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Region Garbsen Nachrichten Warum sind Sie gern Polizist, Herr Parbs?
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12:33 02.08.2019
Bürgernah: Das Kinderfest zum Ferienstart auf dem Hérouville-St.Clair-Platz gehört zu den festen Terminen im Kalender von Guido Parbs. Quelle: Jutta Grätz
Garbsen

 Als Guido Parbs mit seinem kuriosen blau-weißen BMW-Polizei-Roller vor dem Planetencenter hält, bildet sich schnell eine Menschentraube um ihn. „Seitdem ich das Fahrzeug fahre, sprechen mich noch mehr Leute an“, sagt der 54-Jährige, seit Oktober 2016 Kontaktbeamter in Garbsen. Mit Bürgern ins Gespräch kommen, das ist seine Aufgabe und auch die seines Kollegen Dennis Kortschakowski. Beide haben sich ihr Arbeitsgebiet aufgeteilt. Kortschakowski betreut die Stadtteile nördlich der Bundesstraße 6 und Garbsen-Mitte, Parbs ist in den südlichen unterwegs.

Der Kontaktbeamte Guido Parbs von der Polizei Garbsen ist seit Kurzem auf einem auffälligen BMW-Roller unterwegs. Quelle: Gerko Naumann

„Jeden zweiten Tag bin ich im Planetencenter“, sagt er. „Hier trifft sich Garbsen.“ Und die Leute treffen ihn. Wiederholt bleibt er auf den Gängen stehen, grüßt einen Ratsherren, eine Bäckereifachverkäuferin und klönt kurz mit Nicole Meier und ihrem Sohn Maddox. Die drei kennen sich von den Spielen des Fußball-Regionalligisten TSV Havelse. Bevor Parbs losfährt zu seiner Dienststelle, gibt es noch einen schnellen Kaffee bei Bine Geisler in der Sportsbar neben dem Center.

„Ich liebe die Horst und die Dornröschen-Dörfer“

Ich lebe in Garbsen seit ...

meiner Geburt 1964, mit einer kurzen Unterbrechung.

Ich mag an Garbsen ...

Alles: die gute Infrastruktur, die städtischen Stadtteile, die Dornröschen-Dörfer – die Mischung macht Garbsen aus.

Das könnte man verbessern …

Garbsen ist gut aufgestellt. Aber eine Anregung habe ich: Toll wäre eine Multifunktionshalle für Sport- und Konzertveranstaltungen.

Präsenz ist das Wichtigste

Der Kontaktbeamte sitzt schon abfahrtbereit in seinem Roller, da berichtet ihm eine Bürgerin von Rasern in ihrer Nachbarschaft. „Ich spreche das bei der Stadtverwaltung an“, verspricht ihr Parbs. „Es gibt nichts wichtigeres als Präsenz im Stadtteil und das klassische Gespräch“, meint der Kontaktbeamte. Ob auf der Horst beim Kinderfest am Hérouville-St. Clair-Platz, bei der Eröffnung der Parkouranlage, beim Laternenfest am Berenbosteler See oder beim Richtfest für das Stadtteilhaus in Altgarbsen: Er zeigt sich in den Stadtteilen, will ansprechbar sein. „Ich bin Schutzmann mit Leib und Seele“, sagt er.

Alle Teile der Serie lesen Sie hier:

Eine Stunde mit Jürgen und Heike vom Hof Hornbostel in Stelingen

Eine Stunde mit Künstleragentin Mone Werner aus Altgarbsen 

Eine Stunde mit Friedhofsgärtner Stefan Wassmann 

Eine Stunde mit Eisproduzent Giorgio Capalbo aus Stelingen 

Eine Stunde mit Imbissbetreiber Rudi Schubert in Altgarbsen

Eine Stunde mit der Badeaufsicht Sahin Canbolat am Blauen See

Parbs ist in Garbsen aufgewachsen. „Ich kenne hier jeden Baum und jeden Stein.“ Der gebürtige Horster absolvierte die Polizeiausbildung in Liebenau bei Nienburg. Drei Jahre lang, in den Achtzigerjahren, war er in einer Spezialeinheit tätig, bis 2016 im Streifendienst in ganz Garbsen unterwegs. Nach seinem Rundgang durch das Planetencenter geht es auf eine Stippvisite ins Büro. Dort begrüßt er Jurastudentin Nelly Ebel, für eine Woche als Praktikantin mit seinen Kollegen in Garbsen unterwegs.

Sport ist seine Leidenschaft

An der Wand hinter seinem Schreibtisch hängen Erinnerungen an seine Arbeit: „Danke für den tollen Tag“, steht auf einem Bild. „Das hat ein Kind nach einer Ferienspaßaktion bei der Polizei für mich gemalt.“ Nächstes Ziel ist das Rathaus. Parbs gibt im Ordnungsamt den Schlüssel aus dem Nachlass eines Verstorbenen ab. Die Angehörigen sind nicht auffindbar.

Garbsens Kontaktbeamter Gudio Parbs ist auch bei der Eröffnung der neuen Parkour-Anlage im Stadtteil Auf der Horst dabei. Quelle: Gerko Naumann

Seine zweite Leidenschaft ist der Sport, allen voran der Fußball. Parbs spielt seit seiner Kindheit, seit einigen Jahren in der Alten Herren des MTV Meyenfeld. „Tore schieße ich selten, aber wenn, dann gegen meinen Heimatverein TSV Horst“, sagt der 1,92-Meter-Mann schmunzelnd. Sport begleitet auch sein Berufsleben. Für heute steht noch eine Laufprüfung an. Drei junge Kollegen müssen fünf Kilometer um den Berenbosteler See laufen – als Voraussetzung für die Ernennung zum Beamten auf Lebenszeit. Parbs stoppt die Zeit. „Seid ihr gedehnt?“, fragt er die Prüflinge. „Dann geht’s los“ und alle joggen zum Startpunkt am Landhaus am See. Eine sportliche Arbeitsstunde.

„Eine Stunde mit...“

Ob Eisverkäufer, Geflüchteter, Künstleragentin, Landwirt oder Pastorin: In unserer Sommerserie „Eine Stunde mit ...“ wollen wir Garbsener zum Gespräch treffen, sie kennenlernen und ihre Geschichten erzählen. Wir treffen Menschen in ihrem beruflichen Umfeld und zu Hause, wollen herausfinden, wie sie leben, was sie machen und was sie an der Stadt mögen. Unsere Reporter sind den ganzen Sommer lang unterwegs, um eine interessante, aufschlussreiche und spannende Stunde mit Ihnen zu verbringen.

Von Jutta Grätz

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