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Nachrichten Im Seniorenzentrum Garbsener Schweiz wird Schmerz ernst genommen
Region Garbsen Nachrichten Im Seniorenzentrum Garbsener Schweiz wird Schmerz ernst genommen
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12:00 16.11.2019
„Wir wollen für mehr Lebensqualität sorgen“: Zetrumsleiter Dietrich Meer (von links), Pflegefachkraft Ducan Djuricic, Qualitätsbeauftragte Heike Trapp und Pflegefachkraft Sahra Kulawinski. Quelle: Linda Tonn
Altgarbsen

Oft sind es der Rücken oder die Glieder, manchmal auch der Kopf. „Viele ältere Menschen glauben, dass Schmerzen einfach zum Alter dazugehören. Das ist aber nicht so“, sagt Dietrich Meer, Leiter des DRK-Seniorenzentrums Garbsener Schweiz. 94 Senioren werden derzeit in der Einrichtung in Altgarbsen betreut, in der die Pflegekräfte beim Thema Schmerzen seit Kurzem ganz neue Wege gehen.

Arbeitsabläufe wurden angepasst

„Die Mitarbeiter werden dafür sensibilisiert, wahrzunehmen, ob die Patienten Schmerzen haben, etwa beim Waschen oder Bewegen“, sagt Pflegefachkraft Sahra Kulawinski. Das sei schon immer Teil der Arbeit gewesen, werde aber intensiviert.

Gemeinsam mit der Qualitätsbeauftragten des Zentrums, Heike Trapp, und den Kollegen Nancy Uhde und Ducan Djuricic hat sie in den vergangenen Monaten im Rahmen eines Pilotprojektes der Deutschen Schmerzgesellschaft (DSG) daran gearbeitet, den Umgang mit dem Schmerz zu verbessern. Im Oktober hat das Seniorenzentrum ein Zertifikat für das sogenannte qualifizierte Schmerzmanagement erhalten – als erste Einrichtung in Norddeutschland.

Das Team hat Arbeitsabläufe angepasst, neue Formulare entwickelt und die Dokumentation verändert. In einem nächsten Schritt sollen die Mitarbeiter geschult werden. „Uns ist es wichtig, dass jeder Patient gesehen wird“, sagt Trapp. Beim Schmerzmanagement gehe es nicht nur um das permanente Erkundigen, sondern auch das genaue Beobachten – vor allem auch bei Bewohnern mit Demenz, die sich nicht mehr artikulieren können.

Lebensqualität der Patienten verbessern

„Wir wollen quasi die Sprache des Schmerzes verstehen und durch den richtigen Umgang damit die Lebensqualität der Patienten verbessern“, erklärt Leiter Meer. Die Lösung seien nicht unbedingt Medikamente, sondern auch Bewegung, Bäder und sanfte Massagen. „Jeder nimmt Schmerz anders wahr“, sagt er. Viele Komponenten trügen dazu bei, dass er erträglicher wird oder ganz verschwindet.

Das kostet allerdings Zeit und Geld. Aus diesem Grund will dich Einrichtung noch enger mit betreuenden Ärzten, Apothekern und Physiotherapeuten zusammenarbeiten. „Wir können das nur zusammen schaffen“, sagt Trapp. „Die Pflegekräfte sind am nächsten am Patienten dran. Sie können die Erkenntnisse weitergeben – reagieren müssen oftmals die Ärzte.“ Deshalb hat die Einrichtung zu einem gemeinsamen Treffen eingeladen, bei dem alle Beteiligten ihre Erfahrungen und Erkenntnisse austauschen können.

Die Patienten selbst hätten noch keine Rückmeldung zu den neuen Arbeitsweisen gegeben, sagt Kulawinski. „Aber von den Angehörigen haben wir schon ab und an gehört, dass sie sich freuen, wenn der Opa oder die Eltern an Angeboten teilnehmen und beweglicher sind.“

Eine von 22 Einrichtungen mit Zertifikat

Initiator zur Teilnahme an dem Pilotprojekt der DSG war Heimleiter Meer. Der ausgebildete Intensiv- und Anästhesiefachpfleger hat sich schon lange mit dem Thema Schmerzen beschäftigt und eine Weiterbildung zur Schmerzfachkraft absolviert. „Dabei ist mir aufgefallen, dass die Schmerzversorgung bei alten Menschen häufig noch in den Kinderschuhen steckt.“ Das DRK-Seniorenzentrum ist eine von 22 Einrichtungen in Deutschland, die das Zertifikat zum qualifizierten Schmerzmanagement tragen.

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Von Linda Ton

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