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Nachrichten „Ich will alle Gehrdener überzeugen“
Region Gehrden Nachrichten „Ich will alle Gehrdener überzeugen“
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18:52 03.10.2014
Von Dirk Wirausky
Ab Montag Chef im Rathaus: Bürgermeister Cord Mittendorf (SPD). Wirausky Quelle: Wirausky
Gehrden

Herr Mittendorf, haben Sie schon eine Vorstellung, wie der 6. Oktober verläuft?

Ich werde um 8 Uhr im Rathaus sein und mich meinen Mitarbeitern vorstellen. Um 9 Uhr wird mich die Erste Stadträtin über wichtige Vorgänge informieren und ab 14 Uhr findet turnusmäßig die Fachbereichsleitersitzung statt. Für Dienstag habe ich den Personalrat eingeladen, mir ist vom ersten Tag an eine vertrauensvolle Zusammenarbeit wichtig.

Was überwiegt gegenwärtig: Vorfreude oder Nervosität?

Beides. Ich freue mich auf meinen ersten Arbeitstag am Montag.

Wird es personelle Veränderungen im Rathaus geben?

Grundlegende Veränderungen sind nicht geplant. Da, wo es notwendig ist, werden gegebenenfalls Anpassungen eingeleitet.

Sie vertrauen dem aktuellen Personal?

Ich finde eine hervorragende Verwaltungsstruktur vor und werde alle ermuntern, Verantwortung zu übernehmen und mich bei den künftigen Herausforderungen zu unterstützen.

Wie haben Sie sich auf das Bürgermeisteramt vorbereitet?

Ich habe die Zeit nach meiner Wahl intensiv genutzt, um mich in zahlreichen Seminaren und Lehrgängen auf mein Amt vorzubereiten. Darüber hinaus habe ich in vergleichbaren Städten hospitieren dürfen. Ich habe dabei sehr detaillierte Einblicke in die Arbeit eines Bürgermeisters erhalten.

Haben Sie auch den Kontakt zu ihrem Vorgänger Hermann Heldermann aufgenommen?

Ja, wir haben uns einmal getroffen. Es war ein sehr gutes und informatives Gespräch. Ich habe Hermann Heldermann als sehr kompetenten Bürgermeister kennengelernt.

Und warum glauben Sie, haben Sie die Wahl gewonnen?

Diese Frage müssten Sie eigentlich meinen Wählern stellen. Das Motto „Ein Gehrdener für Gehrden“ war sicherlich ein Kriterium. Gleichwohl hat uns alle der Wahlsieg überrascht. Aber ich sage auch: Demokratie lebt vom Wechsel.

Spüren Sie denn nun einen Druck?

Ich habe großen Respekt vor dieser Herausforderung. Mein Ziel ist es, in den nächsten Jahren alle Bürger zu überzeugen, dass sie sich auf mich verlassen können. Gemeinsam mit dem Rat und Verwaltung möchte ich meinen Teil dazu beitragen, Gehrden wettbewerbs- und zukunftsfähig zu gestalten - auf Grundlage einer soliden Haushaltspolitik! Da weiß ich große politische Mehrheiten hinter mir.

Das heißt auch mehr Bürgernähe und Bürgerbeteiligung?

Da ich in Gehrden lebe, wird man mich regelmäßig in der Stadt antreffen. Ich bin jederzeit ansprechbar und für Gespräche offen. Bürgerbeteiligung ist in Gehrden im Übrigen kein unbekanntes Thema. Ich erinnere beispielhaft im Zusammenhang mit der Innenstadtsanierung an den Sanierungsbeirat, aber auch an die öffentlich tagenden Fachausschüsse. Aber auch bei diesem Thema gilt es, offen zu sein für neue Ideen. Eine Überlegung könnte sein, ein Bürger-Panel aufzubauen. 100 Bürger aus den verschiedensten sozialen Schichten, Berufs- und Altersgruppen werden ausgewählt, die sich zu wichtigen Themen an repräsentativen Umfragen beteiligen, bevor das Thema politisch diskutiert wird. Damit kann frühzeitig die Meinung der Bürger eingeholt werden, vielleicht eine Vision für Gehrden. Ich werde das Gespräch hierzu mit den Fraktionen suchen.

Im Wahlkampf haben Sie einige wichtige Themen angesprochen. Unter anderem die Schulen. Welche Vorstellungen haben Sie konkret?

Die Sanierungen an MCG und Oberschule werden zügig fortgesetzt. Eine große Priorität hat natürlich die verlängerte Betreuungszeit im Primarbereich. Das will gut überlegt sein. Der erste Schritt ist mit der Elternbefragung gemacht worden, Konzepte zur Umsetzung sind in Arbeit. Mein Wunsch sind flexible Betreuungszeiten. Es ist ein komplexes Thema mit vielen Nuancen. Dieses Thema hat für mich große Priorität.

Wie sehen Sie die Zukunft der beiden Grundschulen?

Gehrden ist als Schulstandort hervorragend aufgestellt. Gymnasium, Oberschule und zwei Grundschulen tragen dazu maßgeblich bei. Ich setze mich unter den gegenwärtigen Voraussetzungen für den Erhalt aller Schulen ein.

Thema Wohnstandort?

Gehrden bietet alle Voraussetzungen für einen attraktiven Wohnstandort. Die Qualität gilt es zu erhalten und, wo es notwendig ist, auszubauen. Entscheidende Eckpfeiler sind Kinderbetreuung, Schulen und eine gute Infrastruktur.

Wird es weitere Wohngebiete geben?

Wir müssen zunächst abwarten, wie die Vermarktung des Baugebietes Großes Neddernholz verläuft. Die große Nachfrage ist Ausdruck der Beliebtheit Gehrdens als familienfreundlicher Wohnstandort. Grundsätzlich sind weitere Baugebiete nicht ausgeschlossen.

Thema Innenstadtsanierung?

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Für jedermann ist derzeit erkennbar, was sich im Rahmen der Innenstadtsanierung an Bautätigkeiten tut. Gehrden wird durch die geplanten Maßnahmen an Attraktivität gewinnen. Davon werden alle Bürger, die Gewerbetreibenden und die Besucher unserer Stadt profitieren.

Muss der Einzelhandel mehr unterstützt werden?

Es ist bemerkenswert, was in den vergangenen Wochen mit zwei verkaufsoffenen Sonntagen bewegt wurde. Ich habe mich sehr über die Aktionen der Geschäftsleute gefreut. Das ist die Art der Innenstadtbelebung, die wir brauchen. Selbstverständlich werden wir von Seiten der Stadt unterstützen, wo wir können.

Wirtschaftsförderung wird zur Chefsache?!

Ich stehe zu meiner Aussage. Gemeinsam mit der Ersten Stadträtin werde ich beraten, wie die Strukturen in der Verwaltung diesem Thema angepasst werden können. Aktionen der Gewerbetreibenden finden ausdrücklich meine Unterstützung. Darüber hinaus ist es mein Ziel, im nächsten Jahr eine Gewerbeschau zu veranstalten, damit sich Gehrdener Unternehmen präsentieren können.

Thema Asylbewerber?

Das ist nicht nur für Gehrden eine große Herausforderung. Hier haben auch wir unseren Beitrag zu leisten. Neue Unterkünfte am Bünteweg sind zurzeit die einzig realistische Alternative. Wichtig ist eine menschenwürdige Unterbringung.

Thema Integration?

Große Anerkennung für die Integrationsarbeit von Renate Möller. Allerdings stoßen wir mit unserer ehrenamtlichen Unterstützung an die zumutbaren Grenzen. Wir werden über die Einstellung eines Sozialarbeiters nachdenken müssen, um eine angemessene Betreuung zu gewährleisten.

Einige Kommunen haben jüngst ihre Steuern erhöht?

Haushaltskonsolidierung auf der einen, notwendige zukunftsfähige Investitionen auf der anderen Seite müssen ausgewogen in Einklang gebracht werden. Die weitere wirtschaftliche Entwicklung wird unter anderem ein wichtiger Gradmesser für künftige Gewerbesteuereinnahmen sein. Darüber hinaus tragen die Neubaugebiete wesentlich dazu bei, dass sich der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer verbessert. Beides sind entscheidende Voraussetzungen für eine solide Haushaltspolitik.

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