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Region Garbsen Nachrichten Südamerikanerinnen sind zu Gast in Garbsen
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00:16 16.02.2019
Kevyla Vilanova aus Brasilien (rechts) und die Argentinierin Nazarena Canales sind derzeit in Deutschland. Der Garbsener Mats Krug will nach Taiwan oder Malaysia. Quelle: Linda Tonn
Frielingen

Als Nazarena Canales vor sechs Monaten aus dem argentinischen Mendoza nach Deutschland kam, konnte sie zwei Worte: „hallo“ und „danke“. Und sie wusste: „Diese Sprache ist ziemlich kompliziert.“ Mittlerweile kann sie fast mühelos von ihren Erfahrungen berichten, von sozialen Projekten mit Prothesen aus dem 3D-Drucker erzählen und dem Physikunterricht an der IGS folgen. Die 18-jährige Canales ist eine von zwei Austauschschülerinnen, die mit dem Jugenddienst von Rotary derzeit die Region kennenlernen. Kevyla Vitoria Vilanova hat die brasilianische Millionenstadt São Luís für ein Jahr gegen das Dorfleben in Mellendorf eingetauscht. „Mit dem Fahrrad oder Bus zur Schule zu fahren ist in Brasilien undenkbar“, sagt sie. Auf dem niedersächsischen Land sei das gar kein Problem.

30 Schüler in 13 Jahren

„Bis kurz vor dem Austausch wissen die Schüler gar nicht genau, in welches Land sie kommen“, erklärt Holger Böttger, der beim Rotary Club Garbsen-Wunstorf für den Austausch der Jugendlichen zuständig ist. Seit der Gründung des Klubs im Jahr 2006 haben etwa 30 Schüler mit dem Programm ein Jahr in Deutschland oder im Ausland verbracht. Mit ihrer Bewerbung geben sie drei Wunschländer an, die Verantwortlichen wählen das passende Land für sie aus. Jede Familie, die ihr Kind ins Ausland schickt, bekommt im Gegenzug einen Gastschüler für einige Monate. Alle drei Monate wechseln die Austauschschüler ihr Quartier, bleiben aber in einer Stadt. „Meine Schwester war auch schon in Deutschland“, erzählt Canales, die die elfte Klasse der IGS besucht. Ihre Berichte hätten sie neugierig gemacht. Ihr Fazit nach einem halben Jahr: „Ich lerne nicht nur die Sprache und Kultur kennen, sondern erfahre auch, was es heißt auf mich allein gestellt zu sein“, sagt die 18-Jährige. Das sei häufig gar nicht so einfach, aber irgendwie schaffe man es immer und sei dann ganz besonders stolz.

Kontakt zu anderen Austauschschülern

Nie hätte sie gedacht, dass sie so schnell in Deutschland ein Praktikum machen könne, sagt die Brasilianerin Vilanova. Als ihre Mitschüler in der elften Klasse einen Praktikumsplatz suchten, klopfte sie einfach mal bei den Kindergärten an – und hatte Erfolg. Ein Mal im Monat unternehmen die beiden etwas mit den anderen knapp 70 Jugendlichen aus aller Welt, die Rotary zwischen Lüneburg und Halle betreut. „Wir knüpfen Kontakte in die verschiedensten Länder“, sagt Canales. In Garbsen kennt sich die Argentinierin schon gut aus, zur Schule fährt sie mit dem Bus, bei wärmeren Wetter ist sie gerne am Blauen See. „Garbsen ist ein schöne Stadt“, sagt sie. „Es ist hier ganz anders als in Argentinien, es gibt viel Natur uns Grün. Die Kuh steht direkt neben Amazon, das ist schon besonders.“

Der 16-jährige Mats Krug fiebert derzeit noch auf sein Austauschjahr hin. Ab Sommer wird der Garbsener elf Monate bei einer Familie entweder in Taiwan oder Malaysia verbringen. Auch in seine Familie wird ein Austauschschüler kommen. „Mir war es nicht wichtig, in ein spezielles Land zu kommen“, sagt er. Deshalb passe das Rotary-Programm gut. „Ich will eine komplett neue Kultur kennenlernen und bin gespannt.“

Info: Wer mit Rotary ein Jahr im Ausland verbringen möchte, muss nicht Mitglied in einem Klub sein. Der Aufenthalt kostet bis zu 2000 Euro, die Schüler müssen zwischen 16 und 18 Jahren alt sein. Weitere Informationen gibt es auf der Seite des Klubs Garbsen-Wunstorf.

Von Linda Tonn

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