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Region Burgwedel Nachrichten Investor setzt auf Eigentumswohnungen
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00:22 26.11.2018
Das Haus soll einem Neubau weichen: Der Investor Heinz von Heiden plant auf dem Grundstück zwei Mehrfamilienhäuser zu bauen. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

Die Pläne für das Grundstück In der Meineworth 20/20a konkretisieren sich: Die alten Gebäude auf dem Gelände sollen abgerissen werden, dafür zwei Mehrfamilienhäuser entstehen. Statt sieben wie bisher soll es dann künftig 32 Wohnungen auf dem Grundstück geben. Allerdings werden dies statt günstiger Miet- teurere Eigentumswohnungen sein. In der jüngsten Sitzung des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses stellten Vertreter der Firma Heinz von Heiden aus Isernhagen H.B. die Pläne vor.

Komplett ausgenutzt: So plant der Investor Heinz von Heiden den Neubau auf seinem Grundstück. Quelle: Zeichnung: (n)raum netzwerk für raumkultur

Die barrierefreien Wohnungen sollen zwischen 50 und 100 Quadratmeter groß sein. „Zusammengerechnet haben die neuen Wohnungen eine Gesamtfläche von 2600 Quadratmetern“, sagt Architekt Christian Ostendorf, der für Heinz von Heiden das Projekt plant. Damit will der Investor das Maximum des gesetzlich Möglichen aus dem Grundstück herausholen – und noch ein wenig darüber hinaus gehen. Um so wie im Ausschuss präsentiert bauen zu können, müssten an drei Stellen Ausnahmegenehmigungen vom geltenden Bebauungsplan gewährt werden, da die geplanten Häuser nicht die Mindestabstände zu den Grundstücksgrenzen einhalten.

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Ein Wunsch, der Politik und Verwaltung durchaus einige Kopfschmerzen bereitet. „Zum einen ist es schade, dass in Großburgwedel wieder eine alte Hofstelle verschwindet, zum anderen sollte man diese geplante Bebauungsdichte noch einmal überdenken“, sagt Ortsbürgermeister und Ausschussmitglied Rolf Fortmüller. Und auch Bauamtsleiter Oliver Götze sieht Gesprächsbedarf: „Wir werden die Änderungswünsche sicher nicht einfach durchwinken“, sagt er und kündigt an, die Politik in den Entscheidungsprozess einzubinden zu werden. „Diese Ausnahmegenehmigungen wird die Verwaltung nicht allein entscheiden. Wir werden diese sicher im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss zur Diskussion stellen“, erklärt Götze. „Gegebenenfalls müsste dann der Bebauungsplan geändert werden“, stellt der Bauamtsleiter fest.

Angebot des Investors: Die Bushaltestelle könnte in sein Grundstück integriert werden. Quelle: Zeichnung: (n)raum netzwerk für raumkultur

Und genau darin würde ein nicht unerhebliches Risiko für den Investor liegen. Denn: Zwischenzeitlich hat die Politik die Regelung für den Nachweis von Stellplätzen geändert. Wird ein neuer Bebauungsplan aufgestellt, dann muss der Bauherr künftig bei Mehrfamilienhäusern eineinhalb statt wie bisher einen Autostellplatz je Wohnung nachweisen. Eine Forderung, die auf dem Grundstück In der Meineworth 20/20a so ohne weiteres nicht zu verwirklichen wäre beziehungsweise den Bau erheblich verteuern würde.

In den nächsten Wochen soll es nun Gespräche zwischen der Stadtverwaltung und Heinz von Heiden geben. Aber auch die Stadt Burgwedel könnte von dem Vorhaben ein Stück weit profitieren: Der Bürgersteig vor dem Grundstück ist sehr schmal, außerdem gibt es dort wenig Platz für die Bushaltestelle. Bei einer Neuordnung könnte der Bürgersteig verbreitert und die Haltestelle in das Grundstück integriert werden. „Das können wir uns gut vorstellen“, sagt Heinz-von-Heiden-Chefprojektentwickler Christian Burrichter. Es gibt also noch einiges zu verhandeln, und dafür scheint es auch noch ausreichend Zeit zu geben. Denn: „Wir haben noch keinen Baubeginn geplant“, erklärt Burrichter.

Und ein weiteres Problem dürfte auf Heinz von Heiden auch noch zukommen. Das Haus ist vermietet und die Mieter haben nicht vor auszuziehen. „Wir wollen hier wohnen bleiben“, sagt Silvia Wolf, die seit Jahren in dem Haus wohnt. Zwar hatte der ehemalige Hauseigentümer die Mietverträge aller sieben Parteien vor dem Verkauf gekündigt, aber „diese Kündigungen sind unwirksam“, sagt Matthias Reinecke. „Es fehlt schlicht eine Begründung für die Kündigung. Und ohne eine solche kann man kein Mietverhältnis kündigen“, erklärt der hannoversche Anwalt gegenüber der HAZ. Er vertritt die Interessen der Mieter.

Von Thomas Oberdorfer