Gehrden: Im Norden von Everloh sollen neue Wohnbauflächen entstehen
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Region Gehrden Nachrichten Im Norden von Everloh sollen neue Wohnbauflächen entstehen
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19:20 27.02.2020
Der Änderungsbeschluss zum Flächennutzungsplan sieht vor, dass sich Everloh vor allem nach Norden, wie hier entlang der Straße In den Rehren, und nach Nordwesten hin entwickelt. Die Bäume am Ortseingang wurden diese Woche im Auftrag der Region gefällt, wegen der geplanten Verkehrsinseln.
Der Änderungsbeschluss zum Flächennutzungsplan sieht vor, dass sich Everloh vor allem nach Norden, wie hier entlang der Straße In den Rehren, und nach Nordwesten hin entwickelt. Die Bäume am Ortseingang wurden diese Woche im Auftrag der Region gefällt, wegen der geplanten Verkehrsinseln. Quelle: Astrid Köhler
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Everloh

Noch ist vieles möglich, doch wer künftig in Everloh baut, dessen Neubau wird am ehesten an den Siedlungsrändern im Norden und Nordwesten des Dorfes stehen. Das geht aus dem Beschluss für die Änderung des Flächennutzungsplans mit den dort definierten potenziellen neuen Wohnbauflächen in dem 510-Einwohner-Dorf hervor. Der Ortsrat hat dem am Dienstag einhellig zugestimmt. Im weiteren Verfahren sollen die derzeit noch sehr grob umrissenen Entwicklungsbereiche genau geprüft und öffentlich diskutiert werden.

Wie ein breiter roter Streifen zieht sich das potenzielle Bauland auf der Karte um den derzeitigen nördlichen Ortsrand und die Bereiche der Straßen Hinter dem Hagen und Alte Rehre. Die Kommune hat ein großes Interesse daran, dort Bauland auszuweisen, wo bereits Infrastruktur vorhanden ist, und wegen des Abstands zur Bundesstraße kaum Probleme mit dem Lärmschutz zur Bundesstraße 65 zu erwarten sind.

Die Gesamtgröße der vorgesehenen Flächen summiert sich auf 3,75 Hektar und liegt damit deutlich über dem, um was Everloh binnen zehn Jahren tatsächlich wachsen darf: um 5 Prozent. So ist es im Regionalen Raumordnungsprogramm festgelegt. Bezogen auf die ermittelte Siedlungsfläche Everlohs von 18,1 Hektar dürfen bis 2026 nur weitere 0,9 Hektar bebaut werden. Dies entspräche dem „Platz für zehn bis 15 Wohneinheiten“, sagt die Gehrdener Stadtplanerin Nicole Leubert.

Ort verfügt noch über freie Wohnbauflächen

Großen Druck gibt es in Everloh offenbar derzeit nicht. Der Ort verfüge über mehrere ungenutzte Bereiche, in denen seit Jahren Wohnbebauung zwar möglich, aber aus verschiedenen Gründen bis heute nicht umgesetzt wurde, so Leubert weiter. Sollten diese insgesamt rund 11.000 Quadratmeter großen alten Flächen nach einer Prüfung in Teilen oder in Gänze als Bauland aus dem Flächennutzungsplan (F-Plan) wieder herausgenommen werden, könnten entsprechend mehr als 0,9 Hektar neu ausgewiesen werden – bis zu zwei Hektar.

Das Verfahren steht erst am Anfang. Bis neues Bauland ausgewiesen werden dürfe, ist noch viel zu klären und zu entscheiden. Dabei geht es nicht zuletzt um die Frage, ob die jeweiligen Eigentümer der Flächen überhaupt verkaufen wollten. Immerhin: Einige von ihnen haben offenbar großes Interesse, denn sie haben entsprechende Anträge gestellt, auf deren Basis der Änderungsbeschluss zum F-Plan erstellt wurde. Darüber gelte es auch, diverse Vorgaben zu erfüllen und weitere Interessen zu berücksichtigen, so die Planerin. Das eigentliche Beteiligungsverfahren, in dem die Träger öffentlicher Belange zu Wort kommen und sich Bürger äußern können, steht erst noch bevor.

Öffentliche Beteiligung ist für Herbst geplant

Der Ortsrat hat dem Änderungsbeschluss mit der möglichen Siedlungsentwicklung am Dienstag zugestimmt. Als Nächstes berät der Ausschuss für Bau- und Städteplanung darüber, eh der Verwaltungsausschuss am 18. März entscheidet und ein Planungsbüro mit dem Gutachten zur weiteren Entwicklung Everlohs beauftragt wird. Läuft bei dem für Herbst geplanten Vorentwurf und der frühzeitigen Beteiligung alles nach Plan, könnte der F-Plan in einem Jahr öffentlich ausgelegt werden und der Rat ab Sommer 2021 einen Feststellungsbeschluss fassen.

Beschluss zur Zukunft von Everloh: Mit Ortsbürgermeisterin Gisela Wicke (stehend) stimmt der gesamte Ortsrat für die Erweiterung des Planungsgebietes und die dafür nötige Änderung des Flächennutzungsplanes. Quelle: Astrid Köhler

Die dann noch ausstehende Genehmigung durch die Region Hannover vorausgesetzt, könnte anschließend der nötige Bebauungsplan auf den Weg gebracht werden. Das Verfahren werde vermutlich ein weiteres Jahr dauern, schätzt Leubert. Mit den ersten Arbeiten auf den neuen Everloher Baulandflächen sei daher auch bei idealen Bedingungen „nicht vor Ende 2022“ zu rechnen.

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Von Astrid Köhler