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Region Gehrden Nachrichten Ortsrat Northen lehnt Bau von zehn Garagen ab
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14:07 26.04.2019
Kunst im öffentlichen Raum: In Gehrden und in Leveste haben Oberschüler wie hier Vian Jaafar (links) und Nastasja Indrikson bereits zahlreiche Stromkästen bemalt. Nun soll Northen folgen.
Kunst im öffentlichen Raum: In Gehrden und in Leveste haben Oberschüler wie hier Vian Jaafar (links) und Nastasja Indrikson bereits zahlreiche Stromkästen bemalt. Nun soll Northen folgen. Quelle: Archiv
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Northen

Der Wunsch eines Northeners auf seinem Grundstück eine Einfamilienhaus zu errichten und gleichzeitig zehn Garage zu bauen, wird nur teilweise in Erfüllung gehen. Der Ortsrat gab zwar grünes Licht für den anvisierten Hausprojekt, den Bau von mehreren Garagen an der Großen Straße lehnten die Kommunalpolitiker ab.

Laut Nicole Leubert aus dem Fachbereich Bauen und Umwelt plant ein Northener Bürger sein 1200 Quadratmeter großes Grundstück zu teilen und hat eine entsprechende Bauvoranfrage gestellt. Er möchte im hinteren Teil seiner Fläche ein Einfamilienhaus bauen, im vorderen Bereich soll zunächst ein Haus abgerissen und durch Garagen ersetzt werden. Nach Ansicht von Leubert bietet sich die Teilung des Grundstücks an. „Eine Nachverdichtung im hinteren Bereich ist bedenkenlos machbar“, sagte sie im Ortsrat.

Angst vor einer gewerblichen Nutzung

Dem zweiten Projekt allerdings steht die Verwaltung skeptisch gegenüber. „Wir befinden uns faktisch in einem allgemeinen Wohngebiet“, sagte Leubert. Ein oder zwei Stellplätze seien absolut in Ordnung, aber nicht zehn Garagen. Die Befürchtung: Sie könnten gewerblich genutzt werden. Der dann zu erwartende An- und Abfahrtsverkehr würde die Wohnqualität stören.

Das sehen auch die Ortsratsmitglieder so. „Wir müssen den dörflichen Charakter des Gebiets im Auge behalten“, sagte Ortsbürgermeister Friedhelm Meier. Garagen passen dort nicht hin. Und auch ein unmittelbarer Nachbar des Grundstücks hält nicht viel von der Idee. „Zehn Garagen sind schon heftig“, sagte er.

Kunstprojekt der Oberschule befürwortet

Mehrheitlich befürwortet wurde vom Ortsrat die Idee der Oberschule, die Stromkästen im Dorf zu bemalen. Ein Kunstprojekt, das die Schüler unter Leitung der Lehrerin Sabine Sievers bereits in Gehrden und Leveste umgesetzt haben. „Es ist schön, wenn Schüler auch sehen, was sie in Kunst gemacht haben und die Werke nicht in einer Mappe verschwinden“, sagte Friedhelm Meier. Allerdings hat der Ortsrat das Vorhaben an drei Bedingungen geknüpft. Es solle langlebige Farbe benutzt werden, die Motive auf den Kästen sollen im Vorfeld mit den Anwohnern und dem Ortsrat abgestimmt werden, und mit der Avacon, der die Stromkästen gehören, solle vereinbart werden, dass im Falle von verblichener Farbe ein Neuanstrich erfolgt.

Von Dirk Wirausky