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Region Burgwedel Nachrichten Voltigierverein Großburgwedel braucht neues Pferd
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16:35 25.03.2019
Trainerin Tina Rohleder (links), Pia Klein (2. von rechts) und die Kinder und Betreuerinnen des Voltigierverein Großburgwedel mit ihrem Sorgenkind Ulf. Quelle: Sandra Köhler
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Großburgwedel

Ulf ist der Liebling des Voltigiervereins Burgwedel. Trotzdem haben die Pferdesportler schweren Herzens beschlossen, sich von dem braunen Oldenburger mit der weißen Blesse zu trennen. Denn: der Wallach ist dem Stress seiner Aufgabe nicht mehr gewachsen. Ein neues Voltigierpferd ist, wie der Verein aus eigener Erfahrung weiß, weder einfach zu finden – noch zu finanzieren. Deswegen hofft er auf Unterstützung.

Pferd zeigt Nerven

„Ulf ist das talentierteste Pferd, das ich je besessen habe. Und ich bin seit 30 Jahren in diesem Sport“, sagt Trainerin Tina Rohleder: „Er will es einem zu 100 Prozent recht machen. Und wenn er gut drauf ist und durch die Halle läuft, ist er einfach ein toller Anblick.“ Doch genau da liegt das Problem: Gut drauf ist das Pferd immer seltener. Denn Ulf zeigt Nerven. Noch einer tollen Saison im Jahr 2016, bei der die Leistungsgruppe des Vereines mit ihm in die Leistungsklasse M* aufgestiegen war, ging es bergab.

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Voltigiergruppe kann Leistung nicht zeigen

„Ulf ist sehr sensibel, bekommt leicht Panik, so dass wir seit zwei Jahren auf keinem Turnier mehr turnen konnten, da wir nicht wissen, wie er reagiert“, sagt Pia Klein aus der Leistungsgruppe, die auch die Minis, eine der drei Gruppen des Vereins, trainiert. „Es ist schade, die Mädchen sind richtig gut und mit Feuereifer dabei, können aber nicht zeigen, was sie können“, sagt Rohleder bedauernd. Das berge auch die Gefahr, dass die Sportlerinnen sich anderen Vereinen anschlössen. Ärztliche Untersuchungen ergaben keine Ursache für die Beschwerden des Pferdes, das der Verein 2014 erworben und selbst zum Voltigierpferd ausgebildet hat. Ruhe, Massagen, Osteopathie, nichts brachte auf Dauer Besserung.

Nervenflattern beim Voltigierturnier

Bei der Auswahl der Musik achteten die Sportlerinnen mittlerweile darauf, dass es keine lauten Stellen oder gar Klatschen gab, bei denen sich das Pferd erschrecken könnte. „Wir hatten auch versucht, uns bei Turnieren draußen warm zu machen und erst auf den letzten Drücker in die Halle zu kommen“, berichtet Klein von den Anstrengungen, doch noch alles zum Guten zu wenden. Beim letzten Versuch, einem Probeturnier am 9. März, schien auch erstmal alles gut zu laufen. „Bis wir die Prüfung hatten, dort war die Atmosphäre so irritierend für ihn, dass er nicht mehr auf die Hilfen der Longenführerin reagiert hat“, sagt Klein.

Pferd soll verkauft werden

Ein Pferd, das die Nerven verliert und bei Auf- und Abgängen plötzlich losgaloppiert, sei nicht nur für den Turniersport nicht geeignet, sondern auf Dauer auch ein Sicherheitsrisiko, sagt Rohleder. Die Eltern der etwa 25 Kinder waren über die Situation im Bilde und hatten vor gut einem Jahr auch zugestimmt, Ulf noch eine Chance zu geben. Doch nun sei die Zeit gekommen, sich nach einem neuen Pferd umzuschauen. Wenn dieses gefunden ist, soll Ulf ein gutes Zuhause bekommen, sagt Rohleder: „Entweder bei einem erfahrenen Reiter, der ihm die nötige Sicherheit geben kann. Oder als Beistellpferd auf einer Weide.“

Neues Voltigierpferd ist teuer

An der geplanten Neuerwerbung – denn das vorhandene Holzpferd kann das Üben am lebenden Tier nicht ersetzen – wollen sich die Eltern finanziell beteiligen. Doch ein passendes Pferd, auch wenn es noch nicht ausgebildet ist, ist teuer. Ausgebildet beginne die Preisspanne bei etwa 11. 000 Euro, sagt Klein. Bei der Lotto-Sport-Stiftung und der Sparkasse haben Rohleder und Klein bereits Anträge für Zuschüsse gestellt, beim Regionssportbund ist dies erst nach Erwerb des Tieres möglich. Wer den Verein unterstützen will, kann per E-Mail an volti.grossburgwedel@web.de Kontakt aufnehmen.

Von Sandra Köhler