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Region Garbsen Nachrichten Viele Fehlalarme belasten die Feuerwehr
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15:17 21.09.2018
Zuletzt musste die Feuerwehr häufig wegen Fehlalarmen ausrücken - wie hier in Altgarbsen. Quelle: Gerko Naumann
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Garbsen

 Zum Ende einer ungewöhnlich anstrengenden Woche für die Feuerwehr Garbsen schlägt deren Ortsbrandmeister Thomas Cremer ausnahmsweise mal selbst Alarm. „Unsere Leute gehen auf dem Zahnfleisch“, sagt er und meint damit die Belastung durch zahlreiche Einsätze wegen Fehlalarmen in den vergangenen Tagen.

Stefan Müller (links) ist Sprecher der Feuerwehren in Garbsen. Quelle: Gerko Naumann

Der Garbsener Stadtfeuerwehrsprecher Stefan Müller hat sich die Mühe gemacht, die einzelnen Vorkommnisse aufzulisten. Er zählt innerhalb weniger Tage allein sieben Fälle, in denen die Brandmeldeanlagen in Alten- und Pflegeeinrichtungen beziehungsweise Gewerbebetrieben Alarm ausgelöst haben – jeweils stellte sich vor Ort heraus, dass es sich um einen technischen Defekt handelte. Dazu kommen noch weitere zusätzliche Einsätze, etwa die Rettung einer verletzten Taube auf dem Gelände des Campus Maschinenbau und ein angebranntes Essen in einer Wohnung im Stadtteil Auf der Horst.

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Ortsbrandmeister Thomas Cremer (rechts) mit seinem Berenbosteler Kollegen Ingo Reckziegel. Quelle: Gerko Naumann

Ortsbrandmeister Cremer betont, dass es ihm nicht darum geht, einzelne Betriebe an den Pranger zu stellen. Er fordert aber grundsätzlich von allen Gewerbetreibenden in Garbsen, deren Einrichtungen über eine Brandmeldeanlage verfügen, diese regelmäßig gemäß der vorgegebenen Fristen warten zu lassen. „Es ist sehr ärgerlich für uns als Freiwillige Feuerwehr, wenn wir ausrücken müssen, weil jemand die Wartung nicht erledigt hat“, sagt Cremer.

Jeder Alarm wird ernst genommen

Denn für die Helfer gilt: Jeder Alarm einer solcher Anlage wird mit dem gleichen Ernst abgearbeitet. Gerade bei Einrichtungen wie Altenheimen bedeutet das personell einen großen Aufwand. „Dort leben viele Menschen, die nicht mobil sind. Im Ernstfall wäre das eine sehr sensible Lage“, erklärt der Ortsbrandmeister. Deshalb rücken die Ehrenamtlichen jedes Mal mit mehreren Fahrzeugen an, darunter auch die Drehleiter. Die Kosten für Einsätze bei Fehlalarmen können sich so schnell auf mehrere Hundert Euro summieren. Zahlen müssen die Verursacher, also die Eigentümer der Brandmeldeanlagen. „So ist es unserer Satzung festgelegt“, sagt Cremer.

Die Pieper holen die Feuerwehrleute aus dem Schlaf. Quelle: Gerko Naumann

Das hilft den freiwilligen Feuerwehrleuten aber nur wenig. Sie werden bei jedem Einsatz nachts von ihren Piepern aus dem Schlaf geklingelt oder müssen tagsüber kurzfristig ihren Arbeitsplatz oder ihre Familien verlassen. Bei so vielen Fehlalarmen wie in den vergangenen Tagen sorgt das für kritische Nachfragen. „Und irgendwann sagt ein Arbeitgeber dann vielleicht mal: Jetzt reicht es“, befürchtet Cremer.

Zuletzt musste die Feuerwehr häufig wegen Fehlalarmen ausrücken - wie hier in Altgarbsen. Quelle: Gerko Naumann

Von Gerko Naumann