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Region Garbsen Nachrichten Das müssen Autofahrer im Winter beachten
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15:58 21.11.2018
Der TÜV-Sachverständige Detlef Jakobs (links) zeigt HAZ/NP-Redakteur Gerko Naumann, was beim Wintercheck zu beachten ist. Quelle: Linda Tonn
Berenbostel

Das Thermometer auf dem Smartphone zeigt es unbarmherzig an: Die Temperaturen nähern sich Tag für Tag mehr dem Gefrierpunkt. Spätestens jetzt fällt vielen ein, dass sie ihr Auto mal wieder auf seine Wintertauglichkeit überprüfen lassen müssten. So geht es mir auch. Deshalb hole ich mir Rat bei einem Experten – dem Sachverständigen Detlef Jakobs vom TÜV Nord in Garbsen.

Und so fahre ich meinen treuen französischen Kleinwagen, Baujahr 2009, morgens auf den Hof der TÜV-Station in Berenbostel. Jakobs begrüßt mich freundlich und setzt dann seinen fachmännisch kritischen Blick auf. Er öffnet die Motorhaube und entfernt erstmal einen ganzen Stapel Laub, der sich dort gesammelt hat. „Das sollten sie regelmäßig machen, sonst kann sich dort Feuchtigkeit sammeln“, sagt der Sachverständige. Wieder was gelernt.

Zufrieden ist Jakobs hingegen mit dem Profil meiner noch recht neuen Ganzjahresreifen, dem Pegel der Bremsflüssigkeit und dem Zustand der Windschutzscheibe. Und auf die folgende Frage nach einem Eiskratzer habe ich nur gewartet. Stolz hole ich die 99-Cent-Anschaffung aus dem Seitenfach neben dem Fahrersitz und präsentiere sie ihm. „Passt“, sagt Jakobs trocken.

Reifen haben oft zu wenig Profil

Alles in allem dürfte mein blauer Stadtflitzer offenbar gut durch den Winter kommen. Zu einem so positiven Urteil kommen die Prüfer aber längst nicht bei jedem Auto, sagt Jakobs. Er berichtet etwa von Lastwagen, deren Reifen kaum noch sichtbares Profil aufweisen. Auch bei der Funktion des Lichts nehmen es viele Autofahrer offenbar nicht so genau. Dabei sei es im Winter besonders wichtig, gesehen zu werden. „Nach Gesetzeslage müsste eigentlich jeder Autofahrer vor dem Losfahren prüfen, ob alle Leuchten funktionieren“, sagt der Sachverständige.

Beim Thema Licht findet Jakobs dann letztlich auch an meinem Auto doch noch einen kleinen Mangel. „Das Lämpchen rechts über dem hinteren Kennzeichen ist ohne Funktion. Das sollten Sie mal machen lassen.“

Die Dichtungen in den Türen sollten im Winter eingefettet werden, damit sie nicht reißen. Quelle: Linda Tonn

Fett schützt die Dichtungen

Die Gummidichtungen in den Autotüren werden durch die Kälte besonders stark beansprucht. Sie können bei Feuchtigkeit festfrieren und sogar reißen, sagt Jakobs. Um das zu verhindern, sollten Autobesitzer die Dichtungen rechtzeitig schützen – etwa mit einem dafür geeigneten Fett oder Talg. kon

Das M+S steht für Matsch und Schnee: Winterreifen bieten mehr Haftung auf der Straße bei Glätte. Quelle: Linda Tonn

Bei den Reifen zählt das Profil

Im Winter sind Winterreifen Pflicht? Jakobs sagt: „Pflicht ist, wenn man es genau ausdrücken will, dass ein Kraftfahrzeug bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte nur mit Reifen für winterliche Wetterverhältnisse gefahren wird.“ Auch Ganzjahresreifen können diese Anforderung erfüllen. Wichtig ist neben dem Symbol M+S (das steht für Matsch und Schnee) oder dem Schneeflockensymbol vor allem die Profiltiefe der Reifen. Der Gesetzgeber fordert eine Tiefe von mindestens 1,6 Millimetern, Jakobs empfiehlt mindestens 4 Millimeter. kon

Die Batterie wird bei kalten Temperaturen besonders stark belastet. Quelle: Linda Tonn

Batterie wird stark beansprucht

Wenn das Auto im Winter nicht anspringen will, liegt das zumeist an der Batterie. Die werde bei kalten Temperaturen viel stärker beansprucht, sagt Jakobs. „Die Batterie ist beim Starten wichtig und das ist bei Minusgraden natürlich schwieriger“, erklärt der Experte. Daher sollten Autofahrer sie vor der kalten Jahreszeit unbedingt überprüfen lassen. kon

Ein Eiskratzer sollte in jedem Auto bereit liegen. Quelle: Linda Tonn

Kratzer, Decke und Handschuhe einpacken

Autofahrer können auch mit dem entsprechenden Zubehör im Innenraum ihr Fahrzeug winterfest machen. „Einen Scheibenkratzer oder Enteisungsspray sollte jeder haben“, sagt Jakobs. Er gibt den Tipp, auch Handschuhe und eine warme Decke im Auto parat zu haben. „Die Handschuhe sind praktisch, wenn man mal kratzen muss“, sagt der TÜV-Mitarbeiter. „Und die Decke kann man gut gebrauchen, wenn man bei Kälte länger im Stau steht und den Motor nicht permanent laufen lassen kann.“ ton

Der TÜV-Sachverständige Detlef Jakobs (links) zeigt HAZ/NP-Redakteur Gerko Naumann, was beim Wintercheck zu beachten ist. Quelle: Linda Tonn

Scheiben und Wischer überprüfen

„Die Scheibenwischer müssen in einem guten Zustand sein“, sagt Jakobs. Er rät zudem dazu, Frostschutzmittel ins Wischwasser einzufüllen. Wichtig sei auch, dass Autofahrer ihre Scheiben auf Steinschläge überprüften. Das könne man mit bloßem Auge sehen. Sammelt sich Wasser in einem Sprung, das dann bei Frost zu Eis gefriert, sei die Gefahr groß, dass sich der Sprung schnell auf die gesamte Scheibe ausweite, so der Experte. ton

Die Mitarbeiter der KFZ-Werkstätten in Garbsen ziehen derzeit viele Winterreifen auf. Quelle: David Ebener/dpa (Symbolbild)

Winterreifen: Werkstätten sind ausgelastet

Die Mitarbeiter der Autowerkstätten in Garbsen haben derzeit alle Hände voll zu tun, um die Winterreifen ihrer Kunden aufzuziehen. „Wir haben einen Mitarbeiter nur für den Radwechsel abgestellt“, sagte Ulrike Backhaus von Sternbeck KFZ-Service in Berenbostel. Zehn bis zwölf Autos am Tag schaffe der Mechaniker, die anderen kümmern sich um Reparaturen und Inspektionen. „Vor drei Wochen ist die Zeit der Reifenwechsel angelaufen“, sagte Backhaus.

Auch die Werkstatt von Klaus Brandes in Schloß Ricklingen ist derzeit voll ausgelastet. Bei vier bis fünf Fahrzeugen am Tag wechselt er die Reifen von Sommer auf Winter. „Das hat schon vor einigen Wochen begonnen, aber wenn es schneit, dann wollen die Leute noch kurzfristig einen Termin haben“, so der Chef.

„Bei uns ist die Zeit der Reifenwechsel schon abgeschlossen, die Kunden waren schon alle da“, sagte Frank Weingart. Drei bis vier Reifenwechsel am Tag seien es gewesen. Die Saison reiche von Oktober bis Ostern, sagte der Inhaber einer KFZ-Werkstatt.

„Wir machen gar keine Reifenwechsel mehr. Das haben wir an Reifendienste übergeben“, berichtete hingegen KFZ-Meister Heiko Schäfer. Über einen Mangel an Arbeit könne er aber dennoch nicht klagen. aln

Von Gerko Naumann

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