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Region Burgwedel Nachrichten Ernte ist schon im vollen Gange – Trockenheit setzt Landwirten zu
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13:29 12.07.2019
Gut zwei Wochen früher als sonst haben die Landwirte in Burgwedel die Wintergerste geerntet. Quelle: Sandra Köhler
Burgwedel

Die Getreideernte hat diesmal schon Ende Juni begonnen – und damit rund zwei Wochen früher als üblich. Am Dienstag hatte der Thönser Landwirt Christian Büchtmann seine Wintergerste schon komplett eingebracht. „Normalerweise beginnt die Ernte um den 10. bis 15. Juli“, sagt er. Verantwortlich für den frühen Beginn sind die Tage mit hohen Temperaturen bis zu 37 Grad Celsius. Diese ließen die Gerste eher reif werden. Viel geschadet haben die hohen Temperaturen ihr aber nicht, sagt Büchtmann „Da kommen wir wohl mit einem blauen Auge davon. Das Korn war ja bereits fast reif“.

Hitze schadet Roggen und Weizen sehr

Anders sehe es indes beim Roggen und Weizen aus, deren Korn in der Ähre sich eigentlich noch in der Entwicklung befindet. „Das ist regelrecht verbrannt.“ Aufgrund der Trockenheit, die aus den ausgedörrten Böden nicht zu kompensieren war, hat das Getreide kleinere Mehlkörper ausgebildet. „Das müssen wir einfach abwarten“, sagt Büchtmann. Bewässert habe er aufgrund der anhaltenden Trockenheit – „es hat seit April/Mai nicht mehr vernünftig geregnet“ – wie schon im vergangenen Jahr mehr als üblich. 30 Millimeter pro Quadratmeter, aber nicht nur dreimal, wie im vergangenen Jahr, sondern ein bis zweimal mehr.

Keine Bewässerung in Isernhagen

Noch wesentlich mehr als der Thönser litten landwirtschaftliche Betriebe in Isernhagen unter der anhaltenden Dürre. „In Isernhagen sitzen sie auf einem Tonberg und können nicht bewässern“, sagt Büchtmann. Das bestätigt Horst Wehde aus H.B. Auch er ist mit der Wintergerstenernte bereits durch. „Wir bewässern generell nicht“, sagt Wehde. Da täte jeder Tag mit mehr als 30 Grad Celsius und hoher Sonneneinstrahlung weh. Gut für die Wintergerste seien die kühlen bedeckten Tage im Mai gewesen, resümiert er. Trotzdem verzeichnet sein Hof rund 20 Prozent Minderertrag. Noch schlechter werde es bei Roggen und Weizen. „Die hatten den letzten Regen eigentlich gut genutzt. Aber an den heißen Tagen sind die Körner richtig zusammengeschrumpft. Selbst wenn jetzt noch Regen käme – wachsen tun sie nicht mehr.“

Ernte besser als 2018

In acht bis zehn Tagen, so schätzt Wehde, gehe es weiter mit der Ernte. Ob dann der Raps oder bereits der Roggen oder der eigentlich noch später reife Weizen dran sei, kann er aktuell noch nicht absehen. Doch ganz so schlimm wie im Vorjahr, in dem er bis zu 50 Prozent Einbußen gehabt habe, werde es diesmal nicht, sagt er. Denn damals sei es wegen der Nässe im Herbst 2017 nicht möglich gewesen, Wintergetreide zu pflanzen. „Wir mussten Sommergetreide einbringen, und das bekam dann bereits im April Sommerwetter“ – zuviel Hitze zum falschen Zeitpunkt.

Wetterkapriolen gefährden manche Betriebe

Die vergangenen Jahre seien für viele Landwirte extrem schwierig gewesen, erzählt der Thönser Landwirt Büchtmann. „2017 hat es ab März nur geregnet. Es war zu nass, um die Ernte einzubringen, und vieles ist auf dem Feld vergammelt. Jetzt vertrocknet es schon im zweiten Jahr.“ Gerade für Betriebe, die ohnehin schon schwächelten, sei das schwierig. „Die Fixkosten bleiben ja gleich.“ Auch die Überlegung, auf andere Feldfrüchte umzustellen, führe nicht weit. Denn auch Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben – die sogenannten Hackfrüchte – benötigten Wasser. Zudem müsse die Ernte ja auch zu verkaufen sein. Das Schlimmste, was jetzt passieren könne, sei ein heftiges Gewitter mit Hagel. Denn das würde dem Getreide den Garaus machen. „Aber da haben wir in Burgwedel eigentlich bisher viel Glück gehabt.“

Der Sommer kommt erst noch

Auch Florian Leisenberg aus Kleinburgwedel ist nicht glücklich. Trotz Beregnung erwartet er für die Wintergerste etwa 15 Prozent Minderertrag. „Wenn der Juli so trocken wird wie der Juni, werden es für die anderen Feldfrüchte wie Rüben und Kartoffeln 30 bis 40 Prozent werden“, befürchtet der Landwirt. Den Frühkartoffeln beispielsweise habe die Kälte im Frühjahr sehr zugesetzt. Die Temperaturen jenseits der 30 Grad Celsius im Sommer wirkten hingegen nun wie ein Brutkasten. Doch nicht nur die Felder, auch die Wälder litten sehr unter der anhaltenden Dürre, weiß Leisenberg, der frisch zum Ortsbrandmeister ernannt wurde. „Wir haben ja erst Anfang Juli und damit den richtigen Sommer noch vor uns“, sagt er sorgenvoll mit Blick auf die Waldbrandgefahr.

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Von Sandra Köhler

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