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Region Garbsen Nachrichten Das sagen Stadt, Bürgerinitiative und Nabu zu Südlink
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00:19 22.06.2019
Die Südlink-Planung sieht bis zu acht Rohrleitungen in zwei Metern Tiefe vor. Gegner befürchten eine erhebliche Erderwärmung und negative Folgen für Natur und Landwirtschaft. Quelle: Markus Holz (Archiv)
Garbsen

Die Stadtverwaltung, die Bürgerinitiative (BI) Garbsen gegen Südlink und der Nabu Garbsen bereiten derzeit umfangreiche Stellungnahmen zur geplanten Stromtrasse Südlink vor. Sie werden an die Bundesnetzagentur geschickt. Bis zum 12. Juli können betroffene Kommunen und Anwohner sowie Umweltinitiativen Einwände und Bedenken sammeln. So sieht es das Verfahren vor, das die Öffentlichkeit beteiligt. „Jede Person und anerkannte Umweltvereinigung, die vom Trassenverlauf berührt ist, kann sich zu den beabsichtigten Korridoren bis zum 12. Juli äußern“, heißt es von der Stadt. Die Einwände können per Post und digital versendet werden. Die Postadresse lautet: Bundesnetzagentur, Referat 804, Postfach 8001, 53105 Bonn. Auch eine Online-Stellungnahme ist möglich.

Die Stadt Garbsen lehne den Verlauf des Vorhabens Garbsen durch das Stadtgebiet ab, heißt es im Entwurf der Stellungnahme der Stadtverwaltung. „Die Trasse durchschneidet den Siedlungsraum und beeinträchtigt die weitere Stadtentwicklung der Stadt entscheidend“, schreibt Garbsens Bürgermeister Christian Grahl. Durch den Flughafen Hannover, der Fliegerhorst Wunstorf, die A2, die B6 und der Mittellandkanal sei Garbsen schon dauerhaft hohen Belastungen ausgesetzt. „Weitere Beeinträchtigungen sind für die Stadt nicht hinnehmbar“, so Grahl.

Negative Folgen für Wirtschaft, Natur und Landwirtschaft

Insbesondere geplante Wohnbauvorhaben, darunter in Horst und Frielingen, seien vom Trassenverlauf betroffen. „Die Realisierung der Wohnbauflächen ist für Garbsen wegen der angespannten Lage auf dem Wohnungsmarkt von immenser Bedeutung“, schreibt Grahl. Die Trasse schränke die Planungshoheit der Stadt ein. Gleichzeitig kritisiert die Stadt detailliert die negativen Folgen für Wirtschaft, Natur und Landwirtschaft. Zuletzt haben mehr als 300 Garbsener gegen die geplante Trasse protestiert.

Mehr Transparenz zum geplanten Trassenverlauf fordert auch Angela Thimian-Milz von der BI. Die neue Planung führe bei vielen Akteuren und Betroffenen zu Unsicherheiten und Spekulationen. „Wir wollen weder eine östliche noch eine westliche Variante an Hannover vorbei, wir sehen den Südlink als überflüssig an“, sagt Thimian-Milz. „Es gibt mittlerweile alternative Techniken.“ Die Mitglieder der BI befürchten auch erhebliche Erhöhungen des Strompreises zwischen 12 und 200 Prozent.

Die Gegner der Stromtrasse sorgen sich vor allem um eine Erwärmung des Bodens durch die bis zu acht Rohrleitungen in zwei Metern Tiefe . Das sei ein großer Einschnitt in die Natur mit Folgen auch für die Landwirtschaft. „Die gesundheitlichen Folgen für Mensch und Tier sind nicht absehbar“, sagt Thimian-Milz. Eine Langzeitstudie zu den Auswirkungen sei auf sechs Jahre angelegt – sie laufe bis 2026. Und der Südlink bedrohe Existenzen, darunter einen Biohof und ein Gartenbaubetrieb. Anwohner fürchteten zudem den Wertverlust ihrer Immobilien. Ein Hausverkauf sei schon geplatzt – wegen der geplanten Trasse.

Angela Thimian-Milz von der Bürgerinitiative Garbsen gegen Südlink fordert mehr Transparenz zur Bewertung des Trassenverlaufs. Quelle: Jutta Grätz

Nabu kritisiert Einsatz von Polymeren

Auch der Nabu Garbsen erläutert detailliert die Naturschutzgebiete, die von der Trasse betroffen wären. Der Vorsitzende Waldemar Wachtel weist zudem auf die nicht geklärten Folgen der sogenannten HDD-Bohrungen hin, die unter der Leine, dem Golfplatz und vielen geschützten Landschaftsteilen wie Gewässern und Wäldern vorgenommen werden sollen. Gerade in der Nähe von Gewässern könnten leicht Löcher im Material entstehen und sich chemische Stoffe mit dem Wasser mischen. „Über die Folgen für Fische und andere Lebewesen gibt es keine wissenschaftlichen Studien.“

Garbsener Politiker beraten zu Südlink

Die Garbsener Ortsräte und anschließend der Stadtrat tagen in Sondersitzungen zur Beteiligung der Öffentlichkeit zum Thema Südlink. Zum Auftakt trifft sich der Ortsrat Berenbostel am Dienstag, 25. Juni, um 18 Uhr im Globotel, Porschestraße 8. Am gleichen Tag tag der Ortsrat Osterwald. Beginn ist um 19 Uhr im Hotel Körber, Hauptstraße 182. Ebenfalls am Dienstag, 25. Juni, trifft sich der Ortsrat Horst um 20 Uhr im Restaurant Mykonos, Ottternhägener Straße 2.

Der Ortsrat Garbsen tagt gemeinsam mit dem Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung am Mittwoch, 26. Juni, ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Der Rat der Stat Garbsen kommt am Mittwoch, 26. Juni, ab 19.15 Uhr im Ratssaal zusammen.

Weitere Informationen zu Stromtrasse und Beteiligung erhalten die Garbsener im dritten Stock des Rathauses vor Raum A.3.06. Fragen können auch direkt an das Team der Stadtplanung im Rathaus gerichtet werden, etwa per E-Mail an stadtplanung@garbsen.de. jgz

Von Jutta Grätz

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