Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten So kam es zur Wasserknappheit im Sommer
Region Garbsen Nachrichten So kam es zur Wasserknappheit im Sommer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 26.09.2019
Stephan Schumüller vom Wasserverband Garbsen-Neustadt spricht vor den Mitgliedern des Rates in Garbsen. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen

Ende Juni hatte sich die Lage zugespitzt: Nach tagelanger Hitze und Trockenheit war der Trinkwasserverbrauch im Gebiet des Wasserverbands Garbsen-Neustadt (WVGN) dramatisch angestiegen. Höhepunkt war der 25. Juni, sagte Geschäftsführer Stefan Schumüller vor Politikern des Rates in Garbsen. Diese hatten ihn eingeladen, um über die Ursachen der akuten Wasserknappheit im Sommer zu berichten. „Der Verbrauch stieg auf mehr als 23.000 Kubikmeter an einem Tag. Das war das Allzeit-Maximum in den vergangenen 60 Jahren.“

115.000 Kunden von Verbot betroffen

Schon einen Tag zuvor hatte der WVGN versucht gegenzusteuern. In einer Bekanntmachung forderten die Verantwortlichen ihre Nutzer auf, sparsam mit dem Trinkwasser umzugehen. Betroffen waren rund 115.000 Menschen in Garbsen und Neustadt sowie in Teilen von Langenhagen, Seelze, Barsinghausen, der Wedemark und Wunstorf. Doch die Bitte brachte kaum Erfolg. „Wir haben gemerkt, dass Appelle einfach nicht mehr ausreichten“, sagte Schumüller.

Und deshalb entschieden sich die Verantwortlichen am 27. Juni zu einer drastischen Maßnahme, die weit über die Grenzen des Einzugsgebiets hinaus für reichlich Aufmerksamkeit sorgte: Sie sprachen ein Nutzungsverbot für Trinkwasser aus – zumindest für bestimmte Zwecke. So war es etwa verboten, die Pflanzen im Garten mit Trinkwasser zu gießen und das Auto zu waschen. Auch Pools durften während der Zeit nicht gefüllt werden.

So sieht das Gelände des Wasserverbands Garbsen-Neustadt im Stadtteil Auf der Horst aus. Quelle: Gerko Naumann

Versorgung geriet an die Grenzen

Das Verbot kam nicht bei jedem gut an, aber es zeigte Wirkung. „Die Verbrauchswerte zu den Spitzenzeiten sanken wieder“, sagte Schumüller. Anhand der Statistik ließ sich sogar ablesen, dass das vor allem am ausbleibenden Rasensprengen gelegen habe. Nach sechs Tagen hatte sich der Wasserstand in den Speicherbecken wieder so weit erholt, dass das Verbot aufgehoben werden konnte. Ohne diese Maßnahme wäre die Lage wohl noch schimmer geworden, sagte Schumüller. „Es war kurz davor, dass wir die Trinkwasserversorgung zumindest stundenweise nicht mehr aufrechterhalten konnten.“

Als Ursache hat der Wasserverband den „historisch hohen Verbrauch“ ausgemacht, sagt der Geschäftsführer. Statt wie üblich rund 18.000 Kubikmeter seien pro Tag mehr als 22.000 Kubikmeter Wasser durch die Leitungen zu den Kunden geflossen. Dazu kam, dass der WVGN nicht wie geplant Reserven von einem benachbarten Verband beziehen konnte. Dieser hatte wegen Sanierungsarbeiten selbst weniger Leitungen zur Verfügung – und fiel somit als Rettungsanker aus.

Klimawandel bringt Herausforderungen

Und wie wird die Wasserversorgung in Zukunft aussehen? Da warten einige große Herausforderungen auf die Verbände, räumte Schumüller ein. Im Einzugsgebiet steigen die Bevölkerungszahlen und damit auch der Verbrauch. Zudem bereiten die Auswirkungen des Klimawandels den Verantwortlichen Probleme. „Gerade bei längeren Hitzeperioden müssen wir in der Lage sein, in kleinen Zeiträumen große Mengen Wasser bereitzustellen.“

Um das zu gewährleisten, muss der Wasserverband Garbsen-Neustadt sein Leitungsnetz stetig erneuern, betonte Schumüller. Und das sind immerhin 900 Kilometer. Allein einen Meter Leitung zu sanieren koste allerdings schon 400 Euro. Für die Kunden bedeute das voraussichtlich steigende Kosten. Denn. Der Wasserpreis sei nun einmal die einzige Einnahmequelle für den Verband, sagte der Geschäftsführer. „Aufgrund der steigenden Aufgaben gehen wir davon aus, dass wir den Wasserpreis anheben müssen.“

Lesen Sie hier mehr zum Thema:

Wasser wird dramatisch knapp – Versorger schränkt Nutzung ein

So reagiert Garbsen auf den dramatischen Wassermangel

Wasserverband: Keine Entwarnung bei Trinkwasser-Knappheit

Wasserverband hebt Verbote für den Trinkwasserverbrauch auf

Von Gerko Naumann

Sie entwickeln und verkaufen Sportlernahrung für ganz Deutschland: Die Garbsener Matthias Milek und Gabriela Hoppe mit ihrem Start-up Maxxprosion. Seit diesem Jahr ist die Firma an der Molkereistraße in Osterwald auch offizieller Partner des Hannover Marathon.

25.09.2019

Die Dachkonstruktion der Priebe-Halle in Osterwald kann wie geplant saniert werden. Der Rat der Stadt Garbsen hat einstimmig dafür gestimmt, 135.000 Euro für die aufwendige Reparatur bereitzustellen.

25.09.2019

Von Freitag, 27., bis Sonntag, 29. September, wird in Frielingen das Erntefest gefeiert. Dazu laden die Schützen ein. Der diesjährige Erntewagen steht unter dem Thema „Bienen für Frielingen“.

25.09.2019