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Region Gehrden Nachrichten OBS-Schüler besuchen Seniorenresidenz
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16:39 26.12.2018
Niclas (14) schreibt gemeinsam mit Margarete Aumann Weihnachtskarten an deren Nichten.
Niclas (14) schreibt gemeinsam mit Margarete Aumann Weihnachtskarten an deren Nichten. Quelle: Elena Everding
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Gehrden

Erika Schäfer weiß noch genau, wie es geht: Sie nimmt den Ball, rollt ihn in Richtung der Kegel – und räumt sie ab. Ein Jubeln geht durch den Raum. „Ich habe früher immer mit der Familie gekegelt, alle drei Wochen“, erzählt Schäfer. Heute kegelt sie in der AWO-Seniorenresidenz am Thiemorgen, wo sie inzwischen lebt. Zwölf Neuntklässler der Oberschule Gehrden sind dabei, um mit den Senioren im Rahmen eines Schulprojekts Zeit zu verbringen.

Mehrere Besuche bei Senioren

„Es macht viel Spaß mit den Schülern“, sagt Schäfer. Auch die Jugendlichen sind sichtlich mit Freude bei der Sache. „In der Schule haben wir sonst nur Theorie, die Praxis ist etwas ganz anderes“, sagt der 15-jährige Timo. Die Jugendlichen haben das Unterrichtsprofil Gesundheit und Soziales gewählt. Schon in den vergangenen Wochen waren sie in der Residenz: Unter anderem haben sie mit den Bewohnern Weihnachtskränze gebunden und Mensch ärgere dich nicht gespielt.

In einem anderen Raum basteln und schreiben Schüler und Senioren gemeinsam Weihnachtskarten. Margarete Aumann möchte an ihre Nichten jeweils eine Karte schicken, beide leben weit weg. „Ich habe schon lange keine Weihnachtskarten mehr geschrieben“, sagt die 94-Jährige. Doch nun hilft ihr Niclas. Der 14-Jährige übernimmt das Schreiben für Aumann. „Man kann hier viel Spaß haben. Es ist auch schön, wenn die Bewohner von früher erzählen“, stellt er fest. Die Stimmung ist fröhlich und locker, es wird viel gelacht.

Ein Teil der Schüler kegelt mit den Senioren - Lehrer Arne Lechmann (re.) ist auch dabei. Quelle: Everding

Als dritte Aktion lesen Marie und Timo (beide 15) den Bewohnern Weihnachtsgeschichten und -gedichte vor. Das Gedicht über Knecht Ruprecht kennt eine Seniorin noch aus ihrer eigenen Kindheit, erzählt sie. Die beiden Jugendlichen bekommen viel Lob dafür, wie gut sie vorgelesen haben. „Das hat gutgetan“, sagt eine Bewohnerin zufrieden lächelnd. „Die Atmosphäre in der Einrichtung ist so herzlich“, ergänzt Marie.

Die Lehrkräfte Arne Lechmann und Kirsten Minnemann-Wittkopf begleiten das Projekt. Die Jugendlichen bekämen einen anderen Blickwinkel auf die Berufsbilder und einen echten Praxisbezug, sagt Lechmann. Die Aktionen haben die Jungen und Mädchen selbst geplant. „Die Schüler nehmen viel aus dem Projekt mit“, da ist sich Lehrer Lechmann sicher.

Evelyn Busch, Leiterin des begleitenden Dienstes der Residenz, betreut das Projekt ebenfalls. Ihr liegen generationsübergreifende Aktionen besonders am Herzen, denn bei den Jugendlichen gebe es teilweise Hemmschwellen. Die Bewohner dagegen würden Ruhe und Zeit mitbringen und ebenfalls davon profitieren. So entstehe eine lebendige Stimmung. „Das sind wirklich kostbare Begegnungen für beide“, sagt Busch.

Von Elena Everding