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Region Garbsen Nachrichten IGS-Neubau: Politiker fordern neues Gutachten
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00:19 21.10.2018
Hans-Jürgen Menzel (links hinten) von der Stadt Garbsen zählt die Mängel am Gebäude der IGS Garbsen auf. Quelle: Gerko Naumann
Garbsen-Mitte

 Auf den ersten Blick schien die Meinung der Mehrheit der Garbsener Politiker eindeutig festzustehen: Das Gebäude der IGS Garbsen ist so marode, dass ein Neubau unausweichlich ist. Aufgrund der zu erwartenden Kosten von rund 75 Millionen Euro haben sich die Verantwortlichen des Ortsrats Garbsen und des Schulausschusses bei einer gemeinsamen Sitzung am Mittwochabend aber mehr Zeit für ihre Entscheidung erbeten. Sie fordern ein weiteres Gutachten darüber, was eine Sanierung als Alternative tatsächlich kosten würde.

Diskussion dauert fast zwei Stunden

Diese Entscheidung geht auf einen Antrag der CDU/FDP-Gruppe und der Grünen im Rat zurück. Darin fordern die Parteien, dass die Verwaltung Informationen über die „Sanierungsmöglichkeiten und ihre Kosten“ einholt. Das zu beauftragende Büro soll möglichst „zeitnah“ liefern, maximal 100.000 Euro bekommen und „frei von jeglicher bisheriger Bindung zur Stadt Garbsen“ sein. Diesem Antrag schlossen sich die anderen Parteien nach einer fast zweistündigen Diskussion mit großer Mehrheit an.

Sanierung oder Neubau? Das Gebäude der IGS Garbsen ist marode. Quelle: Gerko Naumann

Zuvor hatte Fachbereichsleiter Hans-Jürgen Menzel von der Stadt Garbsen noch einmal dargestellt, wie schlecht der Zustand des IGS-Gebäudes nach Ansicht der Experten ist. Beim Brandschutz gebe es Mängel, die sogar schon beim Bau der Schule in den Siebzigerjahren so nicht hätten passieren dürfen. Kabel seien etwa teilweise so verlegt worden, dass sich ein Feuer im Brandfall schnell ausbreiten könne. Auch die Fassade sei marode, außerdem entspreche die Statik nicht mehr den gesetzlich geforderten Ansprüchen. Deshalb sei die Verwaltung der Meinung, dass ein Neubau die einzig vernünftige Lösung sei. „Sie können sicher sein, dass wir aufgrund solch hoher Summen auch nicht ruhig schlafen. Aber wir haben uns die Empfehlung für einen Neubau nicht leicht gemacht“, betonte Menzel. Seiner Ansicht nach würde eine nachhaltige Sanierung ebenfalls mindestens 50 Millionen Euro kosten.

CDU will zweite Meinung hören

Genau das will die CDU von einem unabhängigen Gutachter überprüfen lassen. Gunther Koch betonte, dass seine Fraktion Menzel als Fachmann mit hoher Kompetenz schätze. „Aber in diesem Fall wollen wir eine zweite Meinung hören.“ Als ehrenamtlicher Lokalpolitiker wolle er sich im Nachhinein nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, leichtfertig über eine derart hohe Investition entschieden zu haben.

Die Mitglieder des Schulausschusses in Garbsen sehen sich im Johannes-Kepler-Gymnasium um. Quelle: Gerko Naumann

Dem schloss sich Wilfried Aick (SPD) an. Bei einer derart weitreichenden Entscheidung müsse der Grundsatz „Gründlichkeit vor Schnelligkeit“ gelten. Aick wies aber auch darauf hin, dass der Unterhalt der Schulgebäude für die Stadt als Träger eine Pflichtaufgabe ist. Außerdem würden durch eine mögliche Sanierung am Gebäude mutmaßlich Generationen von Schülern mit Baulärm leben müssen.

Was passiert mit den anderen Schulen?

Als Lehrervertreter im Ausschuss brachte Bernd Boeck die Bedenken der Verantwortlichen der anderen Schulen in Garbsen vor. Er sei über die geplante Summe erschrocken gewesen und hoffe nun, dass „die anderen Schulen künftig nicht darunter leiden müssen.“ Sollte es zum Neubau kommen, müsste das pädagogische Konzept im Vordergrund stehen, sagte Boeck – und schloss sich damit einer Forderung von IGS-Schulleiter Andreas Hadaschik an.

Bürgermeister Christian Grahl äußerte Verständnis dafür, dass die Politiker noch Informationsbedarf haben. „Es kommt nicht aufs Tempo an, sondern darauf, dass am Ende alle das Gefühl haben, die richtige Entscheidung zu treffen“, sagte er.

Info: Alle bisherigen Gutachten zum Zustand der IGS Garbsen können Interessierte im Rats- und Informationssystem (RIS) im Internet auf www.garbsen.de nachlesen.

SPD schlägt privaten Investor vor

Sollte es zu einem Neubau der IGS kommen, will die SPD in Garbsen neue Wege gehen. Die Sozialdemokraten haben einen Antrag formuliert, in dem sie das Thema Public Private Partnership ins Gespräch bringen. Das bedeutet: Ein privater Investor könnte das neue Schulgebäude bauen und der Stadt im Rahmen eines Leasingvertrages oder Mietkaufes zur Verfügung stellen.

Die Vorteile eines solchen Finanzierungsmodells liegen für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Martin Fochler auf der Hand: „Unser Haushalt wäre nicht für die nächsten 20 Jahre blockiert.“ Die Stadt müsste sich, so Fochler, nicht derart verschulden, dass andere Investitionen verhindert würden. Denn: „Die SPD lehnt Steuererhöhungen oder die Streichung freiwilliger Leistungen ab.“

Die Stadt soll nun prüfen, ob diese Art der Finanzierung eines IGS-Neubaus möglich wäre. Die SPD-Spitze habe bereits erste Gespräche mit möglichen Investoren geführt, die Interesse signalisiert hätten, berichtet Fochler. Bei den Planungen eines Neubaus müsste sich dieser natürlich am Bedarf der Pädagogen orientieren, also etwa an die Anforderungen für die Inklusion und digitale Bildung, teilen die Sozialdemokraten mit.

Von Gerko Naumann

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