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Region Burgwedel Nachrichten Mitarbeiter beschenken Flüchtlingskinder
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00:19 23.12.2018
Rebecca Bode (von links) übergeben an Abdullah ein Geschenk mit Katharina Busse und Jepin Emer. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
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Fuhrberg

 Zu Weihnachten etwas spenden, das ist für die Mitarbeiter der Burgwedeler Firma Relog seit Jahren eine Herzenssache. Bislang überwiesen sie zumeist Geld an das SOS Kinderdorf oder an andere Institutionen. Für dieses Jahr hatten sie sich etwas ganz besonderes überlegt. Die Idee stammt von der Mitarbeiterin Rebecca Bode. Die 23-jährige und ihre 34 Kollegen, die sich im Berufsalltag um die Lohnabrechnungen anderer Firmen kümmern, packten 30 Weihnachtsgeschenke für Kinder aus geflüchteten Familien. Zwei Tage lang waren Bode, Geschäftsführerin Katharine Busse und Auszubildende Jepin Emer von Haus zu Haus in Burgwedel unterwegs, um die Geschenke an die Sechs- bis Elfjährigen persönlich zu übergeben.

Unter den Beschenkten war auch Abdullah. Seine zwei Brüder Noureddin und Hasan sowie Mutter Mahmoud Alboukand stammen aus Damaskus in Syrien und wohnen seit über einem Jahr in Fuhrberg. Der achtjährige Abdullah hatte sich eigens für die feierliche Übergabe in Schale geworfen: Er trug ein Hemd und eine Weste bei der kleinen Bescherung. Seine Mutter kochte für den Besuch Kaffee und Tee und stellte Knabbereien auf den Wohnzimmertisch. Katharine Busse überreichte dem Jungen das Präsent. Abdullah freute sich über Buntstifte und über einen Lego-Bausatz mit 130 Teilen, aus dem ein Helikopter oder ein Air-Boot gebaut werden können. Der Grundschüler war sichtlich gerührt und bedankte sich herzlich bei den drei Mitarbeiterin der Firma Relog. „Allein schaffe ich es nicht, aber meine Brüder helfen mir bestimmt bei Bauen“, sagte der begeisterte Fußballer und freute sich auch noch über zwei Tafeln Schokolade.

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„Es ist schön die glücklichen Gesichter zu sehen“, sagte die Geschäftsführerin nach der Übergabe. Bei allen Familien sei die Freude groß gewesen. „Das hätten wir nicht erfahren, wenn wir nicht alle besucht hätten.“

Eigens für die Aktion nahm Mitarbeiterin und Organisatorin Rebecca Bode mit der Stadt Burgwedel Kontakt auf. „Wir wussten nicht wie viele Kinder ein Geschenk bekommen könnten“, erzählte Bode. Zudem kennt sie sich nicht aus, welches Spielzeug zu welcher Kultur passt. Und nicht jeder kenne Brettspiele, sagt Bode. „Deshalb waren die Informationen der Verwaltung für uns sehr hilfreich.“

Mehrere Hundert Euro haben die Mitarbeiter insgesamt für die 30 Kinder eingesammelt. Bode und ihre Kollegin Jepin Emer kauften für das Geld groß ein. „Die Spielsachen füllten zwei volle Einkaufskörbe“, berichtete die Organisatorin. Welche Spendenaktion der Kleinburgwedeler Betrieb nächsten Jahr auf die Beine stellt. „Das steht noch nicht fest“, sagte Bode.

Von Katerina Jarolim-Vormeier