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Region Garbsen Nachrichten Grahl lehnt Kita-Neubau bei Stephanus ab
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18:30 26.02.2019
Ewald Grossmann zeigt das große Freigelände hinter dem Gemeindehaus. Quelle: Markus Holz
Berenbostel

Für die Kirchengemeinde wäre alles perfekt gewesen, sagt Pastor Ewald Grossmann: Seine Stephanusgemeinde muss das Gemeindehaus verkleinern, weil die Zahl der Mitglieder sinkt. Das alte Pfarrhaus muss abgerissen werden, weil es marode ist. Der große Freizeitpark ist nicht mehr zu bewirtschaften, weil es keinen Küster mehr gibt. Die Gemeinde hat an der Stephanusstraße Platz für die Betreuung von rund 95 Kindern in einer integrativen Gruppe, zwei Kindergarten- und zwei Krippengruppen. Erste Entwürfe waren fertig. Nach mehr als einem Jahr Gesprächen und Planung zusammen mit der Verwaltung hat Bürgermeister Christian Grahl das Projekt im Januar gestoppt.

Erbpacht oder Miete nicht wirtschaftlich

„Wir sind schwer enttäuscht“, sagt Grossmann, „wir haben auf Ratschlag der Stadt sogar unsere Kindergartengruppe im Gemeindehaus ab Sommer 2018 geschlossen, damit es beim Umbau des Hauses keine Probleme gibt“, sagt Grossmann, „und jetzt das. Der Kirchenvorstand sagt: Nie wieder mit der Stadt Garbsen.“

Bitte um große Lösung

Die Gemeinde hätte das Pfarrhausgrundstück und das Pfadfindergelände für den Bau von Reihenhäusern verkauft. Sie hätte das Gemeindehaus umgebaut, den Gemeindesaal abgerissen und die Kita in den Garten gesetzt. „Wir haben viele Optionen angeboten: Erbbaurecht und Miete, wir als Bauherr, die Stadt als Bauherr – es gäbe mehrere Möglichkeiten“, sagt Grossmann. „Ausdrücklich: Wir sind von der damaligen Sozialdezernetin Iris Metge gebeten worden, eine große Lösung zu suchen. Unsere Architektenpläne lagen der Stadt lange vor.“ Die Stadt schreibt dazu: Es hat nie einen Planungsauftrag gegeben.

Brisant an der Absage ist, dass in Berenbostel rein rechnerisch schon jetzt 105 Krippenplätze fehlen und dass die Stadt kaum eigene Grundstücke für Kita-Bauten hat. Brisant ist auch, dass Eltern von ein- bis dreijährigen Kindern einen Anspruch auf Kinderbetreuung haben, kurz: Sie könnten einen Krippenplatz oder eine Tagesmutterbetreuung einklagen.

Neue Kita am Hespe

„Ich könnte sofort zwei Krippengruppen aufmachen“, sagt Reinhard Hildebrandt, Leiter der Stephanus-Kita an der Roten Reihe, „der Unmut der Eltern ist in diesem Jahr sehr groß.“ Ähnlich berichtet es Hans-Gert Kalt vom Paritätischen Verein Berenbostel. Bei ihm stehen 122 Kinder auf der Warteliste, bei Stephanus sind es 162 – davon ist allerdings ein Großteil doppelt eingetragen. Die Zahlen beziehen sich auch nicht nur auf das nächste Kindergartenjahr. Den Überblick über die tatsächliche Nachfrage hat nur die Stadt.

Die Stadt hat ihre Haltung gestern bekräftigt: Bauten auf Erbpacht oder zur Miete sind für sie „grob unwirtschaftlich“. Die Situation bei Stephanus sei außerdem baulich schwierig wegen der Zahl der Parkplätze und der Nähe des Spielgeländes zu Anwohnern. Schnellere Abhilfe für Eltern verspricht sich die Stadt vom Bau einer großen Kita am Hespe auf eigenem Boden.

Von Markus Holz

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