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Nachrichten Kultour 2019: Bei Wieding hat der ganze Hof mit angepackt
Region Garbsen Nachrichten Kultour 2019: Bei Wieding hat der ganze Hof mit angepackt
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08:23 22.08.2019
Kartoffelpell-Marathon: Familie und Freunde helfen bei den Vorbereitungen für die Reihe Kultour auf dem Hof der Familie Wieding in Horst. Quelle: Jutta Grätz
Horst

Es ist Sonntagmorgen, kurz vor 12 Uhr. Gleich startet in Horst auf dem Hof von Biolandwirt Joachim Wieding und seiner Frau Regina das Programm der diesjährigen Kultour: An sechs Orten in der Stadt sind Kunst und Musik zu sehen. Der Bio-Hof Wieding ist eine Station. Kabarettist Frank Fischer tritt auf, dazu gibt es traditionell Minibratkartoffeln. Jörg Hoppmann aus Osterwald ergattert die erste Portion. Bis Zelte und Pavillons aufgestellt, Kartoffeln gepellt und der Hof geschmückt waren, waren viele Helferhände nötig.

Los ging es bereits am Sonnabend. Gegen 14 Uhr liegen 80 Kilogramm Kartoffeln heiß und dampfend in den Schüsseln und warten darauf, gepellt zu werden. Regina Wieding und fünf Freundinnen haben sie am Vormittag auf heimischen Herdplatten gekocht und in Schubkarren in den idyllischen Garten des Hofes an der Frielinger Straße gebracht.

Die meisten der Helfer haben keinen weiten Weg: Sie alle wohnen rund um den Hof. „Früher haben wir uns Hofgemeinschaft genannt“, erzählt Joachim Wieding. „Alle packen an für die Kultour, vom Aufbau bis zum Abbau.“ Wieding zählt zu den Kultour-Gastgebern der ersten Stunde und hatte 2016 erstmals seinen Hof samt Wohnhaus für die kulturelle Stadtrundfahrt geöffnet.

Hinter einer so großen Veranstaltung wie der Reihe Kultour in Garbsen steckt eine Menge Arbeit. Wir haben Familie Wieding aus Horst, einer von sechs Gastgebern, bei den Vorbereitungen begleitet. Quelle: Jutta Grätz

Kartoffeln pellen ist ein Ritual

„Das Kartoffeln pellen ist ein Ritual zu Beginn der Vorbereitungen“, sagt Lothar, Vater von Regina Wieding. Er hilft ebenso mit wie Wiedings Tochter Jutta, die eigens mit Freund Matthias aus Dresden angereist ist. Das Pellen der gelbfleischigen Biokartoffeln ist echte Handarbeit. „Wir haben für unsere Minibratkartoffeln nur besonders kleine aussortiert“, sagt Wieding. In der vergangenen Woche hat er die Kartoffeln auf seinem Acker am Ortsausgang nach Schloß Ricklingen geerntet. „Wir haben bei der Kultour 2016 mal mit 35 Kilo angefangen und uns stetig gesteigert.“

Nach anderthalb Stunden werden die gepellten Kartoffeln in großen Wannen ins Kühlhaus gebracht. Erst Sonntag kurz vor Beginn der Kultour dürfen sie in die riesigen Pfannen – mit Sonnenblumenöl und Rosmarin. Dieter Otte und Andreas Huber sind die Bratkartoffel-Experten und übernehmen die erste Schicht. Regina Wieding bereitet mittlerweile 40 Kilogramm Quark vor – mit Petersilie, Schnittlauch und Lauchzwiebeln. Die gleiche Menge an Krautsalat lagert auch schon im Kühlhaus.

Viele Zelte für viel Regen

Für einen kurzen Zwischenstopp hält Uwe Witte, Leiter der städtischen Kulturabteilung, auf dem Hof. Er bringt das Zelt für die Bühne, ein weiteres für die Technik und baut gleich mit auf. „Die Unterstützung der Stadt ist super – von der Beschilderung bis zum Dixi-Klo“, sagt Wieding. Auch die Horster Kirchengemeinde und Vereine unterstützen mit Ausrüstung.

„Wir bauen die Version für viel Regen“, kündigt Wieding an. Als Landwirt kennt er das Wetter gut und hat bereits am Freitag vorsorglich eine große Plane über die halbe Hoffläche gespannt. Für den Kultour-Sonntag sind Regen und Sturmböen angesagt. „Wir bauen alles an Zelten und Pavillons auf, was wir haben“, sagt Wieding. Nun müssen alle mit anpacken. Am frühen Abend steht das Zeltdorf. Zusätzlich werden Sandsäcke und mit Beton gefüllte Eimer als Sturmschutz vorbereitet. „Bis nach der Kultour alles wieder an Ort und Stelle steht, vergeht ein knappe Woche“, sagt der Landwirt.

Wetter schlecht – Stimmung prima

Am Kultour-Sonntagmorgen ist das Wetter schlecht, die Stimmung bei den Helfern ist prima. Plane und Zelte haben gehalten. „Die Aktion macht viel Spaß“, sagt Stephanie. „Und der Hofgemeinschaft kann man sich gar nicht entziehen.“ Sie bereitet Blumen für die Tische vor. Außerdem müssen die Helfer die mehr als 30 Bierzeltbänke und -tische aufbauen, die Essenausgabe mit Geschirr und Besteck herrichten und die riesigen Pfannen und Warmehaltegrills an Gasflaschen anschließen. Zwei Techniker kümmern sich im Auftrag der Stadt um den Strom für die Bühne, bauen Mikrofone auf. Der Regen wird stärker, die Technik bekommt ein eigenes Zelt.

Pünktlich zum Soundcheck trifft Kabarettist Frank Fischer ein. „Ich zeige dir schnell unser Wohnzimmer“, sagt Joachim Wieding, „Das kannst du als Garderobe nutzen.“ Gunnar und Harry schleppen derweil Kisten mit Limonade und Bier, Regina Wieding literweise Kaffee und Bleche voll Kuchen. Dann ist alles fertig. Und als Künstler Frank Fischer auf die Bühne tritt, fragt er das Publikum amüsiert: „Sei Ihr wegen mir hier oder wegen der Bratkartoffeln?“

„Nach der Kultour ist vor der Kultour“ – Nachgefragt bei Uwe Witte

Wie lange dauern die Vorbereitungen für die Kultour?

Die ersten Planungen für die kommende Kultour beginnen mit der Nachbesprechung zur diesjährigen – also nach der Kultur ist vor der Kultour. Hier tragen wir zusammen, was gut und weniger gut gelaufen ist, nehmen Anregungen und Wünsche auf und klären, welche Gastgeber im nächsten Jahr wieder dabei sind. Das Programm wird peu à peu zusammengestellt. Wir versuchen, im Januar/Februar eines Jahres alle Künstler unter Dach und Fach zu haben. Danach beginnen die organisatorischen Arbeiten, die bis zum Morgen der Veranstaltung dauern.

Wie wählt die Stadt die Gastgeber aus?

Unser Ziel war und ist es, nicht alltägliche Veranstaltungsorte auszusuchen und Gastgeber zu finden, die Freude daran haben, an solch einer Veranstaltung mitzuwirken. Alle diesjährigen Gastgeber sind schon seit der ersten Kultour 2016 dabei. Unsere Gäste können sich auf persönliche Bewirtung in einem lauschigen Pfarrgarten, einem traditionsreichen Bio-Bauernhof, in Galerien und wunderschön gestalteten Gärten, auf dem Meyenfelder Dorfplatz und in unserem Kulturhaus Kalle freuen. Wenn sich weitere Orte in einem anderen Ortsteil fänden, wäre das sicherlich eine Bereicherung.

Was macht den Reiz der Kultour aus? Und was kostet die Veranstaltung?

Diese Veranstaltung ist in vieler Hinsicht besonders reizvoll: Wann hat man schon einmal die Möglichkeit, in sechs Stunden kostenlos bis zu zwölf unterschiedliche Bühnenkünstler sowie Kunst und Kunsthandwerk zu sehen? Dass das auch von unserem Publikum so gesehen wird, zeigen die von Jahr zu Jahr steigenden Besucherzahlen und begeisterten Reaktionen unserer Gäste. Daher sind wir der Meinung, dass die für diese Veranstaltung investierten 16.000 bis 19.000 Euro gut investiert sind. jgz

Von Jutta Grätz

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