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Region Garbsen Nachrichten Alte Gruft in Horst bietet Fledermäusen ein Winterquartier
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17:14 15.07.2019
Dagmar Strube und Eckhard Albrecht vom Nabu Garbsen zeigen die Steine, in denen die Fledermäuse überwintern sollen. Quelle: Anke Lütjens
Horst

In der alten Gruft an der Kirche in Horst aus dem Jahr 1681 befanden sich bisher vor allem Urnen und Särge. Aber die halb unterirdisch angelegte Grabstätte scheint auch ein Winterquartier für Fledermäuse zu sein – und für die gab es nun ein paar Neuerungen. „Als ich das erste Mal vor dem Gewölbe stand, war ich mir ziemlich sicher, dass dort bereits Fledermäuse im Winter Unterschlupf finden. Was fehlte, waren die Fledermaussteine“, sagt Dagmar Strube. Sie ist Fledermaus-Regionalbetreuerin beim Naturschutzbund (Nabu).

Bei den Fledermaussteinen handelt es sich um Hohlblocksteine aus Beton, die unterschiedlich große Aussparungen haben. Dorthinein krabbeln die Fledermäuse, um ihren Winterschlaf zu halten. Strube hatte von einigen Horster Bürgern gehört, dass in der Gruft im Winter immer wieder Fledermäuse gesehen worden waren.

Fledermäuse können frostfrei schlafen

Vor einigen Tagen haben Strube und Eckhard Albrecht vom Nabu die Gruft als Winterquartier für Fledermäuse eingerichtet. Dazu hängten sie an den Wänden die vorgearbeiteten Hohlblocksteine und einige bei einer Schüleraktion selbst gebaute Fledermausverstecke, sogenannte Fladensteine, auf. Darin können die streng geschützten Tiere ungestört und frostfrei schlafen. Zusätzlich sorgten die Nabu-Mitglieder dafür, das keine Ratten und Mäuse mehr in die Gruft gelangen können.

Der Nabu Garbsen richtet in der Gruft an der Horster Kirche ein Winterquartier für Fledermäuse ein. Quelle: Anke Lütjens

„Das Loch an der Vorderseite der Gruft ist das perfekte Einflugloch für die Fledermäuse“, sagt Strube. Am Donnerstag nahm sie von Wolfgang Dressel, Pastor der Kirchengemeinde Frielingen-Horst-Meyenfeld, den Schlüssel für die Gruft in Empfang.

Arten sind vom Aussterben bedroht

Fledermäuse halten von November bis März ihren Winterschlaf. Alle bei in Deutschland lebenden Fledermausarten sind Insektenfresser und vom Aussterben bedroht. Das hat viele Gründe. „Am schlimmsten sind Windräder“, sagt Fledermausexpertin Strube. Aber auch die Vernichtung von Lebensräumen, den Jagdrevieren der Fledermäuse, fehlende Winterquartiere sowie der Einsatz von Pestiziden und Insektiziden gehören dazu. „Allein eine Zwergfledermaus frisst in einer Nacht 4000 Mücken“, sagt Strube. Ein Exemplar dieser Art zieht sie gerade groß. Alle zwei Stunden muss das winzige Tierchen mit einer Spezialmilch gefüttert werden. Nach etwa sechs Wochen wird das Tier flügge und soll in sein altes Revier zurückgebracht werden.

Im Raum Garbsen leben 15 Arten

Strube betreut 15 Winterquartiere in der Region um Garbsen. „In Niedersachsen leben 19 Fledermausarten, in Garbsen sind es 15“, sagt sie. Die Horster Kirche sei äußerst lebendig, denn im Turm brüte seit einigen Jahren ein Falke. Der Nabu reinigt den Nistkasten. Für die Kooperation der Kirche mit dem Nabu hat Strube einen Antrag für eine Auszeichnung beim Bundesverband gestellt. Wenn Konfirmanden die Gruft besuchen, will sie auch eine Einheit über Fledermäuse anbieten. „Vielleicht sind auch andere Kirchen offen für ein derartiges Projekt“, hofft Pastor Dressel.

Von Anke Lütjens

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