Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Oberschüler üben sich als Firmengründer
Region Gehrden Nachrichten Oberschüler üben sich als Firmengründer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:48 17.05.2019
18 Achtklässler haben bei dem Projekt "Zukunft selber machen" mitgewirkt. Am Ende der vier Tage gibt es ein Diplom. Quelle: Dirk Wirausky
Gehrden

Das Wetter spielt nicht mit. Und der nordische Nieselregen wirkt sich auch auf das Geschäft aus. Das muss der 15-jährige Adrian anfangs erfahren. „Die Leute bleiben bei dem Wetter nicht stehen und haben keine Lust auf Fotos“, sagt der Achtklässler. Gemeinsam mit seinen Mitschülern Johannes und Marc-Aaron hat er die Gruppe „Funny Polariod“ gegründet. Sie bieten auf dem Wochenmarkt Fotos mit lustigen Accessoires an. „Das ist schon etwas Besonderes“, meint Adrian. Schließlich habe nicht jeder so eine Kamera. Am Ende des Tages ist es auch ein einträgliches Geschäft für die Oberschüler.

Aber allein darum geht es nicht. Die Jungen nehmen gemeinsam mit 15 Mitschülern aus dem achten Jahrgang an dem Projekt „Zukunft selber machen“ teil. Kurzgefasst ging es in vier Tagen darum, aus einer Idee ein Geschäft beziehungsweise eine Firma zu entwickeln und zu gründen. „Es war wirklich spannend zu sehen, wie schnell sich etwas aus einer Idee entwickelt“, sagt Marc-Aaron. Und es interessant gewesen, zu lernen, wie ein Unternehmen geführt werden muss. „Es ist ein gutes Projekt“, betont der 14-Jährige.

Bitte recht freundlich: Adrian (15) von der Gruppe "Funny Polaroid" macht ein Foto. Quelle: Dirk Wirausky

Das finden auch die jungen Unternehmerinnen Charlotte, Michelle und Victoria. „Wir haben eine Menge gelernt“, sagen sie. Auch, dass nicht jeder Standort auf dem Markt für ihr Angebot geeignet ist. „Wir mussten einmal umziehen“, erzählt Victoria. Dafür haben die drei Mädchen offenbar die richtige Geschäftsidee. Ihre Dekogläser sind am Ende der Aktion nahezu ausverkauft. „Wir hatten uns vorher überlegt, welche Dinge sich auf dem Wochenmarkt am besten verkaufen lassen“, berichtet Charlotte.

Dekogläser haben Charlotte (14, von links), Michelle (14) und Victoria (13) von der Gruppe "Glas4you" im Angebot. Quelle: Dirk Wirausky

Viel Arbeit im Vorfeld haben Melanie, Sarah und Joshua. Sie entscheiden sich, Vogelhäuser und Frühstücksbretter in Apfel- und Birnenform herzustellen. Acht Stunden hat das Trio gewerkelt. „Die Produktion war schwierig“, gesteht der 13-jährige Joshua. Unabhängig davon sei es eine interessante Erfahrung gewesen, meint Melanie. „Man bekommt nicht jeden Tag die Chance, etwas verkaufen zu können“, sagt die 15-Jährige. Auch Eren, Oliver, Eugen und Michael sind zufrieden; auch wenn Eren zugibt, dass sie ihren Verkaufsstand mit Topfuntersetzern und Schlüsselbrettern aus Holz etwas besser hätten organisieren müssen. „Wir hatten etwas wenig Zeit“, sagt Eren.

Sarah (13, von links), Joshua (13) und Melanie (15) verkaufen Vogelhäuser und Frühstücksbretter. Mit Erfolg: Nach drei Stunden heißt es ausverkauft. Quelle: Dirk Wirausky

Betreut werden die Achtklässler von Vanessa Goede, Linda-Maraike Plath und Deniz Hartmann von der Organisation Futurepreneur. Vier Tage lang führen sie die Jungen und Mädchen in das Thema ein. „Wir wollen aus den Schülern ihre Kreativität herauskitzeln und sie begeistern“, sagt Vanessa Goede. Dabei stehe im Vordergrund die Frage: „Was kann ich und worin bin ich gut?!“ Darauf aufbauen werden Ideen entwickelt und schrittweise ein Start-Up-Unternehmen gegründet. Ein wichtiger Faktor sei die selbstständige Arbeit: „Die Schüler müssen zudem lernen, anders zu denken, als sie es im Schulalltag gewohnt sind“, sagt Vanessa Goede. Und sie müssten außerdem bereit sein, Verantwortung zu übernehmen. Letztlich gehe es darum, den Jugendlichen eine Alternative zwischen Ausbildung und Studium aufzuzeigen, meint Linda-Maraike Plath. „Das Gründertum ist nicht so bekannt“, ergänzt Deniz Hartmann.

Futurepreneur will den Gründergeist wecken

Der gemeinnützige Verein Futurepreneur eröffnet Trainingsräume, in denen Jugendliche real testen, wie viel Spaß es macht, individuelle Eigenschaften, Erlerntes, persönliche Kompetenzen und Fähigkeiten dafür einzusetzen, innovative Ideen zu entwickeln und etwas Eigenes auf die Beine zu stellen. An vier Tagen wird spielerisch Gründergeist gezündet sowie Unternehmungslust und Tatkraft der Schüler geweckt und gestärkt.

Unter Anleitung zertifizierter Futurepreneur-Coaches lernen die Teilnehmenden ihr unternehmerisches Potenzial kennen. Sie tauschen sich mit lokalen Unternehmern, wie dieses Mal mit Norbert Nagy (Social Natives) und Katrin Potyka (Dryxx), zu Tipps und Erfahrungen aus. Jeder Jugendliche entwickelt auf Basis der eigenen Interessen und Kompetenzen eine persönliche Geschäftsidee, schreibt einen kleinen Businessplan, bereitet die Ideen einen Nachmittag vor und setzt diese dann für einen Tag in die Tat um. Weitere Informationen gibt es auf. www.futurepreneur.de. dw

Oliver (14, von links), Eugen (14), Michael (15) und Eren (14) bieten Schlüsselbretter und Untersetzer aus Holz an. Quelle: Dirk Wirausky

Von den jungen Oberschülern sind sie begeistert. „Sie sind losgezogen und haben Leute angesprochen“, ist Linda-Maraike Platz von dem Mut und Hartnäckigkeit beeindruckt. Darüber hinaus seien sie sehr motiviert gewesen. Die Achtklässler hätten in den vier Tagen eine Wahnsinnsentwicklung gemacht, betont Vanessa Goede. Der 14-jährige Leon hat großen Spaß an der Aufgabe gefunden. „Das ist eine coole Erfahrung und wir wissen jetzt, wie es geht“, sagt der junge Unternehmensgründer. Spricht es und macht sich auf den Weg, um ein Heft mit Schachregeln zu verkaufen. Trotz Nieselregens.

Von Dirk Wirausky

Wegen des Radsportereignisses um den Bürgerpreis der Stadt Gehrden werden am Sonntag zahlreiche Straßen gesperrt.

17.05.2019

Die Fotoausstellung „Lebendige Kirche!?“ im evangelischen Gemeindezentrum öffnet am Sonntag. Zu sehen ist die Margarethenkirche in all ihren Facetten, festgehalten in 30 Fotografien.

16.05.2019

Gehrdens Verwaltungschef Cord Mittendorf will künftig den direkten Ausrausch mit den ehrenamtlichen Helfern in Leveste suchen. Die hatten den Zustand des Friedhof kritisiert. Mittendorf versprach zudem, dass noch fehlende Maßnahmen umgesetzt werden.

16.05.2019