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Nachrichten Messerattacke: Prozess wegen versuchter Tötung
Region Garbsen Nachrichten Messerattacke: Prozess wegen versuchter Tötung
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00:19 27.08.2018
Am Stadtbahnendpunkt Planetenring hat sich das Verbrechen abgespielt. Quelle: Foto: Heidrich (Archiv)
Auf der Horst

Die Bilder vom Tatort zeigen das Ausmaß der Gewalt. Auf den Aufnahmen der Ermittler sind mehrere große Blutlachen auf dem Boden zu sehen. Entstanden sind sie dort, wo sich am 10. März gegen 18.45 Uhr viele Menschen aufgehalten haben, weil sie auf ihren Bus oder ihre Bahn gewartet haben: Am Endhaltepunkt Planetenring im Stadtteil Auf der Horst. Dort soll ein heute 34-jähriger Garbsener mit mehreren Messerstichen von zwei Männern lebensgefährlich verletzt worden sein.

Opfer und Täter stritten offenbar um Geld

Seit Freitag muss sich einer der mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht Hannover verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm versuchte Tötung und den Handel mit Drogen vor. Er soll dem späteren Opfer einige Zeit vor der Tat ein halbes Kilogramm Marihuana zum Preis von 3000 Euro verkauft haben. Offenbar gab es Streit um die Bezahlung. Schon einen Tag vor der Tat am Planetenring sollen die beiden Männer aneinander geraten sein. Dabei wurde der 23-Jährige, der jetzt auf der Anklagebank sitzt, selbst mit einem Messer verletzt.

Offenbar aus „Wut und Rache“, so steht es in der Anklageschrift, soll er den 34-Jährigen am 10. März mit einem Komplizen am Bahnsteig überfallen haben. Nach Ermittlungen der Staatsanwaltschaft schlugen beide Männer zunächst auf ihr Opfer ein und traten nach, als der Mann am Boden lag. Dann soll einer der beiden ein Messer gezogen und mehrfach zugestochen haben. Der Garbsener erlitt lebensgefährliche Stichwunden am Bauch, an der Schulter und im Gesicht. Der Angeklagte soll während des Gewaltausbruchs die Worte „Ich töte Dich“ gerufen haben.

Angeklagter und Opfer schweigen vor Gericht

Einige Tage nach der Tat wurde der 23-Jährige in seiner Wohnung in Garbsen festgenommen. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft und schweigt zu den Vorwürfen. So auch am Freitag beim Prozessbeginn. Auch das Oper wollte sich bisher nicht äußern. Der Mann ließ über seinen Nebenklage-Anwalt mitteilen, dass er seine Aussage verweigere, weil gegen ihn selbst wegen des Drogenhandels ermittelt werde.

Das Schwurgericht um den Vorsitzenden Richter Wolfgang Rosenbusch ist also auf die Aussage von Zeugen angewiesen. Dazu gehört auch ein 14-jähriges Mädchen aus Garbsen, das sich an besagtem Abend mit Freunden an der Haltestelle aufgehalten hatte. Sie schilderte, dass zwei Männer gezielt und wortlos auf das Opfer zugegangen seien und sofort auf den Mann eingeschlagen hätten. Wenig später seien sie durch eine überbaute Hofeinfahrt in das Quartier Auf der Horst geflüchtet.

Ein 17-Jähriger gab an, dass er die Täter sogar noch verfolgt und ihnen etwas zugerufen habe. Anschließend kümmerte er sich um den Verletzten und legte sein Unterhemd auf dessen Wunden, um den Blutverlust zu stoppen. Wenige Minuten später trafen Polizisten aus Garbsen und ein Rettungswagen am Tatort ein. Der 34-Jährige wurde in ein Krankenhaus gebracht und überlebte.

23-Jährigem drohen mehrere Jahre Haft

Sollte der 23-Jährige wegen versuchter Tötung verurteilt werden, droht ihm eine mehrjährige Haftstrafe. Der Prozess wird am nächsten Freitag fortgesetzt, dann sollen unter anderem die Polizisten als Zeugen gehört werden, die als erste am Tatort waren.

Nach dem Gewaltverbrechen hatten in Garbsen viele Menschen über die Sicherheit an öffentlichen Plätzen diskutiert. Auf der Facebook-Seite der HAZ Garbsen forderten Leser unter anderem mehr Polizeipräsenz und eine Videoüberwachung.

Von Gerko Naumann

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