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Nachrichten Gewerbe, Wohnen, Innenstadt: Hansch ist die neue Wirtschaftsförderin
Region Burgwedel Nachrichten Gewerbe, Wohnen, Innenstadt: Hansch ist die neue Wirtschaftsförderin
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13:31 19.04.2019
Anja Hansch ist neue Wirtschaftsförderin der Stadt Burgwedel. Quelle: Carina Bahl
Burgwedel

Die Stadt Burgwedel hat mit Anja Hansch seit dem 1. März eine neue Wirtschaftsförderin. Worin sie ihre Aufgaben und Herausforderungen sieht, darüber hat die 28-Jährige im Interview mit HAZ-Volontärin Carina Bahl gesprochen.

Frau Hansch, Wirtschaftsförderin –das klingt gut. Aber was verbirgt sich hinter dieser Stelle?

Ich verstehe mich als erste Ansprechpartnerin im Rathaus für alle Unternehmen – ob Großkonzerne wie Rossmann und Kind, mittelständische Firmen oder der kleine Ein-Mann-Betrieb. Ich möchte zwischen Verwaltung, Politik und Wirtschaft vermitteln.

Sie haben einen Bachelor in Stadt- und Regionalmanagement und einen Master in Sozial- und Bevölkerungsgeografie. Wie landet man da im Burgwedeler Rathaus?

Ich habe während meines Bachelors für VW gearbeitet, wollte eigentlich eine Stelle bei VW in Mexiko antreten. Diese wurde jedoch gestrichen. Zweieinhalb Jahre habe ich am Band in Salzgitter Motoren zusammengebaut, um Geld für den Master zu verdienen. Während meines Masters in Süddeutschland habe ich mich immer mehr für Stadtplanung interessiert. Die Stelle in Burgwedel bot mir den Weg zurück in die Heimat –ich komme aus Braunschweig – und hat mich inhaltlich gereizt: Der wirtschaftliche Aspekt ist für mich neu, mein Bereich ist aber viel größer.

Das heißt?

Auch das Thema Wohnen lässt sich beispielsweise von der Wirtschaft nicht trennen.

Ein aktuell umstrittenes Thema in Burgwedel. Wie wollen Sie sich da einbringen?

Ich möchte mit den Unternehmen sprechen und den Bedarf der Mitarbeiter abfragen. Wo wohnen die Azubis in der Stadt? Diesen Aspekt möchte ich bei der Planung von Neubaugebieten einbringen. Aber auch im Bestand muss es Lösungen geben: Dort gibt es viel Platz, weil in großen Häusern teils nur noch ältere Paare oder Einzelpersonen leben. Neubauten gibt es selten kostengünstig. Da brauchen wir Alternativen.

Konnten Sie in den ersten Wochen schon Kontakte knüpfen?

Oh ja. Ich habe mich zum Beispiel mit den drei großen Netzwerken IGK, IWU und WIB getroffen.

Das ging jetzt aber schon sehr flüssig über die Lippen...

(lacht). Ja. Ich möchte mich bekannt machen und freue mich, wenn sich jemand mit mir zum Gespräch treffen möchte. Die Zeit nehme ich mir. Bei den Unternehmen suche ich jetzt Schritt für Schritt den Kontakt, um Probleme und Wünsche zu ermitteln. Gleichzeitig habe ich mit der Innenstadtentwicklung ein großes Projekt geerbt.

Die Innenstadt liegt vielen Burgwedelern am Herzen. Es heißt gern und oft: Die Von-Alten-Straße stirbt aus, es gibt zu viele Bäcker und so weiter. Wie sehen Sie das?

Erst einmal bedeutet für mich die Innenstadt nicht nur die Von-Alten-Straße: Auch an der Hannoverschen Straße, Am Markt und Im Mitteldorf gibt es viele Geschäfte, man sollte das ganzheitlich betrachten. Die Kritik teile ich nicht: Es gibt wenig Leerstände, viele Eigentümer, die in ihre Immobilien investieren, und für eine Kleinstadt ein beachtliches Angebot. Es gibt Kommunen, in denen sieht es weitaus schlechter aus. Ein guter Mix an Läden ist wichtig, da ist bestimmt noch Luft nach oben. Aber grundsätzlich sollte das Angebot in Burgwedel geschätzt werden –und auch einmal über das Positive gesprochen werden.

Können Sie beim „guten Mix“ als Wirtschaftsförderin assistieren?

Eigentlich nicht: Der Eigentümer entscheidet, an wen er vermietet. Ich habe mir aber vorgenommen, ein Leerstand-Monitoring vorzunehmen und den Kontakt zu den Eigentümern zu suchen. Vielleicht kann ich bei den Nutzungen vermitteln. Manch eine Hürde lässt sich verwaltungstechnisch bestimmt aus dem Weg räumen.

Auch optisch soll die Innenstadt aufgewertet werden. Der Plan steht im Raum, ein Sanierungsgebiet einzurichten, um Fördergelder von Bund und Land beantragen zu können.

Das stimmt. Wir werden im Mai die Bürger zu Informationsveranstaltungen einladen, um das Projekt und die vorbereitenden Untersuchungen vorzustellen. Es ist wichtig, alle Beteiligten früh in so einen Prozess einzubinden. 2012 hatte es bereits Workshops zum Thema Innenstadt gegeben. Die Ergebnisse von damals werden den Fachplanern mitgegeben. Vieles davon – ob Wünsche oder Missstände –hat sich kaum verändert.

Isernhagen hat bereits ein Sanierungsgebiet – das ist ein bürokratisches Mammutprojekt. Haben Sie Erfahrung mit so etwas?

Ich habe praktische Erfahrungen bei einem Architekturbüro gesammelt, das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzepte (ISEK) geplant hat. Schade ist nur, dass man so ein Projekt als Planer nie zu Ende begleitet – wenn es losgeht, ist man raus. Deshalb ist die Stelle in der Verwaltung hier für mich so attraktiv: Jetzt kann ich das Projekt bis zum Ende mit erarbeiten.

Das klingt, als wollten Sie bleiben?
Ihr Vorgänger war nach vier Monaten wieder weg.

Ich will bleiben und dauerhaft Gesicht zeigen. Burgwedel hat viel Potenzial: eine gute Kaufkraft, eine niedrige Arbeitslosenquote, eine breite Wirtschaftslandschaft. Das Grundniveau ist schon hoch. Ich will es halten und den Kurs langsam nach oben richten.

Von Carina Bahl

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