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Region Burgwedel Nachrichten Stadt will Straßen nachhaltiger sanieren
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11:59 26.08.2018
Die Ernst-Pflüger-Straße in Wettmar soll, wenn es nach der Stadtverwaltung geht, beispielhaft saniert werden. Quelle: Martin Lauber
Burgwedel

„Zeichen setzen“ möchte Burgwedels Bauverwaltung. Beispielhaft zeigen, dass eine Wohnstraße nach einer fälligen Sanierung nicht mehr trostlos nur aus Asphalt und Pflaster bestehen muss. Dass man sie teilweise entsiegeln und auf diese Weise auch Niederschläge vor Ort versickern lassen kann, wie es heutzutage in Neubaugebieten Stand der Technik ist. Die Ernst-Pflüger-Straße in Wettmar könnte das Anschauungsobjekt für eine neue Nachhaltigkeit im Straßenbau werden, der „Einstieg“ für ganz Burgwedel quasi – falls die Kommunalpolitiker zustimmen. Und hinterher weitere Wohnstraßen, wenn die Sanierung fällig wird.

Ein Gestaltungsbeispiel für die Ernst-Pflüger-Straße – mit Grüninseln, Bäumen, Versickerungsmulden und definierten Parkplätzen. Quelle: Aghdas-fattahi

Bauamtsleiter Oliver Götze und sein Mitarbeiterstab haben ihren Vorschlag jüngst im Bau-, Planungs- und Umweltausschuss ausgebreitet. Die nach einem niedersächsischen Heimatdichter benannte Ernst-Pflüger-Straße steht auf der Liste der zu sanierenden Straßen ganz oben. Notdürftig verfüllte Risse und Schlaglöcher gibt es überall in der Teerdecke des rund 200 Meter langen Straßenwinkels: 2200 versiegelte Quadratmeter öffentlicher Straßenraum, die direkt in den Regenwasserkanal entwässert werden.

Eine konventionelle Deckensanierung würde nach Berechnung des städtischen Straßenbauingenieurs Andrej Wyshimok 139.127,31 Euro kosten, die exemplarisch „zeitgemäße“ dagegen mit rund 400.000 Euro zu Buche schlagen. Dafür würde es grün werden, wo jetzt auf den elf Metern Straße plus Bordstein allenfalls ein paar Grashalme im Rinnstein gedeihen. Die Verwaltung stellte unterschiedliche Ideenskizzen im Ausschuss vor, über die als erstes der Ortsrat Wettmar beraten wird. Zwischen Versickerungsmulden, Bäumen und definierten Parkplätzen würde die Fahrbahn mäandrieren. Nicht nur die langsame Fahrgeschwindigkeit und die höhere Wohnqualitität sprächen aus Sicht von Götze für eine solchen Ausbau, sondern auch die Chance, die Entwässerung der Straße vom überlasteten Kanalnetz abzukoppeln. Das würde indirekt Kosten sparen und das Portemonnaie der Abwassergebührenzahler schonen.

Bislang hat die Stadt alle Straßenreparaturen als beitragsfreie „Instandsetzungsmaßnahme“ grundsätzlich auf Kosten der Allgemeinheit finanziert. Doch bei grundlegenden Sanierungen muss laut Kommunalem Abgabengesetz zwingend mit den Anliegern abgerechnet werden. Die teurere Ausbauvariante – der Stadtanteil betrüge 25 Prozent – kommt aus Sicht der Verwaltung deshalb erst nach Einführung der bereits im Grundsatz beschlossenen wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge infrage.

Danach würden nicht die Anlieger allein für Sanierung bezahlen, sondern alle Grundstückseigentümer in Wettmar. Der Unterschied ist riesig: Im ersten Fall müssten sich die Anrainer der Ernst-Pflüger-Straße mit 20 Euro für jeden Quadratmeter ihres Grundstücks an den Kosten beteiligen, nach dem künftigen Modus aber nur mit 25 Cent. Für Besitzer eines 600-Quadratmeter-Grundstücks wären das 150 statt 12.000 Euro. Die Kehrseite ist allerdings, dass sie künftig mit zur Kasse gebeten werden, wenn an anderer Stelle im Dorfgebiet Straßen saniert werden.

Die kaputtesten Straßen müssen noch warten

Straßenbauingenieur Andrej Wyshimok hat erneut das komplette städtische Straßen- und Wegesystem abgeschritten und akribisch notiert, wo was mit welcher Priorität fällig ist. Seit 2015 sind auf Basis dieser Erkenntnisse im Stadtgebiet bereits 30 Straßen auf zwölf Kilometern saniert worden.

Und künftig möchte Wyshimok auch die Wirtschaftswege systematisch abarbeiten. Bisher seien auf den Schotterwegen die zahlreichen Schlaglöcher immer nur mit kurzfristigem Erfolg verfüllt worden. „Das verschlingt alle Jahre wieder neues Geld“, sagte der Straßenbauer jetzt im Bauausschuss. Losgehen soll es 2019 mit dem Trülldamm, für 71.400 Euro soll er auf fünf Kilometern Länge erneuert werden.

Circa eine Million Euro beträgt das Budget für die Straßenunterhaltung, das die Verwaltung für 2019 anmelden will – das Gros des Geldes ist für drei Instandsetzungen einkalkuliert. Die Heidbergstraße in Kleinburgwedel soll auf 283 Metern Länge für 182.130 Euro und die Straße Schrieberwisch in Fuhrberg auf 193 Meter Länge für 128.833 Euro in Ordnung gebracht werden. Für die Ernst-Pflüger-Straße in Wettmar sind nur die Kosten für eine konventionelle Instandsetzung von knapp 140.000 Euro zugrunde gelegt. Die Verwaltung wünscht sich aber weit aufwendigere Ausbauvarianten.

Es gibt in Burgwedel durchaus kaputtere Straßen als die drei vorgeschlagenen – den Pappelweg in Großburgwedel zum Beispiel, der so grundlegend erneuert werden muss, dass die Anlieger an den Kosten beteiligt werden müssten. Genau deshalb taucht der Pappelweg nicht auf Wyshimoks 2019-er Liste auf. Erst, wenn die wiederkehrenden Straßenausbaubeiträge eingeführt und die Sanierungskosten auf mehr Schultern verteilt werden könnten, werde die Stadt die marode Straße anpacken, erklärte er.

Von Martin Lauber

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