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Region Gehrden Nachrichten Gehrdenerin organisiert Pilgerreise durch Deutschland
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16:17 13.09.2019
Ruth Pahl mit ihrem Pilgerstab. Auf den Bändern am Stab stehen die Namen der Teilnehmer einer Pilgerreise. Quelle: Franz-V. Reitzler
Lemmie

Ruth Pahl aus Lemmie organisiert eine Pilgerreise durch Deutschland. „Körper, Seele und Geist kommen beim Pilgern zusammen“, sagte sie. Für Pahl kann Pilgern Meditation und Therapie, aber auch Freizeitbeschäftigung sein.

Seit acht Jahren pilgert Ruth Pahl. Ihre persönliche Motivation zum Pilgern kam durch einen Trauerfall. Nachdem sich die Sozialpädagogin ein Jahr lang um die Verarbeitung der Trauer ihrer Kinder gekümmert hatte, musste sie für sich selbst einen Weg finden. „Wenn man die Trauer nicht verarbeitet, schlägt das Universum irgendwann zurück“, sagt sie. Um das zu vermeiden, ging sie das erste Mal Pilgern.

Diese eine Woche hätte ihr unglaublich gut getan. Seitdem geht sie regelmäßig Pilgern. „Auch wenn kein Grund vorliegt, abschalten tut gut.“ Das macht die 53-Jährige zwar gerne in Gruppen: „Die Gemeinschaft ist ein Grundbedürfnis des Menschen.“ Aber am Wochenende ist sie gerne auch allein unterwegs.

Sogar am Strand gepilgert

Auch eine schöne Landschaft kann ein Grund zum Pilgern sein. Ruth Pahl schwärmt von ihrer Pilgerreise entlang der spanischen Nordküste. Zusammen mit ihrem Mann pilgerte sie entlang großartiger Landschaften und Strände. Das geografische Ziel war die Stadt Santiago De Compostela, die seit Jahrhunderten von Pilgern angelaufen wird.

Ruth Pahl auf dem Camino de Santiago, deutsch: Weg von Jakob, Richtung Santiago de Compostela Quelle: Stefan Pahl

Die spanische Küstenstadt sei seit mehr als 1000 Jahren das Reiseziel unzähliger Pilger gewesen. Der Name Santiago stammt von dem lateinischen sanctus jakobus (Heiliger Jakob); daher werden die vielen bekannten Pilgerwege in Europa Jakobsweg genannt. Sie alle führen zu der Hauptstadt Galiciens.

Auf die Frage, ob Pilgern unbedingt zu Fuß stattfinden muss, meint Pahl „Pilgern ist beten mit den Füßen.“ Es gehe um das Langsame und darum, mit dem Körper eins sein. „Es macht etwas mit einem, wenn man läuft“, meint sie.

1600 Kilometer in drei Monaten pilgern

Seit sechs Jahren leitet Ruth Pahl einwöchige Pilgertouren. Seit vergangenem Jahr plant sie eine große Tour durch Deutschland. Darum gebeten wurde sie vom Marburger Kreis, einem überkonfessionellen Netzwerk von Christen. Im Mai 2020 beginnt eine Pilgerreise über 1600 Kilometer in drei Monaten und 82 Etappen. Mit der Vortour über sechs Etappen und 30 Pilgern pro Tag ergeben sich insgesamt 2640 zu planende Betten.

Dadurch ist Ruth Pahl so eingespannt, dass sie ihre Arbeit als Sozialpädagogin seit einem halben Jahr „gegen Null gefahren“ hat. 160 Helfer unterstützen das Großprojekt, indem sie die Route auskundschaften und ein Programm vorbereiten. Dieses Programm besteht aus Informationen über den Ort, Bibelversen, Erzählungen und Liedern. Ein Höhepunkt sei laut Pahl das Schweigen. Die erste Stunde jedes Tages wird ein Sprechverbot ausgesprochen. „Alle wollen schweigen.“ Diese Regel sei unglaublich beliebt, ließe die Menschen mehr über das nachdenken, was sie sagen wollen und führe im Anschluss zu vielen hochwertigeren Gesprächen.

Wer Interesse an der Veranstaltung „Deutschland pilgert 2020“ hat, kann sich auf der Webseite www.pilgern2020.de informieren und anmelden. Wer das Pilgern in Gehrden ausprobieren möchte, kann ein Angebot der Margarethengemeinde nutzen. Ruth Pahl organisiert das gut dreistündige Abendpilgern zum Gehrdener Berg. Auch dafür überlegt sie sich ein interaktives Programm. Der nächste Termin ist am Sonntag, 13. Oktober. Treffpunkt ist 18 Uhr in der Margarethenkirche.

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