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Region Garbsen Nachrichten Garbsener Schülerin demonstriert bei Fridays for future
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00:19 01.04.2019
Marlena (13) hat sich vor zwei Wochen bei "Fridays for Future" in Hannover für mehr Klimaschutz eingesetzt. Quelle: Ann-Christin Weber
Berenbostel

Am Freitag haben in ganz Deutschland wieder tausende Schüler die Schule geschwänzt, um bei den Fridays-for-future-Demonstrationen für den Erhalt des Klimas auf die Straße zu gehen. Wie sich das anfühlt, inmitten der Schülermassen, ein Pappschild in die Höhe zu halten und von der Politik lautstark mehr Klimaschutz einzufordern, hat die 13-jährige Marlena Meszkat erlebt. Die Achtklässlerin am Geschwister-Scholl-Gymnasium Berenbostel hat gemeinsam mit einigen Mitschülern das Klassenzimmer gegen die Straße getauscht und sich vor zwei Wochen bei der großen Demonstration in Hannover mehr Nachhaltigkeit stark gemacht.

Was hast du auf dein Pappschild geschrieben?

Ich hab mir mit einer Freundin ein paar Sprüche überlegt. Am Ende ist es „There’s no Planet B“ („Es gibt keinen Planeten B“) geworden. Für mich fasst es alles zusammen, was wichtig ist: „No“ und „B“ haben wir rot gemalt. Wir wollten damit unterstreichen, dass wir unseren Planeten schützen sollten.

13000 Schüler waren vor zwei Wochen in Hannover auf der Straße. Du warst eine von ihnen. Wie hast du die Demonstration erlebt?

Das war meine erste Demonstration. Es war ein wunderbares Gefühl sozusagen Hand in Hand mit anderen für unsere Zukunft einzustehen. Manche Leute haben mit einem Megafon immer wieder Forderungen gerufen und die Menge hat mit eingestimmt. An eine erinnere ich mich besonders: „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr unsere Zukunft klaut.“ Damit haben die Grundschüler angefangen und ich fand das irgendwie bewegend, dass sich auch schon die Kleinsten für Klimaschutz interessieren.

Manche kämpfen für den Kohleausstieg, andere gegen die Vermüllung der Weltmeere. Für welches Thema möchtest du einstehen?

Ich finde, es sind sehr viele Dinge, die zur Veränderung des Klimas beitragen. Deswegen sollte man sich nicht unbedingt auf eins festlegen. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich sagen, dass mich die Verschmutzung der Meere am meisten beschäftigt.

Glaubst du, dass „Fridays for Future“ etwas bewegen kann?

Ja, sonst wäre ich auch nicht demonstrieren gegangen. Je mehr wir sind, desto mehr können wir auch bewegen. Viele nehmen uns Schüler nicht ernst, wir werden als oberflächlich oder als Schulschwänzer abgestempelt. Dabei ist uns das Thema so ernst. Deswegen sollten wir immer weiter machen, bis wir die Politiker überzeugt haben, aber auch nicht aggressiv, sondern friedlich.

Was haben deine Eltern und deine Lehrer gesagt, als du gesagt hast, dass du nicht zur Schule gehst, sondern demonstrierst?

Meine Eltern waren sofort damit einverstanden. Sie wissen, dass sie mir vertrauen können, dass ich wirklich zur Demo gehe und dass ich es für einen guten Zweck machen möchte. Die Lehrer haben sich sogar gefreut, dass mehrere auf der Schule mitmachen und Enthusiasmus zeigen.

Politiker wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sagen, ihr würdet letztlich gegen euch selbst streiken, wenn ihr eurer Ausbildung nicht nachgeht. Stimmt das?

Ganz ehrlich: Die Demonstration hat um 12.30 Uhr angefangen. So viel verpasst man da nicht. Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat dazu geschrieben: „Warum sollen wir in diesem Moment zur Schule gehen, wenn wir eh wissen, dass es nichts für unsere Zukunft bringt, weil wir nicht mehr lange unsere schöne Erde genießen können.“ Ganz so krass sehe ich es nicht, weil ich Bildung für sehr wichtig halte. Aber es ist nur ein Tag, den man verpasst, um stattdessen für den Planeten zu kämpfen. Trotzdem ist schwänzen natürlich nicht richtig.

Was ist „Fridays for future“?

Der Schulstreik „Fridays for future“ ist eine globale Schülerbewegung, die sich mit Demonstrationen für mehr Klimaschutz einsetzt. Nach dem Vorbild der schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg gehen die Schüler seit Beginn des Jahres freitags während der Unterrichtszeit auf die Straße und protestieren. Zentrale Forderungen sind eine Verkehrswende und der Kohleausstieg. Thunberg hat sich immer wieder den Demonstrierenden in Deutschland angeschlossen, am 1. März in Hamburg und am 29. März in Berlin. Mehrfach sind mehrere tausend Schüler auch schon mit ihren Plakaten durch die hannoversche Innenstadt gezogen – darunter auch hunderte Schüler aus Garbsen, etwa vom Geschwister-Scholl-Gymnasium und der IGS Garbsen. Immer wieder sind die Schüler dafür kritisiert worden, dass sie während des Unterrichts auf die Straße gehen und so die Schule schwänzen. ton

Wirst du weiter demonstrieren?

Ich schaue erst einmal, was es noch für Demos gibt und entscheide dann. Ich habe aber definitiv vor, für unsere Schülerzeitung SchollZ etwas über Klimawandel und Klimaschutz zu schreiben, damit jeder in der Schule sieht, was gerade geschieht.

Welche Rolle spielt Klimaschutz in deinem Alltag?

Ich benutze Flaschen, die man immer wieder mit Leitungswasser befüllen kann. So verbrauche ich weniger Plastik. Ich fahre auch sehr viel mit dem Fahrrad zum Training oder zur Schule. Wenn das mal nicht geht, nehme ich den Bus oder die Bahn, damit ich nicht extra mit dem Auto gebracht werden muss. Es reicht eben schon bei kleinen Dingen etwas zu verändern. Das bringt ja auch nichts, wenn wir demonstrieren gehen, aber selber im Alltag gleichgültig mit unserem Planeten umgehen.

Was könnte deiner Meinung nach allein schon in Garbsen in Sachsen Klimaschutz besser laufen?

Es wird hier immer mehr gebaut, wie zum Beispiel die Universität. Die Autos müssen damit immer mehr Umwege fahren und auch allgemein sehe ich hier sehr viel Verkehr. Außerdem wird viel Müll am Straßenrand liegen gelassen. Unsere Schule könnte auch darauf achten, dass die Schulbücher keinen Plastikumschlag haben. Aber das liegt ja nicht nur an der Schule, daran könnten auch wir Schüler etwas ändern. Jeder sollte einfach wissen, dass man etwas tun kann und sollte, um unsere Zukunft zu erhalten.

Von Ann-Christin Weber

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