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Region Garbsen Nachrichten Osterwalderin stylt Models für den großen Laufsteg
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00:17 06.12.2018
Gülcan Altun (links) und Silvia Hettig stylen Models für das Fotoshooting, die Fotografen Thomas Althaus (oben) und Nico Warnek halten die Szene fest.
Gülcan Altun (links) und Silvia Hettig stylen Models für das Fotoshooting, die Fotografen Thomas Althaus (oben) und Nico Warnek halten die Szene fest. Quelle: Jutta Grätz
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Osterwald

Sie arbeitet hinter den Kulissen einer der bekanntesten Modenschauen der Welt. Ihre Leinwand sind die Gesichter von Models, ihre Werkzeuge Pinsel, Konturen- und Lippenstift, Grundierung und viel Kreativität: Silvia Hettig aus Osterwald ist Make-up-Artist und leitet das Team der Visagisten und Hairstylisten bei der sogenannten Fashion Hall, der Auftaktveranstaltung zu den Schauen der Berliner Fashion Week und einer Plattform für Nachwuchs-Designer. Am Donnerstag war Jungdesigner Alessandro Franza zu Gast im ihrem Studio. Mit Hettig hat er am perfekten Aussehen für die Models gearbeitet, die seine neue Kollektion am 14. Januar in Berlin präsentieren. Nach Osterwald hat Franza sieben Models, ein Stylistenteam und vier Fotografen mitgebracht. Es ist der Probelauf für die Modenschau.

Draußen ist es nasskalt in Garbsen, in den Räumen an der Hauptstraße 199 ist aber bereits der Sommer zurück: Franza, Designer mit italienischen Wurzeln aus Berlin, zeigt Hettig seine Frühjahr/Sommer-Kollektion für 2019. „La Fleur de Franza“ hat er sie genannt, seine Mode mit floralen und eleganten Elementen. Im Sommer hat der 25-Jährige seine Ausbildung an der Modeschule Berlin beendet, dann ging alles ganz schnell. Im Juli präsentierte er die erste Kollektion auf der Berliner Fashion Week, im September im Palazzo Turati in Mailand. In Kürze wird sich Franza mit chinesischen Investoren aus der Modebranche treffen.

Neue Kollektion ist noch geheim

Über seine neue Kollektion verrät der junge Mann in schwarzem Pulli und Camouflage-Leggings nicht viel, die Veröffentlichung von Fotos von den kompletten Kleidern und auch vom fertigen Make-up vor dem 14. Januar ist untersagt. „Der Wow-Effekt ist für die erste Show kreiert“, betont Franza. Für die zwölf Kleider hat er Stoffe in Gold, Apricot und Rottönen gewählt, er setzt auf Applikationen, Spitze und Ausbrenner-Optik. „Erst das zum Kleid passende Styling und Make-up machen das Model zum Gesamtkunstwerk“, sagt Hettig. Sie hat Franza im Sommer in der Fashion Hall kennengelernt, dem Auftakt der Fashion Week. Ausgewählt haben beide grafische Konturen für die Wangen, Lippen im Geisha-Look, wenig betonte Augen. Dazu ein hoher Pferdeschwanz mit eingeflochteten Zöpfen, wie Supermodel Elle Macpherson ihn trägt.

Gegen 9.30 Uhr treffen die ersten Models ein. Die 19-jährige Paulina Dippel aus Lauterbach in Hessen und die 20-jährige Emily Paulsen aus Hamburg sind bereits bei den Modenschauen in Berlin gelaufen. Für Louisa Fischer aus Nienburg ist es das erste Shooting, Lilli Grüneberg aus Isernhagen war schon bei der Show Fashion and Dance in Hannover-Herrenhausen dabei. „Aus reinem Spaß“ sagt die 21-Jährige, die bei einem hannoverschen Unternehmen ihr Masterstudium absolviert.

Fotoshooting in Osterwald und Hannover

Models, Designer, Stylisten, Fotografen – es wird eng und warm im Studio. „Wer hat welche Konfektionsgröße“ fragt Franza. „Wer hat Sandaletten mit hohem Absatz dabei – und hautfarbene Unterwäsche?“ Hettig und ihre Stylisten Gülcan Altun aus Bad Harzburg und Cynthia Cerrone aus Stuttgart sind entspannt. „Bei Shows arbeiten wir mit 40 Models aus vielen Nationen, da geht es heiß her“, sagt Hettig. Das Styling dauert fast eine Stunde, das Make-up und jedes Haar müssen perfekt sitzen, bevor die Models auf den Laufsteg gehen. Hettig führt seit 2003 ein Kosmetikstudio in Osterwald. Das Engagement der 46-Jährigen für die Fashion Week hat sich ganz zufällig ergeben. „Fashion-Week-Mangerin Samira Günther hat mich bei einem Einsatz dort einfach angesprochen“, berichtet Hettig.

Gebucht für das Shooting sind die Modefotografen Thomas Althaus, Nico Warnek, Jens Runge und Sebastian Schreiber. Sie halten nicht nur jeden Moment im Studio fest, sondern fotografieren die Models anschließend an ausgewählten Orten für das sogenannte Lookbook. Das zeigt nicht nur die Kleider, sondern auch Details zu Farben, Stoffen und Schnitten. In Sommerkleidern posieren die Models an der Finca Celona in Marienwerder, am Opernhaus und an der Leine in Hannover – bis zum frühen Abend.

Von Jutta Grätz