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Nachrichten Weltrekord: Reiterinnen aus Thönse kommen ins Guinness-Buch
Region Burgwedel Nachrichten Weltrekord: Reiterinnen aus Thönse kommen ins Guinness-Buch
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17:35 07.08.2019
Sie waren bei der Friesen-Weltrekord-Quadrille dabei: Patricia Rehbock mit Wallach Sietze (links) und Britta Heydemann mit Stute Maartje fan de Wijde Blick. Quelle: privat
Thönse

Reiter gibt es in und um Burgwedel zahlreiche. Doch bei einem Weltrekordritt dabei gewesen zu sein, der sich im Guinnessbuch der Rekorde wiederfindet, das können nur die wenigsten von sich behaupten. Patricia Rehbock und Britta Heydemann schon: Mit ihren Friesen Sietze und Maartje fan de Wijde Blick waren sie Anfang Juli auf der Equitana in Mannheim Teil der mit 132 Pferden bisher größten Quadrille überhaupt. Die Friesenshowpferdegruppe Ostsee-Quadrille hatte das Spektakel organisiert, das schließlich ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen wurde.

Alten Rekord hielten 103 Haflinger

Eine gelungene Dressur-Quadrille, das ist für Zuschauer ein wahrer Genuss. Zu Musik zeigen Reiter mit ihren Pferden in einer Formation eine Choreografie bestimmter Bahnfiguren in mehreren Gangarten. Das soll, wie beim Formationstanzen, leichtfüßig, aber synchron sein. Je mehr Pferde zusammen eine Quadrille zeigen, umso schwieriger wird das naturgemäß. Es geht hier also um die hohe Schule der Reiterei, die gute Koordination der Mitmachenden verlangt.

Den Rekord für die weltgrößte Quadrille hielten bisher 103 Haflinger, er stammt aus dem Jahr 2008. In Mannheim sollten es Friesen sein, die kraftvollen schwarzen Pferdeschönheiten. Mindestens sechs Minuten musste die Quadrille dauern, alle Pferde gemeinsam jeweils Schritt und Trab laufen und drei Hufschlagfiguren zeigen: Das waren die Voraussetzungen der Richter vom Guinnessbuch der Rekorde.

Bewerbung übers Internet

Aufmerksam geworden auf den Weltrekordversuch war Rehbock, die ihr Pferd auf dem Hof Feldmann in Thönse eingestellt hat, über eine Ausschreibung im Internet. „Die Ostsee-Quadrille suchte Reiter, die Lust hatten, beim Weltrekordversuch dabei zu sein“, erzählt sie. Voraussetzungen waren unter anderem, dass die Pferde mindestens sechs Jahre alt und für Turniere geimpft waren, keine Probleme vor großem Publikum haben und eng an anderen Pferden gehen können. Die Reiter mussten keine Profis sein, aber das E-Niveau in der Dressur bewältigen können. Neben einem Gesundheitszeugnis mussten die Teilnehmer bei ihrer Bewerbung auch Fotos und Trainingsvideos einreichen.

Rehbock hatte sofort Lust mitzumachen. Sie reitet seit Jahren klassisch-barock und war auch bei der großen Quadrille unter der Leitung von Richard Hinrichs im Rahmenprogramm zum Feuerwerkswettbewerb im Großen Garten am 1. Juni zu sehen. Heydemann, die auch seit ihrer Kindheit reitet, war dagegen eher zurückhaltend: „Ob ich das auch wirklich kann?“ Doch ihre Freundin überzeugte sie: „So konnten wir zusammen fahren. Und die Gelegenheit bekommt man ja nun wirklich nicht alle Tage“, sagt sie. Also war die Tour beschlossene Sache. Um die Fahrt über mehr als 400 Kilometer für den 14-jährigen Wallach und die siebenjährige Stute möglichst kurz und angenehm zu halten, ging es nachts los. „Und wir kamen gut durch, nach etwa sechs Stunden waren wir da“, erzählt Rehbock.

Weltrekord mit generalstabsmäßiger Planung

Bereits bei der Ankunft bekamen beide einen Eindruck von der unwahrscheinlich großen Logistik, die hinter dem Weltrekordversuch stand. „Das war super organisiert, die haben echt an alles gedacht“, sagt Heydemann. Vom Tierschutz – Hilfszügel jeder Art waren beispielsweise verboten, Tierärzte begutachteten die Tiere vorher genau – bis hin zur Platzvergabe der Einstellboxen. Diese waren so sortiert, dass die, die in der Formation nebeneinander laufen sollten, auch nebeneinander standen. Um zu verhindern, dass sich die Hengste beim Ritt von Stuten ablenken ließen, war die Formation so aufgestellt, dass sie sich auch beim geplanten Durcheinanderreiten niemals zu nahe kamen.

Teilnehmer aus sieben Nationen

Eine Choreografie mit 132 Pferden, die in drei Reihen nebeneinander laufen, quasi Nüstern an Schweif – eigentlich verlangt das nach intensivem, gemeinsamem Training. Die Zeit jedoch gab es nicht, da die aus sieben Nationen stammenden Teilnehmer erst kurz vor dem großen Tag anreisten. So waren für die Reiter Trockenübungen angesagt. „Wir sind die Quadrille in der Formation am Donnerstag zu Fuß zweimal abgelaufen“, sagt Rehbock. Einmal wurde dann mit den Pferden geübt. Und das lief laut den beiden Teilnehmerinnen erstaunlich gut. Lediglich eine angereiste Reiterin habe sich kurzfristig entschlossen, aus Sicherheitsgründen doch nicht mitzumachen, da ihr Pferd zu nervös war.

Ein weißer Friese als Glücksbringer

„Es war schon etwas ganz Besonderes“, sind sich die beiden einig und spüren beim Zurückdenken erneut etwas von dem Kribbeln, das sie beim Auftritt vor Tausenden bei der Equitana Open Air vor rund einem Monat hatten. „Da wir ziemlich weit hinten geritten sind, haben wir schon etwas von der Quadrille sehen können“, sagt Rehbock. Das Publikum habe sie indes komplett ausgeblendet für die Konzentration, sagt Heydemann.

Nach dem Auftritt war minutenlanges Zittern angesagt. Denn erst, nachdem die Videoaufnahme genau überprüft worden war, teilte Seyda Subasi Gemici von Guinness World of Records mit: Der Rekord von 2008 wurde gebrochen. Der tierische Glücksbringer hatte funktioniert. Denn: „An der Spitze lief ein weißes Pferd, auch ein Friese. Den hatten die Veranstalter als Glücksbringer mitmachen lassen“, erklärt Rehbock, eine Besonderheit, die viele Zuschauer interessierte.

Holländer wollen kontern

Sie selbst, sagt die 38-Jährige, würde jederzeit wieder bei einem solchen Ritt mitmachen – wenn die Anfahrt denn nicht zu weit ist. „Die Holländer haben im Internet schon angekündigt, dass sie kontern werden. Mal schauen, ob sie es wirklich tun“, sagt sie schmunzelnd. Denn die Friesen sind ja eigentlich eine niederländische Pferderasse, die ihren Ursprung in der Provinz Friesland hat. Doch erst einmal ist die nächste Quadrille in der Nähe dran: Am 15. September beim Renntag auf der Neuen Bult in Hannover-Langenhagen.

Von der Leyen reitet Quadrille bei der CHIO

Eine der wohl prominentesten Teilnehmerinnen an einer Quadrille ist Ursula von der Leyen. Die CDU-Politikerin und ehemalige Verteidigungsministerin, die in Beinhorn bei Burgdorf wohnt und am 1. November ihr Amt als Präsidentin der Europäischen Kommission aufnimmt, ist begeisterte Reiterin.

Bei der Eröffnung der Pferdesport-EM in Aachen im August 2015 ritt sie bei einer Quadrille der zehn deutschen Landgestüte mit 68 Hengsten mit. Und begeisterte in traditioneller Uniform des Celler Landgestüts 40.000 Zuschauer im Hauptstadion der CHIO-Anlage. Es sei eine „faszinierende Quadrille“, hatte von der Leyen damals gesagt. Ohne Training ging es natürlich nicht bei dieser von der Öffentlichkeit beachteten Veranstaltung. Drei Tage hatte die Politikerin dafür in Aachen trainiert, dafür extra ihren Urlaub in diese Zeit gelegt. Schon in den Tagen zuvor hatte sie in Celle geprobt.

Hier gibt es Videos von von der Leyens Auftritt und Proben.

Von Sandra Köhler

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