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Region Burgwedel Nachrichten Wenn Eicheln zur Rollator-Bremse werden
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16:53 23.09.2018
An manchen Stellen bilden die Eicheln einen Teppich. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier
Großburgwedel

Der erste Herbstwind schüttelt die Kronen selbst der mächtigsten Eichen kräftig durch. Eicheln ploppen auf Autofenster und Dächer, auf Straßen und Bürgersteige. Auf den Amtsparkwiesen in Großburgwedel und wo länger nicht gefegt wurde, bilden sie einen dichten Teppich. Überall knackt und kullert es unter den Füßen.

Wer derzeit im Amtspark spazieren geht, bei dem knackt es unter den Füßen. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Wegen des extrem trockenen Sommers haben die Eichen schon im Juli begonnen, einiges „tauben“ Eicheln abzuwerfen. Doch für den Herbst ist mehr als genug übrig geblieben. Förster Lucas Kubel von der Försterei Fuhrberg spricht von einer „sehr intensiven Eichelmast“. Darüber freue sich das Wild, das sich nur unter die Bäume stellen müsse, um Eicheln zu äsen. Unter Forstleuten sei aber umstritten, ob und wieviel Kraft die Bäume dieses Naturphänomen kostet. Im Fuhrberger Holz, schätzt Lucas, machen Eichen unter 5 Prozent des Baumbestandes aus.

Besitzern von Grundstücken mit großen Eichen sind gefordert. Während sie zwei Eimer zusammen gefegt hat, ist Ruth Ringleff so manche Eichel auf den Rücken und den Kopf gefallen. „Das tut schon weh“, sagt die 83-Jährige und lacht trotzdem. Vor allem den Fußweg vor ihren Grundstück hält die Großburgwedelerin möglichst Eichel-frei. „Die Leute sollen hier ja nicht ausrutschen.“

Ruth Ringleff mit Eicheln, die sie gerade eimerweise auf dem Grunstück hat. Quelle: Katerina Jarolim-Vormeier

Senioren mit Rollatoren kämen derzeit an manchen Ecken der Stadt auf den Fußwegen nur mühsam voran, hat Großburgwedels Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller beobachtet. Er berichtet von seiner eigenen Mutter, die mit ihrer Gehhilfe auf den Fußweg vorbei am alten Markt nur beschwerlich gemeistert habe. „Für ältere Menschen ist das sehr gefährlich“, warnt der Ortsbürgermeister.

Im Amtspark haben Mitarbeiter des Gartenbaubetriebes Kretschmer beim Mähen Eicheln mit aufgesaugt, aber die meisten sind liegen geblieben. Fegen sei aktuell vergebene Liebesmüh, sagt einer der Gärtner – weil ja noch so viele Eicheln in den Bäumen hingen, die erst in den nächsten zwei drei Wochen herunter kämen. Durchaus ernst gemeint, empfiehlt er allen, die unter Bäumen arbeiten, Helm zu tragen.

Zentnerweise Eicheln aus der Gosse landen auf dem städtischen Kehrwagen. „Bürger können Eicheln und Kastanien zu den Deponien oder Grüngut-Annahmestellen bringen“, erklärt aha-Sprecherin Heike Kopahl. Persönlich rät sie aber insbesondere Familien mit Kindern, sie lieber zu sammeln und in den Tiergarten in Hannover-Kirchrode zu bringen – für die Winterfütterung des Wildes. Das lasse sich in den Herbstferien prima mit einem Ausflug verbinden. In den beiden ersten Oktoberwochen werden im Wirtschaftsgebäude des Parks, Tiergartenstraße 149, Eicheln und Kastanien an allen Werktagen von 8 bis 18 entgegen genommen. „Es ist doch wichtig, Kindern die Natur nahezubringen“, sagt Kopahl.

Das Wild wird satt

In der Försterei Fuhrberg werden die Früchte von Eicheln und Kastanien nicht angenommen. Dort gibt es keine Winterfütterung. „Dass Wild verhungert, kommt bei uns kaum noch vor“, sagt Förster Kubel. „Das Wild wird satt.“ Dass der aktuell reich gedeckte Tisch Wildschweine allerdigs vom Mais abhalte, daran glaube er nicht.

Von Katerina Jarolim-Vormeier und Martin Lauber

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