.04.2019
Die DRK-Ortsvereinsvorsitzende Andrea Nitsch (links) bedankt sich mit ihrem Helferteam bei Peter Kirschner (vorne) für seine Großspende. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Erfolgreiche Benefizaktion mit traurigem Hintergrund: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) in Gehrden hat am Wochenende bei einem Schuhflohmarkt im Vierständerhaus Verkaufserlöse im mittleren vierstelligen Bereich für Projekte mit Kindern und Jugendlichen erzielt. Möglich wurde die gemeinnützige Aktion jedoch nur durch eine tragische Geschäftsaufgabe: Weil der Schuhverkäufer Peter Kirschner seinen Laden am Kantplatz wegen einer zuletzt übermächtigen Online-Konkurrenz im vergangenen Dezember schließen musste, hatte er dem DRK seine übrig gebliebenen Restposten gespendet: Rund 700 Paar fabrikneue Schuhe in allen Größen.

Kaum ein Durchkommen an den Verkaufstischen

„Ich habe Anfang des Jahres telefonisch von der Spende erfahren“, berichtete die Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Andrea Nitsch, beim Flohmarkt. Kirschner habe sein Geschäft aufgelöst und sei an das DRK herangetreten, um rund 700 Paar Schuhe zu spenden, die er auch bei seinem abschließenden Ausverkauf nicht losgeworden sei. „Eine so große Menge wäre natürlich für unsere DRK-Kleiderkammer nicht sinnvoll gewesen, deshalb haben wir uns im Vorstand zu einer Verkaufsaktion entschlossen: neuwertige Schuhe zu äußerst günstigen Preisen“, sagte Nitsch.

Gerda Busse (links) und Jutta Rudat (Zweite von links) aus dem DRK-Helferteam wickeln die Schuhverkäufe an einem kleinen Kassentisch ab. Quelle: Ingo Rodriguez

Von den sehr großzügigen Einheitspreisen waren selbst viele Besucher überrascht: Jedes Paar 10 Euro, Kinderschuhe für 5 Euro pro Paar, Modelle mit einem Handelspreis von mehr als 100 Euro verkaufte das DRK für 15 Euro pro Paar. „Ich bin wohl spät dran: Die Verkaufstische sind schon ziemlich leer geräumt“, sagte Susanne Wagner aus Gehrden. Trotzdem sei das eine tolle Aktion. „Markenschuhe zu solchen Preisen gibt es nicht oft“, sagte sie. Ähnlich hatten offenbar auch zahlreiche andere Gehrdener über die im Vorfeld verteilten Flyer und Einladungen in sozialen Netzwerken gedacht: „Kurz nach dem Beginn war zwischen den Tischen kaum ein Durchkommen“, sagte die DRK-Schatzmeisterin Jutta Rudat.

Nach nur zwei Stunden schon fast 400 Paare verkauft

Auch die Vorsitzende Nitsch war angesichts des großen Besucheransturms überrascht. „Das war der Wahnsinn: Nach nur zwei Stunden hatten wir fast 400 Paare verkauft.“ Problematisch sei vor dem Flohmarkt nur die Lagerung gewesen. „Einen Teil der Kartons haben wir gleich im Vierständerhaus untergebracht. Den Rest konnten wir in der Gartenlaube meiner Schwiegermutter abstellen“, sagte Nitsch. Großer Dank gebühre auch dem Gehrdener Geschäftsmann Yunus Özdemir, der beim Transport mit seinem Bulli geholfen habe.

Beim DRK-Schuhflohmarkt im Vierständerhaus entdecken die Besucher an den Warentischen fabrikneue Schuhe mit Einheitspreisen von bis zu maximal 15 Euro. Quelle: Ingo Rodriguez

Dass das DRK in Gehrden nun mit den Verkaufserlösen die Kinderfreizeit der Hilfsorganisation, eine Ferienaktion mit der Gehrdener Jugendpflege und auch noch weitere gemeinnützige Projekte unterstützen kann, ist aber nur wegen der tragischen Geschäftsaufgabe möglich geworden. Kirschner hatte die „Schuhoase“ seit 2001 am Kantplatz geführt. „Das Geschäft hat sich wegen des großen Angebots im Onlinehandel aber einfach nicht mehr rentiert, obwohl wir ja auch im Internet verkauft haben“, sagte der sehbehinderte 75-Jährige. Das sei zwar sehr bedauerlich. Trotzdem habe er nach dem Ausverkauf begonnen, seine Restposten für gute Zwecke zu spenden.

Beim DRK-Schuhflohmarkt im Vierständerhaus entdecken die Besucher an den Warentischen fabrikneue Schuhe mit Einheitspreisen von bis zu maximal 15 Euro. Quelle: Ingo Rodriguez

Von Ingo Rodriguez

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