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Region Garbsen Nachrichten So kämpft die Stadt gegen das Vertrocknen der Bäume
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19:00 30.08.2019
Willi Köhne von den Servicebetrieben Garbsen füllt einen Wassersack an einem jungen Baum auf dem Kastanienplatz in Altgarbsen. Quelle: Gerko Naumann
Altgarbsen

Es ist ein trauriges Bild, das sich Spaziergängern und Autofahrern an etlichen Stellen in Garbsen bietet: Viele Bäume am Straßenrand haben sichtlich mit der anhaltenden Trockenheit zu kämpfen. Die Folge sind braune Blätter. „Das ist eine Schutzreaktion gegen die Wasserknappheit und bedeutet nicht unbedingt, dass die Bäume absterben“, sagt Andreas Janecki, stellvertretender Sachgebietsleiter bei den Servicebetrieben in Garbsen.

Die Blätter dieser Buche an der Gutenbergstraße in Altgarbsen sind völlig vertrocknet. Quelle: Gerko Naumann

Die Situation sei absolut ernst. „Im vergangenen Jahr sind im Stadtgebiet etwa 40 Bäume durch die Trockenheit zugrunde gegangen“, berichtet Janecki. Wie viele es in diesem Jahr sein werden, kann er noch nicht abschätzen. Das hänge auch davon ab, wie viel Regen in den nächsten Wochen noch fallen wird. Es sei aber zu befürchten, dass die Zahlen aus dem Vorjahr noch übertroffen werden. „Viele Bäume werden die Trockenheit nicht überleben.“

Tausende Liter Wasser pro Tag

Dabei tun die Mitarbeiter alles in ihrer Macht stehende, um weitere Schäden zu verhindern, versichert Meino Heuter, Leiter der Servicebetriebe. Den gesamten Sommer über sind sie tagsüber mit vier Fahrzeugen unterwegs, die jeweils einen bis zu 3000 Liter fassenden Wassertank an Bord haben. Damit gießen sie so viele Bäume wie möglich – vor allem die jüngeren. „Denn bei vielen älteren Bäumen hat das Gießen gar keinen Sinn mehr“, sagt Heuer. Die Wurzeln seien so tief in die Erde gewachsen, dass das Wasser gar nicht mehr dort ankommen könne.

Das holen die Verantwortlichen übrigens mit Genehmigung der Region Hannover aus dem Mittellandkanal. Das ist besonders in Garbsen wichtig zu erwähnen. Denn im Juni war das Trinkwasser in den Speicherbecken so knapp geworden, dass der Wasserverband Garbsen-Neustadt Verbote zur Nutzung ausgesprochen hatte – die Bürger durften mit Frischwasser beispielsweise nicht mehr ihr Auto waschen oder eben die Pflanzen im heimischen Garten bewässern.

Andreas Janecki (links) und Meino Heuer von den Servicebetrieben Garbsen zeigen einen der grünen Säcke, die junge Bäume über den Tag verteilt mit Wasser versorgen. Quelle: Gerko Naumann

Ein weiteres Hilfsmittel der städtischen Mitarbeiter für die Rettung der Bäume ist beispielsweise am Kastanienplatz in Altgarbsen zu sehen. Um die Stämme der kürzlich dort gepflanzten Kastanien sind grüne Plastiksäcke gewickelt. „Wir befüllen sie täglich mit Wasser, das dann durch kleine Löcher über den Tag verteilt nach und nach in den Boden sickert“, erklärt Heuer. Diese pro Stück rund 18 Euro teuren Hilfsmittel haben den Alltag seiner Mitarbeiter spürbar erleichtert, sagt der Leiter der Servicebetriebe.

Trockenheit ist Folge des Klimawandels

Für Heuer sind die beiden aufeinander folgenden, außergewöhnlich trockenen Sommer die sichtbaren Folge des Klimawandels. „Wir können hier nur versuchen, die Folgen so gut wie möglich in den Griff zu bekommen“, sagt er. Die Ursache zu bekämpfen sei Aufgabe der Politik – und zwar weltweit. In Garbsen könne aber jeder Bürger helfen, die Bäume auf öffentlichem Grund vor seiner Haustür zu gießen – und damit einen Beitrag zu ihrer Rettung leisten.

Gibt es denn wenigstens Hoffnung auf Besserung in den nächsten Jahren? Heuer denkt kurz nach und schüttelt dann vielsagend mit dem Kopf. „Vermutlich nicht. Ich fürchte, es wird eher noch schlimmer.“

Von Gerko Naumann

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