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Region Gehrden Nachrichten Brigitta und Erwin Brumm feiern Eiserne Hochzeit
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00:22 01.06.2018
Brigitta und Erwin Brumm haben am 30. Mai 1953 geheiratet - und feiern nun ihre Eiserne Hochzeit. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig
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Gehrden

An ihre erste Entscheidung auf dem gemeinsamen Weg kann sich Brigitta Brumm noch genau erinnern. Die damals 21-jährige Braut durfte wählen, ob sie am 30. Mai 1953 mit einem Auto oder in einer Kutsche vor der Kirche in Rostock fahren wollte, wo ihr künftiger Ehemann Erwin auf sie wartete. Und es war keine schwere Entscheidung. „Auto fahren kann ich noch mein ganzes Leben lang“, sagte die gelernte Goldschmiedin lachend – und entschied sich für die Kutschfahrt.

65 Jahre ist das inzwischen her. Inzwischen lebt das Ehepaar Brumm bereits seit mehr als 40 Jahren in Gehrden und feiert hier jetzt auch die Eiserne Hochzeit. Und das mit einer schönen Tradition. So wie 1953 nach der Hochzeit wird auch diesmal im heimischen Wohnzimmer mit der ganzen Familie gefeiert. „Aber spontane Gäste sind immer willkommen“, sagt das glückliche Jubiläumspaar.

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Brigitta und Erwin Brumm haben am 30. Mai 1953 geheiratet - und feiern nun ihre Eiserne Hochzeit. Quelle: Ann Kathrin Wucherpfennig

Nach Gehrden zog es sie 1975 aus beruflichen Gründen. Erwin Brumm arbeitete fast 40 Jahre bei Siemens, zuletzt als Vertriebsingenieur in Hannover. Seine Frau Brigitta ist in Gehrden unter anderem durch die Arbeit in der Ronnenberger Volksbank bekannt. Und schwer gefallen ist ihnen der Umzug in die Region Hannover damals nicht: „Die Natur und der Freundeskreis machen Gehrden zum entspannten Lieblingswohnort“, sagt Erwin Brumm. 36 Jahre lang waren die Eheleute im Tennisverein aktiv, heute bevorzugen sie ruhigere Hobbys: Erwin Brumm dreht gerne eine Runde mit dem Fahrrad, seine Frau hat das Stricken für sich entdeckt.

Doch so beschaulich lief es für das glückliche Paar nicht immer. Zwei Jahre nach ihrer Hochzeit begann ein ganz neuer Lebensabschnitt: Der gelernte Fernmeldemonteur Erwin Brumm wollte sich in der damaligen Deutschen Demokratischen Republik nicht politisch engagieren und sah keine beruflichen Perspektiven. Die jungen Eheleute entscheiden sich daher für die Flucht nach Westdeutschland – mit einem einjährigen Kind. Erwin reiste von Rostock nach Düsseldorf, Brigitta kam mit dem gemeinsamen Sohn Detlev später nach. Die Flucht im Jahr 1955 war ein einschneidendes Erlebnis in der jungen Ehe: „Mit Anfang Zwanzig und einem Kleinkind haben wir wieder bei Null angefangen“, erinnert sich Erwin Brumm.

Von 1955 bis 1975 lebte das Ehepaar zunächst in Düsseldorf, wo auch ihr einziger Sohn Detlev Brumm aufwuchs. Er lebt inzwischen auf der nordfriesischen Insel Pellworm und ist als Fotograf viel unterwegs. Häufig arbeitet er dabei auf Hochzeiten – und natürlich wird er sich auch bei der Eisernen Hochzeit seiner Eltern um die bildlichen Erinnerungen kümmern.

An ihr erstes Treffen können sich die beiden Rentner noch gut erinnern: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagen die Eheleute. Sie trafen sich beim Tanztee am Nachmittag, und Brigitta kann sich noch genau an ihr Kleid erinnern. „Ich trug ein weinrotes Spitzenkleid aus dem Care-Paket der Amerikaner“, verrät sie. An das Kleid kann sich ihr Ehemann heute nicht mehr erinnern, ihm ist ein anderes Detail ins Auge gefallen: „Ich mochte ihre schwarzen Haare vom ersten Augenblick an“, gesteht der heute 86-Jährige.

Gemeinsam haben sie in den vergangenen 65 Jahren viel erlebt. Einer Meinung seien sie dabei nicht immer gewesen, gestehen Brigitta und Erwin Brumm. Aber das sei kein Problem, wenn man das aus ihrer Sicht wichtigste Rezept für eine erfolgreiche Ehe beachte: „Am Wichtigsten ist Toleranz und Verständnis“ – darin sind sich die Jubilare einig.

Von Ann Kathrin Wucherpfennig