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Region Garbsen Nachrichten Es geht nicht um Religion
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12:32 05.08.2013
Von Markus Holz
Gedenken nach dem Brandanschlag: Besucher der Andacht binden bunte Wunschbänder an den Sperrzaun - ein irischer Brauch, Idee von Pastorin Renate Muckelberg Quelle: Markus Holz
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Garbsen

Gestern mussten wir in der Redaktion eine E-Mail aus Bayern zum Brand der Willehadi-Kirche lesen und löschen. Eine Hatz auf Muslime, die christliche Kirchen anstecken - irrsinnig. Nichts war von solchen Gedanken in der Andacht nach dem Brand spürbar. Gott sei es gedankt, dass hier besonnene Menschen das Wort führen. Hier will niemand religiöse Gräben aufreißen. Das wäre abwegig, weil die Gruppe jener, denen die Tat angelastet wird, international besetzt ist.

Es geht hier nicht um Muslime, es geht um Kriminelle. Religion, Sprache oder Haarfarbe spielen keine Rolle.

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Beweise hat niemand. Ermittlern Hinweise zukommen zu lassen, ist spätestens nach diesem Brand Pflicht. Wer schweigt, macht sich am nächsten Brand mitschuldig. Die Ruine mahnt jeden, der etwas weiß.

Das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei in der Stunde davor, die Nähe zum Szene-Treff am Sperberhorst, die Uhrzeit - all das deutet aber auf die Gruppe jener hin, die uns seit Monaten weiß machen wollen, dass sie die Horst regieren. Sie terrorisieren, aber sie regieren nicht. Jene, die um den Glockenturm von Willehadi stehen, sind die Mehrheit. Und sie stehen so dicht, dass er nicht fallen kann. Die Ruine mahnt, diese Reihen geschlossen zu halten.

Hat Garbsens Sozialpolitik versagt? Es ist Enormes geleistet worden für Kinder bis etwa 15 Jahren. Auf die jungen Erwachsenen vom Sperberhorst hat Sozialpolitik in drei Jahren Zündelei aber keine Antwort gefunden - dafür ist die Ruine leider auch ein Mahnmal.

Nachrichten Willehadi-Kirche nur noch Ruine - Garbsen nach Kirchenbrand unter Schock
Tobias Morchner 05.08.2013
Markus Holz 05.08.2013