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Nachrichten Feilschen um jeden Preis
Region Burgwedel Nachrichten Feilschen um jeden Preis
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00:16 12.07.2017
Unsere Mitarbeiterin Katerina Jarolim-Vormeier hat den Selbstversuch auf dem Großflohmarkt vor dem Möbelhaus in Großburgwedel gewagt  – und sich in den Trubel gestürzt. Quelle: Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

Es ist 5.15 Uhr: Wir kochen Eier, schmieren uns Brote und füllen die Thermoskanne mit heißem Tee. Mit Sack und Pack geht’s los zum Flohmarkt in Großburgwedel: Der Bulli rollt sonntags früh von Langenhagen Richtung Großburgwedel. Auf den Straßen auch in Isernhagen begegnet uns kein einziges Fahrzeug. Die Bäcker entlang der Strecke haben allesamt noch geschlossen. In Großburgwedel angekommen, hören wir gerade die Glocken der St.-Petri-Kirche sechsmal läuten.

Vor uns stehen fünf Wagen und warten darauf, auf dem Ikea-Parkplatz ein Plätzchen zu ergattern. Wir harren der Dinge, meine Tochter Laura schaut sich um, ob da, wo sie schon mal gestanden hat, noch was frei ist. Und in der Tat, rangieren wir mit dem orangenen T2 in eine Parkbucht. Ohne Servolenkung eine Herausforderung. Geschafft.

Flink nehmen wir den Tapeziertisch aus dem Wagen und bauen ihn zusammen. Drei Garderobenständer ermöglichen, die Kleidungsstücke bestmöglichst zu arrangieren. Während wir die ersten T-Shirts, Kleider, Hosenanzüge, Pullover, Jacken, Modeschmuck und Schuhe aus den etlichen blauen Kunststofftüten packen, sind schon die ersten Schnäppchenjäger zwischen den Ständen unterwegs – wobei die meisten Leute vermutlich selig in ihren Betten schlummern.„Ich will mir die besten Sachen sichern“, sagt Besucherin Ilona Dräge. Die Hannoveranerin stöbert ab 6.30 Uhr herum und lässt sich reichlich Ware zurücklegen.

Denn: Offiziell startet der Aufbau des Flohmarktes ab 8 Uhr. Der Verkauf ist dann von 11 bis 17 Uhr. „Gemäß Paragraf 3 des Niedersächsischen Gesetzes ist der Verkauf an Sonn- und Feiertagen nur in dieser Zeit gestattet“, begründet Marktmeister Matthias Ehlerding von Draagon Event-Service. 350 Händler haben sich auf dem Parkplatz postiert. „Wir sind sogar auf eine Parkfläche hinter dem Möbelhaus ausgewichen, so groß ist der Andrang“, sagt der Marktmeister. „Wenn bereits früher verkauft wird – tja, die sieben Einweiser können nicht alle Standbetreiber kontrollieren“, räumt Ehlerding ein. Derweil kassieren seine Kollegen die Standgebühr. Wir zahlen für drei Meter 23 Euro.

Peu à peu füllt sich das Areal. Ich bin gespannt, wie das Geschäft laufen wird. Schnell merke ich: Die Käufer feilschen um jeden Preis. Kostet beispielsweise eine Bluse 4  Euro. Kommt gleich das Gegenangebot. „Für drei nehme ich es mit.“ Ich erwidere: „3,50 Euro“. Und höre anschließend ein „Okay“ und bin froh, 50 Cent herausgehandelt zu haben. So firm bin ich anfangs nicht, aber Stunde für Stunde bekomme ich einen Riecher fürs Verhandlungsgeschick.

Eine Frau sucht sich fünf verschiedene Teile aus. Wir rechnen zusammen. 20,50 Euro müsste sie bezahlen. Sie sagt 15 Euro. Ich erhöhe auf 19 Euro, sie reduziert auf 17. Am Ende einigen wir uns auf 18 Euro – und beide Seiten sind zufrieden. Nach einiger Zeit stelle ich fest: Einige Käufer handeln grundsätzlich den Preis nach unten und feilschen was das Zeug hält. Andere hingegen akzeptieren den genannten Betrag sofort ohne zu murren.

Am Ende sind der Tapeziertisch und die Garderobenstangen wesentlich leerer. Der Rest der Kleidung und die Bügel landen erneut in den Kunststofftaschen. Der Bulli rollt über H.B und N.B. zurück in die Flughafenstadt. Jetzt ist der Verkehr wesentlich dichter. Zufrieden blicken wir auf unseren Verkaufstag: Es hat so viel Spaß gemacht und unser Geldbeutel ist voller. Im September oder Oktober sind wir wieder dabei.

Von Katerina jarolim-vormeier

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