Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Frielinger Fleischerei Tegtmeier muss aufgeben
Region Garbsen Nachrichten Frielinger Fleischerei Tegtmeier muss aufgeben
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:28 08.02.2019
Die Filiale der Fleischerei Tegtmeier in der Stelinger Markthalle ist seit Anfang 2017 geschlossen. Quelle: Gerko Naumann (Archiv)
Anzeige
Garbsen

Zum Jahresende 2018 hat das Fleischerei-Fachgeschäft Tegtmeier in Frielingen geschlossen. 23 Jahre lang hat Inhaber Peter Tegtmeier sein Geschäft an der Bürgermeister-Wehrmann-Straße, 18 Jahre lang die Filiale in Stelingen.

Jeder vierte Bäcker schließt

Gab es 2008 noch sechs Fleischer im Garbsener Stadtgebiet, sind es zehn Jahre später immerhin noch fünf. Die sechste war Ludowig an der Roten Reihe. Bei den Bäckern verzeichnete die Handwerkskammer Hannover vor zehn Jahren in Garbsen noch acht Betriebe, aktuell sind es sechs – das entspricht einem Minus von 25 Prozent. Im Raum Hannover ist es dramatischer: Jeder vierte Bäcker und ein Drittel der Fleischer sind in den vergangenen zehn Jahren verschwunden.

Anzeige

Für Kleine wird es immer schwerer

Peter Tegtmeier hatte bereits im Januar 2017 den Laden in der sogenannten Markthalle am Stelinger Platz aufgegeben. „Es lohnt sich einfach nicht mehr, der Umsatz ist zu gering“, sagte der Geschäftsmann damals. Freitags- und sonnabends seien zwar etwas mehr Kunden gekommen, das habe auf Dauer aber nicht ausgereicht.

Jetzt hat sich Tegtmeier entschlossen, auch den Hauptsitz der Fleischerei an der Bürgermeister-Wehrmann-Straße zu schließen. „Den kleinen Betrieben wird es schwer gemacht“, kritisiert Tegtmeier und meint damit nicht nur das neue Verpackungsgesetz, sondern auch die Vielzahl bürokratischer Schritte und Auflagen.

Wild kommt weiter unters Messer

23 Jahre lang hat er das Fachgeschäft betrieben, zu dem auch ein Partyservice gehörte. Seine Stammkunden, die er mit Büfetts vom Braten über Schlachteplatte bis Spanferkel belieferte, hat er an das Schloß Ricklinger Gasthaus Schubert weitergegeben. Ganz trennen von seiner Arbeit möchte sich der 58-Jährige noch nicht. Jäger können weiterhin ihr erlegtes Wild zu ihm bringen. „Das Weiterverarbeiten biete ich als kleine Dienstleistung an“, sagt Tegtmeier. Seine beiden Mitarbeiterinnen haben schnell neue Arbeitsplätze gefunden – eine von ihnen ist zur Berenbosteler Fleischerei Gumpert gegangen.

Von Jutta Grätz

Anzeige