Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten So schützt Ursula Lüddecke aus Horst Fledermäuse
Region Garbsen Nachrichten So schützt Ursula Lüddecke aus Horst Fledermäuse
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 21.08.2019
Dagmar Strube (rechts) und Ursula Lüddecke zeigen das Fledermausquartier in einer Spalte am Garagendach. Quelle: Jutta Grätz
Horst

Zunächst bemerkte Ursula Lüdecke aus Horst nur seltsame Geräusche an ihrem Garagentor. „Und ziemlich viel Kot, so groß wie Mäuseköttel“, sagt die 77-Jährige. Als dann noch bei anbrechender Dunkelheit ein dunkler Schatten völlig lautlos und sehr schnell um ihren Kopf herumflatterte, griff die Seniorin zum Telefonhörer. „Könnten das Fledermäuse sein?“, fragte sie Dagmar Strube, Fledermaus-Regionalbetreuerin vom Nabu in Garbsen. „Eigentlich wollte ich die Tiere weghaben“, erinnert sich Lüddecke.

Strube kam vorbei, suchte vorsichtig mit einem Detektor und Taschenlampe und entdeckte die Flattermänner: Wasserfledermäuse hatten sich in einer nur fingerbreiten Spalte am Garagendach ein Quartier eingerichtet. „Diese Fledermausart ist sehr selten“, erklärte Strube der Horsterin. Und dies sei das einzige in Garbsen bekannte Quartier für diese Fledermausart. Die Fledermäuse durften bleiben. Das war im Jahr 2009. Nun ist Lüddecke von Nabu ausgezeichnet worden: für ihr zehnjähriges Engagement für ein fledermausfreundliches Haus. Jährlich nutzen die Fledermäuse den Platz als „Wochenstube“ – und gebären dort ihre Jungen. Allein in diesem Jahr hat Strube 22 Wasserfledermäuse in dem Quartier am Ortsausgang von Horst gezählt, davon acht Jungtiere.

Jungtier fällt aus dem Quartier

Lüddecke habe sich vorbildlich zum Schutz der unter Artenschutz stehenden Fledermäuse eingesetzt, lobte Strube. Mal informiere sie den Nabu, wenn die Tiere im Frühsommer ihr Quartier bezogen haben, mal übernehme sie das Zählen. „Und Frau Lüddecke meldet sich sofort bei uns, wenn es irgendetwas Auffälliges gibt“, so Strube. So wie vor einiger Zeit, als ein Jungtier aus dem Quartier gefallen war. „Frau Strube kam sofort mit einem Notfallkoffer, hat das völlig ausgetrocknete Tier versorgt und zu Hause mit einer Pipette wieder aufgepäppelt“, sagte Lüddecke.

Auch Lüddeckes Sorge um das Mauerwerk ihres Hauses blieb unbegründet. „Fledermäuse suchen sich grundsätzlich bereits vorhandene kleine Hohlräume, ohne das Dach oder Mauerwerk zu beschädigen“, sagt die ehrenamtliche Regionalbetreuerin. „Selbst ihr Kot zerfällt nach kurzer Zeit zu Staub.“ Und Fledermäuse seien sehr nützliche Tiere: „Eine Wasserfledermaus frisst in nur einer Nacht mindestens 4000 Mücken.“

Nabu organisiert Batnight am 30. August

Strube selbst setzt sich seit mehr als zwölf Jahren für den Fledermausschutz in Garbsen und Umgebung ein. Allein in Garbsen hat sie 14 Fledermausarten erfasst, niedersachsenweit sind 19 bekannt. Einige sind möglicherweise bei der sogenannten Batnight im Stadtpark zu sehen. Der Nabu organisiert die Exkursion am Freitag, 30. August. Start ist um 19.45 Uhr am Stadtpark-Eingang am Kastendamm, Ecke Berenbosteler Straße. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Die Veranstaltung ist für Kinder in Begleitung eines Erwachsenen gut geeignet. Jeder Besucher darf mit den Fledermaus-Detektoren versuchen, Rufe der Tiere hörbar zu machen.

Von Jutta Grätz

Um dem verstorbenen Garbsener Wissenschaftler Heinz Haferkamp ein Denkmal zu setzen, hat der Ortsrat Garbsen beschlossen, Teile der Havelser Straße umzubenennen. Die Entscheidung geht auf einen Antrag der CDU/FDP-Gruppe zurück.

21.08.2019

Stadtbaurat Frank Hauke ist offenbar wieder gesund. Nach einem halben Jahr erschien er am Montag erstmals wieder in seinem Büro im Rathaus Garbsen. Doch der Arbeitstag endete schon kurz darauf.

20.08.2019

Auf der Fläche zwischen Europaallee und Meyenfelder Straße haben in Garbsen-Mitte die Bauarbeiten für die Erschließung des neuen Wohnbaugebiets begonnen. Ab Sommer 2020 sollen dort 240 Wohnungen entstehen.

20.08.2019