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Nachrichten Oratorienchor beeindruckt mit Mozart
Region Burgwedel Nachrichten Oratorienchor beeindruckt mit Mozart
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08:56 26.11.2018
Der Oratorienchor Burgwedel, die vier Solisten Julia Meinecke (Sopran), Torsten Gödde (Bass), Jakob Warlich (Tenor) und Luca Segger (Altus) sowie die Helios Kammerphilharmonie Hannover lassen Mozarts Missa brevis erklingen. Quelle: Sybille Heine
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Großburgwedel

Gleich zwei kleine Messen hat der Oratorienchor Burgwedel unter der Leitung von Martin Lüssenhop am Ewigkeitssonntag in der St.-Paulus-Kirche aufgeführt. 300 Zuhörer ließen sich in die Zeit um 1774 entführen, als Wolfgang Amadeus Mozart seine Missa brevis in D-Dur und wenige Jahre später die Missa brevis in B-Dur komponierte.

Unterstützt wurden die etwa 60 Sänger von vier Solisten. Julia Meinecke (Sopran), Luca Segger (Altus), Jakob Warlich (Tenor) und Torsten Gödde (Bass) bestritten die Solopartien. Die Begleitung hatte die Helios Kammerphilharmonie Hannover unter der Leitung von Mirjam Klein übernommen.

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D-Dur gilt als die festlichste unter den Tonarten. Mozart komponierte seine kleine Messe vermutlich für den liturgischen Gebrauch im Salzburger Dom. Keiner der Sätze hat ein Vorspiel, so dass sich die Sänger gedanklich gut auf das Kommende vorbereiten mussten. Das gelang ausgezeichnet. Schon das Kyrie klang frisch und mündete in ein festliches Amen.

Julia Meinecke und Torsten Gödde überzeugten mit ihren gut geführten Stimmen. Luca Segger und Jakob Warlich fehlte das nötige Volumen. Das abschließende Agnus Dei mit seinen Piano-Stellen verlor ein wenig an Dynamik, endete dann aber mit einem glanzvollen Dona nobis pacem.

Bevor die zweite kleine Messe in B-Dur erklang, offerierte Chorleiter Martin Lüssehop ein fröhliches Mozart-Potpourri an der Orgel. Das war insofern passend, als auch den beiden kleinen Messen eine heiter, beschwingte Grundstimmung zu eigen ist.

Dann stimmten der Chor und die Solisten das wunderschöne Kyrie an. Kompositorisch ist die Missa brevis in B-Dur von hohem Niveau. Sie ist die letzte der Missa-brevis-Vertonungen Mozarts und zugleich das reifste Werk dieser Gattung. Mit ihrem lyrischen Charakter wirkt sie fast intim. Schwierige Einsätze und Piano-Stellen hielten den Chor in Atem. Beim Benedictus kam Julia Meineckes schnörkellose Sopranstimme besonders schön zur Geltung. Mit einem frisch und lieblich musizierten Dona nobis pacem, einem Friedensgebet, klang auch die zweite kleine Messe aus. Die Zuhörer bedankten sich bei den Sängern mit langanhaltendem Applaus.

Von Sybille Heine