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Nachrichten Müllsammeln in Thönse und Kleinburgwedel
Region Burgwedel Nachrichten Müllsammeln in Thönse und Kleinburgwedel
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09:43 31.03.2019
Der 5-jährige Ian packt fleißig mit an beim Müllsammeln in Kleinburgwedel. Quelle: Gabriele Gerner
Kleinburgwedel/Thönse

Für ein schönes Dorf – viele Thönser und Kleinburgwedeler schnappten sich am Sonnabend Arbeitshandschuhe, Müllzangen und jede Menge große Beutel.In kleinen Gruppen sammelten sie den Unrat zusammen, der sich in und um die Orte angesammelt hatte. Dabei ist so einiges zusammengekommen.

„Der Müll stört mich einfach“

„Wir nutzen die Natur das ganze Jahr, da wollen wir sie auch sauber halten“, sagt Mark Feldmann, Eigentümer des Hofs Feldmann. Zum wiederholten Mal organisierte er zusammen mit der Reitsportgemeinschaft Roggen-Hof die Müllsammel-Aktion rund um Thönse. Mehr als 40 fleißige Helfer folgten dem Aufruf. Etliche Mitglieder der Jugendfeuerwehr Thönse und des Schützenvereins Edelweiß Thönse waren mit dabei.

„Ich reite hier regelmäßig entlang, da stört mich immer der Müll einfach“, sagt Kirsten Schwerin, die mit Pony Speedy und einem kleinen Bollerwagen die Burgwedeler Straße abläuft. Die Hannoveranerin hat ihre Pferde auf dem Hof Feldmann untergebracht und fühlt sich deshalb Thönse sehr verbunden. Deshalb lässt sie es sich nicht nehmen, zusammen mit ihren Töchtern Töchtern Levke (8) und Ilka (10) beim Müllsammeln zu helfen. Die beiden Mädchen sprinten mit den rosafarbenen Müllsäcken zwischen dem Fußgängerweg und dem Wäldchen hin und her und sammeln alles, was nicht in die Natur gehört: Plastikmüll, Pappbecher, Papierfetzen und vieles mehr. Pony Speedy schaut dem Treiben gelassen zu.

„Umweltbewusstes Verhalten den Kindern vorleben“

Volker Hillmer durchforstet währenddessen die Thönser Feldmark. Zusammen mit seinen Söhnen Mika (8) und Henri (9) und Hund Charly sammelt er Taschentücher und leere Glasflaschen ein. „Das ist eine tolle Aktion“, findet der Thönser. „Umweltbewusstes Verhalten sollten wir unseren Kindern vorleben.“

Zum Abschluss gibt’s eine Suppe

Neben dem üblichen Abfall wie Plastikmüll und Glasflaschen finden die Müllsammler einen Kühlschrank, einen elektrischer Rasenmäher und eine halbe Schaufensterpuppe. Auch Farbpaletten hatte jemand in der Natur entsorgt. „In den Sandkuhlen am See ist die Vermüllung am schlimmsten“, berichtet Mark Feldmann. „Vermutlich lassen hier Badegäste und Spaziergänger ihren Müll einfach liegen.“ Der von aha bereitgestellte Container ist am Ende der Aktion halbvoll. Als Dank fürs Mitmachen gibt es zum Abschluss der Aktion für alle Helfer auf dem Hof Feldmann eine Suppe, kostenlos bereitgestellt von Caterer Heiko Wöhler.

Müllsammeln in Kleinburgwedel

In Kleinburgwedel durchkämmten 20 Erwachsene und vier Kinder drei Stunden lang den Ort nach Müll. Aufgerufen dazu hatte der Ortsrat. Ortsbürgermeister Jürgen Schodder ist entsetzt, was die Menschen in die Natur werfen. „Am Würmsee kurz vor der Autobahnbrücke entsorgt jemand immer wieder Erwachsenenwindeln. Das ist so ärgerlich und eklig für unsere Müllsammler“, sagt er und fügt hinzu: „Es frustriert auch, jedes Jahr den gleichen Dreck zu sehen.“ Ob Auspuffrohre, Autoreifen, Schränke oder Gartenstühle – weshalb die Besitzer dies nicht beim Sperrmüll entsorgen lassen oder zum nächstgelegenen Wertstoffhof bringen, ist ihm ein Rätsel.

Die Kleinburgwedeler Helfer durchkämmten den Heidewinkel, das Gebiet am Würmsee und am Bahnhof. Unter den Freiwilligen waren auch aktive Jäger, von denen Schodder weiß, dass sie in ihrem Jagdrevier ohnehin regelmäßig Müll einsammeln. Für den Ortsbürgermeister ist die Aktion eine Art „Demonstration, bei der man nicht nur Plakate hochhält, sondern etwas tut.“ Er freute sich besonders, dass drei Landwirte den „Frühjahrsputz“ mit ihren Treckern unterstützen und sagte anerkennend: „Eigentlich hätten sie sich jetzt um die Bestellung ihrer Felder kümmern müssen.“

Der Müll füllt einen ganzen Trecker-Anhänger

Die gesammelte Müllmenge füllte am Ende einen ganzen Trecker-Anhänger. Beim rustikalen Frühstück nach der Reinigungs-Aktion hätten die Helfer ihrer Empörung über den Müll in der Natur Luft gemacht, so Schodder. „Das musste erst einmal verarbeitet werden.“

Von Gabriele Gerner

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