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Region Garbsen Nachrichten Laseroptik-Gründer Johannes Ebert ist tot
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17:52 07.08.2019
Dr. Johannes Ebert. Quelle: privat
Frielingen

Unternehmensgründer, unermüdlicher Tüftler, Familienmensch, Herr über eine Storchenresidenz, Eulen- und Falkennester – das Leben von Johannes Ebert hatte mindestens so viele Facetten wie das Prisma eines Leuchtturms. Der promovierte Diplomphysiker und Gründer der Firma Laseroptik in Frielingen ist am 31. Juli im Alter von 83 Jahren gestorben.

Zweimal Flucht aus der DDR

Johannes Ebert ist 1935 im Erzgebirge geboren, hatte als Jugendlicher Kühe gehütet und als Bergmann gearbeitet. Vertrieben in die Ostzone wollte er Physik studieren. Etwas anderes kam nicht in Frage, weil er wissen wollte, was die Welt im Innersten zusammenhält. Die DDR verwehrte ihm das. Ebert floh 1955 alleine nach Hannover, kehrte unter höchstem Risiko zurück und floh erneut mit Eltern und Schwester.

Nach der Heirat 1965 zog Ebert mit seiner Frau Angelika an die Gneisenaustraße in Frielingen, 1969 kam ihr Sohn Martin zur Welt. An Eberts 40. Geburtstag folgte Sohn Wolfgang. Johannes Ebert war für sieben Enkelkinder der geniale Opa zum Quatsch machen, immer fröhlich, immer empathisch und allen Gästen seines Hauses ein ausgesprochen freundlicher Gastgeber.

Pionier der Lasertechnologie

VW bot ihm in jungen Jahren Arbeit, aber die Universität bot ihm Erkenntnis. Nach Diplom, Doktortitel und Ernennung zum akademischen Direktor wurde ihm die Universität zu eng. Er hatte an Lasern geforscht und bewiesen, dass sich Laserstrahlen sehr vielfältig einsetzen lassen, wenn sie auf speziell beschichtetes Glas treffen und damit ihre Eigenschaft verändern. Seine Forschungen fanden weltweit Beachtung. Ebert zählt zu den Pionieren dieser Technologie und machte sich 1980 mit seiner Frau im kleinen Maßstab selbstständig. Heute hat das Unternehmen unter der Regie der Söhne rund 100 Mitarbeiter und sorgt noch immer weltweit für Schlagzeilen.

Storchennest im eigenen Garten

Johannes Ebert hatte die erstaunliche Gabe, trotz aller Leidenschaft für den Beruf über den Tellerrand zu blicken. Er war naturverbunden, gründete seine Finkenzucht, war ornithologisch extrem bewandert. Er sorgte während der drei Firmenexpansionen dafür, dass die verdrängten Tiere wie Eulen, Fledermäuse, Insekten, Falken und Störche wieder einen Platz auf den Grundstücken finden. Der Nabu Garbsen war sein Partner, ihm sind Spenden anlässlich der Trauerfeier am Freitag, 9. August, ab 14 Uhr auf dem Friedhof in Horst zugedacht.

Weitblickend, gradlinig, warmherzig

Ebert war auch Leuchtturm für die Mitarbeiter: Er schuf mit den Söhnen die erste Betriebskrippe in Garbsen, kannte jeden Mitarbeiter persönlich, war viele Jahre der erste und der letzte bei Laseroptik. „Familienunternehmen“ war für Ebert nie eine Floskel. Er feierte das 30-jährige Firmenbestehen noch mit, bevor ihn ein Herzinfarkt 2018 zwang, das bisher gewohnte geliebte Leben aufzugeben. Garbsen verliert mit Johannes Ebert eine weitblickende, gradlinige und warmherzige Persönlichkeit.

Von Markus Holz

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