Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Nicht jeder Streitfall muss vor das Gericht
Region Gehrden Nachrichten Nicht jeder Streitfall muss vor das Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:47 07.02.2019
Schlichten statt richten: Joachim Marquart (links) und Sylvie Müller sind die beiden ehrenamtlichen Schiedspersonen der Stadt Gehrden. Unterstützt werden sie von Fachbereichsleiter Jens Dosdall. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Die Bezeichnung Schiedspersonen mögen Sylvie Müller und Joachim Marquart eigentlich nicht so gern. „Besser passt Friedensstifter“, sagen die beiden. Müller und Marquart sind im Stadtgebiet Helfer in Streitfällen. „Wir bieten eine vorgerichtliche Möglichkeit“, sagt Müller. Bei den Fällen handelt es sich um Sachbeschädigung, Beleidigungen, leichte Körperverletzung, Drohungen und vor allem Nachbarschaftsstreitigkeiten. Und nicht jeder Fall muss von einem Gericht entschieden werden. „Wir versuchen, die streitenden Personen zusammenzubringen und suchen in einem Gespräch nach einer einvernehmlichen Einigung. Die, betont Müller, sei dann aber bindend.

Sylvie Müller bekleidet das Ehrenamt bereits seit zehn Jahren. Von ihrem Eifer hat sie nichts eingebüßt. „Ich will etwas bewirken“, sagt sie – und helfen, dass Streitigkeiten nicht auf dem Klageweg geklärt werden müssen. „Dabei entwickele ich einen gewissen Ehrgeiz“, sagt sie. Sowohl Müller als auch Marquart wissen: „Viel kann mit Rücksichtnahme geregelt werden.“ Die Bürger, die das Schiedsamt anrufen, müssten zudem kompromiss- und gesprächsbereit sein. Darüber hinaus sei das Schiedsverfahren kostengünstig.

Es sind vor allem Nachbarschaftskonflikte wegen zu hoher Bäume, ungeschnittener Hecken oder Lärmbelästigung, die bei Müller und Marquart auf dem Schreibtisch landen. Doch beide wissen aus Erfahrung: „Oft ist das nur der Anlass; häufiger geht es um zwischenmenschliche Differenzen, die in der Vergangenheit angesiedelt sind“, sagt Müller. Die Erfolgsquote der beiden Friedenstifter ist hoch – auch wenn sich nicht jeder Streit schlichten lasse. „Manchmal haben wir schon nach zehn Minuten einen Kompromiss gefunden, manchmal dauert es mehrere Monate“, erzählen beide. Oft reiche es, dass die Menschen im Beisein einer neutralen Person miteinander reden. In einem Fall, berichtet Müller, seien die streitenden Nachbarn inzwischen sehr gut befreundet. „Solche Entwicklungen sind natürlich etwas ganz Besonderes“, sagt sie.

Die Zahl der Fälle ist überschaubar. Zwischen drei und fünf im Jahr müssen Müller und Marquart bearbeiten. „Das ist ein gutes Zeichen“, findet Marquart. Insgesamt sei das Gehrdener Stadtgebiet ein friedlicher Bereich.

Bürgermeister Cord Mittendorf hat großen Respekt vor der ehrenamtlichen Aufgabe. „Für dieses Amt ist großes Einfühlungsvermögen notwendig“, sagt er. Und das in den unterschiedlichen Fällen aufzubringen, sei eine hohe Kunst.

Formal ist das Schiedsamt eine ehrenamtlich ausgeübte Tätigkeit zur Streitschlichtung in weniger wichtigen strafrechtlichen und nachbarschaftsrechtlichen Angelegenheiten. Ansprechpartner sind Sylvie Müller, Telefon (05137) 6899, und Joachim Marquart, Telefon (05108) 6518. Weitere Informationen gibt es auf www.bds-niedersachsen.com und www.justizportal.niedersachsen.de.

 

Von Dirk Wirausky

In der Kindertagesstätte am Park in Gehrden lernen derzeit die betreuten Jungen und Mädchen mit allen Sinnen eine gespendete Wandausstattung mit erlebnispädagogischen Elementen kennen.

09.02.2019

Die Grünflächen in der Innenstadt von Gehrden werden zum Leidwesen vieler Bürger als Hundeklo benutzt. Die Stadt denkt nun über verstärkte Kontrollen nach.

06.02.2019

Weil es Verzögerungen bei der Übernahme des benachbarten Grundstücks gibt, musste Aldi seine Neubaupläne in Gehrden verschieben. Nun soll das neue Gebäude im Sommer 2020 stehen.

05.02.2019