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Nachrichten Steintor: Neubauprojekt ist erneut in der Warteschleife
Region Gehrden Nachrichten Steintor: Neubauprojekt ist erneut in der Warteschleife
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12:29 09.08.2019
Auf dem seit Jahren verwaisten Baugrundstück zwischen Gartenstraße und Steinweg deutet weiterhin nichts auf den Beginn von Bauarbeiten hin. Quelle: Ingo Rodriguez
Gehrden

Neuer Tiefpunkt für das Neubauprojekt am Steintor: Trotz einer seit Wochen erteilten Baugenehmigung und trotz des im Mai von einem neuen Investor öffentlich angekündigten Beginns der Vorarbeiten für ein mehrgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus mit Tiefgarage und 30 Stellplätzen deutet auf dem seit 15 Jahren verwaisten Grundstück zwischen Steinweg und Gartenstraße wieder einmal nichts auf Bautätigkeiten hin. Inzwischen machen in der Stadt längst Gerüchte die Runde, auch der neue Bauherr wolle das Areal nun wieder verkaufen – ohne einen Neubau zu errichten.

Grundstücksverkauf ist der Stadt nicht bekannt

„Wir haben so etwas auch gehört, aber ein Kaufvertrag wurde der Stadt bisher noch nicht vorgelegt“, sagt der städtische Fachbereichsleiter Wolfgang Middelberg. Weil das Grundstück im Sanierungsgebiet der Innenstadt liege, müsse ein Verkauf aber von der Verwaltung genehmigt werden. Über Verkaufsabsichten sei die Stadtverwaltung jedoch bislang nicht informiert worden. Auf die Nachfrage an den Investor per E-Mail, wann denn die Bauarbeiten beginnen würden, habe dieser geantwortet, es sei noch Zeit notwendig, um Entscheidungen in der Vorplanung zu treffen, sagt Middelberg.

Das Warten auf die archäologischen Untersuchungen geht weiter

Damit ist die bislang unendliche Geschichte von gescheiterten Bauversuchen am Steintor nun um ein weiteres Kapitel reicher. Denn: Erst Mitte Mai war das Baugrundstück – 15 Jahre nach dem Abriss eines historischen Fachwerkhauses – vom neuen Investor BI Estate GmbH mit Sitz in Bielefeld überraschend eingezäunt worden. Die Firma hatte das Areal von dem Unternehmen Grefer Immobilien aus Wedemark Ende 2018 erworben – offenbar inklusive der Entwürfe und der vorliegenden Baugenehmigung.

Nach dem Einzäunen der Baustelle hatte die Stadt Gehrden bei einem Treffen mit Vertretern des neuen Investoren schon verkehrsbehördliche Absprachen getroffen: Unter anderem zeichnet sich ab, dass der Fußweg an der Gartenstraße in der Bauphase nicht von Passanten genutzt werden kann. Vor den Bauarbeiten mit einer geschätzten Dauer von rund eineinhalb Jahren sollten dann ursprünglich schon zeitnah Archäologen anrücken, um die Fläche in der Innenstadt vor den Tiefbauarbeiten auf mögliche historische Fundstücke zu untersuchen.

Bauarbeiten für Tiefgarage sind schon genehmigt

„Dem Investor liegt eine Teilbaugenehmigung vor. Die Bauarbeiten könnten also nach den archäologischen Prüfungen eigentlich schon beginnen“, sagt Fachbereichleiter Middelberg. Für die geplante Tiefgarage mit 30 Stellplätzen sei ohnehin etwa ein halbes Jahr Bauzeit notwendig – genügend Zeit, um Unterlagen für die fehlenden Genehmigungen verschiedener Hochbauzonen einzureichen.

„Für das Erdgeschoss sollen offenbar noch Wünsche künftiger Mieter eingeplant werden“, weiß der kommunale Fachbereichsleiter. Gleichwohl: „Die Archäologen sollten längst da sein“, sagt Middelberg. Er sei vom Investor in der jüngeren Vergangenheit schon einmal darüber informiert worden, dass es Pläne gebe, den Neubau nach dem Abschluss der Bauarbeiten komplett zu verkaufen – nicht aber das leere Grundstück. Der Bauherr jedoch war bislang für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Für die Stadt ist das Grundstück nicht erschwinglich

Für die Stadt scheidet ein Kauf des Grundstücks wegen der hohen Kosten ohnehin aus – trotz der Aussicht, die Fläche dann selbst zu gestalten. Immerhin haben die Verzögerungen auch schon die Innenstadtsanierung beeinflusst. „Wir haben extra die neue Pflasterung am Steinweg vor dem Baugrundstück nicht vollendet, damit die sanierte Fläche nicht von schweren Baufahrzeugen wieder beschädigt wird“, sagt Gehrdens Bürgermeister Cord Mittendorf.

Der Preis für das Areal sei angesichts der jahrelangen Planungskosten verschiedener Besitzer inzwischen in die Höhe geschossen. „Für die Stadt unerschwinglich“, sagt der Bürgermeister. Auch Fachbereichsleiter Middelberg sieht das so: „Diesen Grundstücksankauf würde keine Kommunalaufsicht genehmigen.“ Bürgermeister Mittendorf findet die erneuten Verzögerungen und Ungewissheiten vollkommen unbefriedigend. „Die Stadt kündigt immer wieder den Baubeginn an und steht dann dumm da. Ich bin stinksauer“, sagt Mittendorf.

Auf dem seit Jahren verwaisten Baugrundstück zwischen Gartenstraße und Steinweg deutet nichts auf den Beginn von Bauarbeiten hin. Quelle: Ingo Rodriguez

Geschichte der gescheiterten Bauversuche ist lang

Nun heißt es für die Stadt also wieder einmal abwarten. Die Geschichte des brachliegenden Grundstücks an der Kreuzung von Gartenstraße und Steinweg ist lang: Im Herbst 2003 hatte Eigentümer Matthias Laging dort ein historische Fachwerkhaus abreißen lassen. Er wollte dort ein viergeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen. Die Baugenehmigung dafür lag schon vor. Doch immer wieder wurde der Baubeginn verschoben und die Fläche schließlich mehrfach verkauft. Es gab ständig neue Ideen – passiert ist jedoch nichts. Die Baulücke am Rande der Altstadt wurde für viele Bürger zum Ärgernis, vor ihrer Einzäunung von vielen Autofahrern aber auch gerne als kostenloser Großparkplatz genutzt.

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Von Ingo Rodriguez

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