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Region Gehrden Nachrichten So proben Gehrdener Gymnasiasten in der Wewelsburg
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16:50 30.05.2019
250 Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums haben für fünf Tage die Wewelsburg besucht.
250 Schüler des Matthias-Claudius-Gymnasiums haben für fünf Tage die Wewelsburg besucht. Quelle: Kilian Walde
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Gehrden

Rock ’n’ Roll, Klassik und ein bisschen Theater: 250 Schüler des Matthias-Claudius Gymnasiums (MCG) tauschten den Klassenraum gegen die Probenräume im ostwestfälischen Wewelsburg ein. Das Ziel der traditionellen Probenwoche war es, intensiv an den Auftritten der unterschiedlichen Arbeitsgemeinschaften zu arbeiten. Sie bereiteten sich auf die anstehenden Sommerkonzerte und den Poetry-Slam, bei dem Nachwuchspoeten selbstgeschriebene Texte zum Besten geben, vor.

Poetry-Slam statt Theaterstück

Statt des üblichen Theaterstücks ist in diesem Jahr ein Poetry-Slam geplant. 14 Schüler schreiben dafür gesellschaftskritische, philosophische oder einfach lustige Texte. Einer dieser jungen Künstler ist der 16-jährige Malik-Noel Schachner. Für ihn ist das Rampenlicht am Ende der Probenwoche nicht das wichtigste. „Die Gemeinschaft ist toll“, sagt er. Dankbar ist er auch für die hohe Eigenständigkeit beim Schreiben seines Auftritts. „Die Kreativität steht im Mittelpunkt“, sagt er.

Die Bigband probt eines ihrer Stück aus Rock und Pop. Quelle: Lennard Lukaszewicz

Organisatorin der Probenwoche ist Lehrerin Sabina Kampkötter. Von dem Erfolg der Freizeit ist die Musiklehrerin überzeugt. „Die Erfahrungen, die wir machen, sind großartig“, meint sie. Auch auf die Jugendherberge Wewelsburg hält Kampkötter große Stücke. „Die Räumlichkeiten sind schön“, sagt sie.

Jugendherberge mit eindrucksvoller Geschichte

Die Jugendherberge Wewelsburg befindet sich in der gleichnamigen Burganlage in der Nähe von Paderborn. „Die Burg ist für mich sehr inspirierend, weil sie von ihrer eindrucksvollen Geschichte geprägt ist“, meint Oberstufenschüler Marko Piric. Tatsächlich wurde das 1609 errichtete Renaissanceschloss schon mehrfach umgenutzt. Zwischen 1934 und 1945 diente es der SS als Ausbildungsstätte und sollte zum zentralen Apparat der nationalsozialistischen Welt werden. Nach dem Scheitern des Dritten Reiches wurde die Burg durch die SS gesprengt und brannte aus.

Für den Siebtklässler Leonard Demmler ist diese Historie nur schwer greifbar. Als Arbeitsgemeinschaft hat er sich den Schulchor ausgesucht. „Es ist ein bisschen anstrengend, aber das Singen mit Freunden macht Spaß“, sagt er. Aus dem Repertoire des Chors hat er sich auch schon ein Lieblingslied ausgesucht: „Fireflies“ von Owl City. „Das Lied ist modern und trifft meinen Geschmack“, sagt er.

Gitarrist Paul Sondermann (links) spielt das Riff von „Can’t Stop“. Quelle: Lennard Lukaszewicz

Gleich zwei Bands proben ihre Songs. Sängerin Charlotte Bülow freut sich über die professionelle Unterstützung durch die Lehrer. „Wir können das spielen, worauf wir Lust haben“, sagt sie. Auf dem Programm der Schulbands steht vor allem Rockmusik. Besonders stolz sind die Schüler auf ihre Interpretation des Songs „Creep“ von der britischen Rockband Radiohead.

Am Dienstag, 4. Juni, um 19 Uhr stellen die klassischen Musikensembles ihre Stücke in der Margarethenkirche vor. Dort werden unter anderem der Chor und die Wind-Band zu sehen sein. Am Mittwoch, 5. Juni, präsentieren sich um 18 Uhr in der Aula des MCG zusätzlich die Schulbands, inklusive der Big-Band. Das letzte Sommerkonzert findet am Donnerstag, 6. Juni, um 19 Uhr ebenfalls in der Schulaula statt. Die Werke der Poetry-Slammer sind schon am Mittwoch, 29. Mai, zu sehen. Um 19 Uhr treten die Schüler im lyrischen Wettstreit gegeneinander an. Der Eintritt ist frei.

Von Finn Bachmann