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Region Garbsen Nachrichten Unwirtschaftlich: Stadtteilhaus in Altgarbsen stellt Mittagstisch ein
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19:21 08.08.2019
Das Stadtteilhaus in Altgarbsen bot seit Mitte 2018 immer dienstags einen offenen Mittagstisch an. Quelle: Jutta Grätz (Archiv)
Altgarbsen

Ab sofort bleibt die Küche kalt im Nachbarschaftszentrum des neuen Stadtteilhauses: Die Einrichtung an der Beethovenstraße stellt ihren offenen Mittagstisch ein. Seit Mitte 2018 hatten dafür jeweils dienstags drei Ehrenamtliche für wöchentlich rund 30 Bewohner und Besucher aus ganz Garbsen gekocht. Für 4 Euro bekamen sie dort ein warmes Gericht. Das im Februar 2018 eröffnete Stadtteilhaus ist als Nachbarschaftszentrum, Einrichtung mit Pflegeanschluss und Wohnort für Ältere konzipiert. Träger ist das Evangelische Johannesstift.

Für Bewohner, Ehrenamtliche und Essensgäste kam die Nachricht überraschend. „Wir sind sehr betroffen, dass das Angebot eingestellt wird“, sagte Monika Kripzak aus Altgarbsen. „Der Mittagstisch war viel mehr als eine Essensrunde, er war ein Treffpunkt hier im Stadtteil – zum Genießen und zum Lachen.“ Einige der Ehrenamtlichen hätten sich spontan bereit erklärt, das Angebot fortzuführen, das sei aber wohl nicht gewünscht, sagte Kripzak. Ebenfalls enttäuscht ist ein Bewohner der Einrichtung, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. „Ich habe den Mittagstisch gern und oft genutzt“, sagte er. „Da herrschte eine ganz besondere Atmosphäre.“

Monika Kripzak aus Altgarbsen ist enttäuscht, dass der Mittagstisch im Nachbarschaftszentrum ab sofort eingestellt wird. Quelle: Holger Bahl

„Die Gründe für das Einstellen des Mittagstischs sind wirtschaftliche und personelle“, sagte Wolfgang Rohleder, seit Juli 2018 Geschäftsführer des Evangelischen Johannesstifts, auf Nachfrage. Er war eigens aus Berlin angereist, um die Beteiligten persönlich zu informieren. Der Mittagstisch sei mit einem jährlichen Kostenaufwand von 60000 Euro und gleichzeitig quasi keinen Erträgen finanziell nicht vertretbar. „Ein Mittagessen kostet uns 42 Euro“, sagte Rohleder. Wie sich diese Zahl zusammensetzt, erläuterte er nicht.

Geschäftsführer überdenkt Konzept

„Für uns kam diese Entscheidung auch sehr abrupt“, sagte Rohleder. „Die Koordinatorin des Stadtteilhauses, Johanna Sandersfeld, hat uns Anfang Juli informiert, dass sie beabsichtigt, früher in den Ruhestand zu gehen als bisher geplant.“ Das sei für die Geschäftsführung Anlass gewesen, das Konzept der Einrichtung zu überdenken. Rohleder ist Nachfolger von Wilfried Wesemann, der das Stadtteilhaus seit den Anfängen der Planung begleitet hat. Man wolle einen sozialen Mittelpunkt in Altgarbsen schaffen, sagte Wesemann im Februar 2018 bei der Einweihung des Stadtteilhauses.

Die Idee des Nachbarschaftszentrums als Treffpunkt sei bisher nicht aufgegangen, sagte Rohleder. Es hätten in den vergangenen Monaten nur wenige Gruppen und Besucher den Weg ins Stadtteilhaus gefunden und beispielsweise kulturelle oder soziale Angebote initiiert. „Nach eineinhalb Jahren haben wir festgestellt, dass sich gar nichts rührt – obwohl Frau Sandersfeld nach Kräften darum geworben hat“, sagte er.

Einrichtung ist nicht ausgelastet

Dazu, wie sich die gesamte Einrichtung mit dem Konzept von drei barrierefreien Wohnungen und von ambulant betreuten Wohngemeinschaften entwickle, könne er noch nichts sagen, so Rohleder. In den vier Wohngemeinschaften mit je zwölf Personen können die Bewohner trotz Pflegebedürftigkeit selbstständig leben. „Wir sind mit 30 von 48 Plätzen noch nicht voll belegt“, sagte er. Die wirtschaftliche Situation sei derzeit nicht ausgeglichen, sondern angespannt, so der Geschäftsführer. „Das neue Angebot braucht noch Zeit, bekannt zu werden und sich zu etablieren.“

Drei Ehrenamtliche bekochten die rund 30 Essensgäste beim offenen Mittagstisch im Stadtteilhaus in Altgarbsen. Quelle: Jutta Grätz (Archiv)

Von Jutta Grätz

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