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Nachrichten Stelinger Deponien werden nicht ausgekoffert
Region Garbsen Nachrichten Stelinger Deponien werden nicht ausgekoffert
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00:15 25.03.2019
Die Altlasten in der Deponie Hohler Weg werden mit einer neuen Schicht Mutterboden abgedeckt. Quelle: Markus Holz
Stelingen

Die Region Hannover hat entschieden, die beiden alten Industrie- und Hausmülldeponien in Stelingen nicht auszubaggern. Die Altlasten bleiben, wo sie sind und werden beobachtet. Nach Einschätzung der Region ist eine Bodensanierung nicht gerechtfertigt. Die Region hat die Suche nach Beweisen gegen die Verursacher ergebnislos eingestellt.

Bitte übersetzen

Gutachter zweier Fachfirmen und Vertreter des Teams Umwelt bei der Region Hannover haben am Mittwochabend bekannte und neue Ergebnisse ihrer Untersuchungen vorgestellt. Zuhörer waren der Ortsrat Berenbostel-Stelingen, rund 30 Anwohner und der Fachausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung. Nach dem gut einstündigen Vortrag über Giftstoffe, Mikrogramm-Konzentrationen und Maßnahmewerte konnte sich Bürgermeister Christian Grahl die freundliche Bemerkung nicht kneifen: „Das scheinen mir wissenschaftlich saubere Analysen zu sein. Aber die Region ist bestimmt in der Lage, uns die wichtigsten Ergebnisse verständlich zu übersetzen.“ Ist sie, die Übersetzung kommt.

Neuer Mutterboden als Schutzschicht

Die Region untersucht seit 2015 zwei Altlasten, die Deponie Hohler Weg (16.000 Quadratmeter) und Deponie Sander (68.500 Quadratmeter). Beide stammen aus den 1960er Jahren, beide sind südlich von Stelingen angelegt in ehemaligen Sandabbau-Gruben. Industrie- und Hausmüll wurden dort abgekippt, heute vermischt zu einem gefährlichen Cocktail. Vor der Gebietsreform hatte fast jede Gemeinde eine solche Deponie, bevor Gesetze diese Art der Entsorgung ab 1974 verboten.

„Keine akute Gefahr“

Wesentliche Messergebnisse liegen seit 2016 vor. Messungen in 2018 und 2019 dienten dazu, die Ausbreitung der Schadstoffe genauer zu untersuchen. Auf der Deponie Hohler Weg wurden an der Oberfläche Gifte in Konzentrationen festgestellt, die eine Vorsorge nötig machten: Auf die Fläche wurde und wird eine etwa 30 Zentimeter dicke Schicht Mutterboden aufgetragen. Bei der Deponie Sander ist eine etwa 2000 Quadratmeter große Fläche für Grünlandwirtschaft und Pferdehaltung gesperrt worden. „Insgesamt geht von der Deponie Sander keine akute Gefahr aus“, sagte Thomas Türk vom Ingenieurbüro Pelzer in Hildesheim.

Dass da Gifte im Boden lagern, ist jedem klar. Nach den Messergebnissen seien die Gifte aber keine Gefahr für Mensch und Tier, sagt die Region. Ein Teil der Pferdekoppeln ist geschlossen, das Grundwasser im engen Umfeld der Deponien wird von niemandem genutzt. Im weiteren Umfeld nehmen die Schadstoffkonzentrationen im Grundwasser deutlich ab. „Wir haben außerdem festgestellt, dass hier biologische Abbauprozesse unter günstigen Bedingungen ablaufen“, sagte Marcus Alter von der Gutachterfirma Arcadis.

Wer hat wann was abgekippt?

Mikroorganismen zersetzen die chemischen Substanzen in ungefährliche Reststoffe. Die Region will prüfen, ob sie zusätzliche Mikroorganismen in den Boden bringen lässt, um den Prozess zu beschleunigen. „Wir können die Deponien ja nicht 30 Jahre lang beobachten“, sagte Andreas Mignat vom Team Umwelt der Region. Allein die bisherigen Messungen hätten die Region 20.000 Euro gekostet.

Auf den Kosten bleibt die Region allein sitzen. Sie hatte den gesetzlichen Auftrag, Verursacher ausfindig zu machen. Verdächtige sind unter anderem Industriebetriebe in Stöcken, diverse Entsorger und Fuhrunternehmen. „Aber wenn man das vor Gericht bringen will, muss man belegen, wann welcher Lkw von welcher Firma hier welchen Müll abgekippt hat“, sagt Mignat, „das können wir nicht, darum haben wir die Suche eingestellt.“

Totalsanierung bleibt Wunschtraum

„Wann ist bei den Messwerten die Schwelle erreicht, ab der die Deponien ausgekoffert werden müssen?“ , wollte Martin Fochler (SPD) wissen und stellte damit die Frage, die vermutlich alle Anlieger auf der Tribüne und im Ort beschäftigt, weil mit einer Totalsanierung Ruhe wäre. Die Antwort war eindeutig: „Es gibt keinen Beweis für eine akute Gefahr. Die Deponien auszukoffern und die Abfälle umzulagern, wäre weder angemessen noch notwendig. Das geben die Messungen nicht her“, sagte Mignat. Damit entfällt für die Region die Grundlage, Millionen in eine Sanierung zu investieren. An mehr als 30 Messpunkten kann jederzeit Wasser entnommen werden, um die Deponien zu beobachten. Mehr als beobachten und dokumentieren wird in Stelingen vorerst nicht passieren.

Von Markus Holz

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