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Region Gehrden Nachrichten So können Landwirte bienenfreundlich werden
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13:24 19.05.2019
Verteilt Saatgut für Blühstreifen: Landwirt Jakob von Richthofen. Quelle: Irving Villegas
Lenthe

Vieles ist ganz einfach, findet Landwirt Jakob von Richthofen. Eine Unkrautecke hier, einen abgestorbenen Baum stehenlassen da. Schon mit solchen Kleinigkeiten können Landwirte helfen, Lebensräume für Bienen und andere bedrohte Insekten zu schaffen. Von Richthofen von der Gutsgemeinschaft Lenthe ist einer von derzeit 250 Landwirten in Niedersachsen, die sich am Projekt „Bienenfreundlicher Landwirt“ beteiligen und so ihren Teil zum Artenschutz beitragen wollen.

Die Aktion mit dem Motto „Wir schnacken nicht, wir packen an“ gestartet hat die Initiative „Echt grün – Eure Landwirte“, an der sich derzeit elf Kreislandvolkverbände aus Niedersachsen beteiligen. „In Sachen Biodiversität sind wir Landwirte Teil des Problems – aber auch Teil der Lösung“, sagte Ulrich Löhr, Vizepräsident des niedersächsischen Landvolkverbands. Gemeinsam mit Arnd von Hugo vom Landvolk Hannover hat Löhr die Aktion „Bienenfreundlicher Landwirt“ am Freitag auf dem Gut in Lenthe vorgestellt. „Die Biene ist dabei ein Symbol für die Insektenwelt insgesamt“, sagte von Hugo.

Kriterien mit Institut für Bienenkunde erarbeitet

Um das Siegel „Bienenfreundlicher Landwirt“ zu erhalten, müssen Bauern eine Mindestanzahl bestimmter Kriterien erfüllen, welche die Initiative gemeinsam mit dem Institut für Bienenkunde in Celle erarbeitet hat. Dazu gehört etwa, Blühstreifen auf Ackerflächen und Grünland anzulegen und mit einem Imker zu kooperieren.

„Es war für uns eine Selbstverständlichkeit, an der Aktion teilzunehmen“, sagt von Richthofen. Schon vorher hat die Gutsgemeinschaft auf ihrer Facebook-Seite regelmäßig über Landwirtschaftsthemen informiert. Mittlerweile arbeitet der Landwirt auch mit dem Gärtner und Hobby-Imker Ingolf Marx zusammen. „So können wir voneinander lernen und uns abstimmen, wann die Bienen Blüten brauchen“, sagt von Richthofen. Insgesamt hat er bisher rund vier Hektar Blühstreifen angelegt, dazu kommt eine rund einen Hektar große Streuobstwiese.

Schon Nachahmer in Lenthe

Auch mit der Stadt Gehrden ist der 38-jährige Landwirt schon in Kontakt. Mehrere öffentliche Rasenflächen hat er in bunte Blühstreifen umgewandelt – darunter eine an der Kreisstraße und eine am Spielplatz im Lenther Neubaugebiet. „Eh-Da-Flächen“ nennt er diese öffentlichen Rasenstreifen, die ohnehin bereits existieren und mit dem richtigen Saatgut schnell zum neuen Bienen-Zuhause werden können. „Die Stadt war begeistert, und Nachahmer gibt es auch schon“, berichtet er zufrieden.

Mit dem Saatgut ist es allerdings so eine Sache. „Mittlerweile gibt es einen richtigen Run auf Blühflächensaatgut“, erzählt von Richthofen. Und auch von Hugo vom Landvolk berichtet stolz, dass das entsprechende Saatgut mittlerweile niedersachsenweit vergriffen sei.

Lesen Sie auch: Artensterben gefährdet die Menschheit – Sind wir noch zu retten?

Von Johanna Stein

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