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Nachrichten Bürgerstiftung: Zwei Projekte und viel Netzwerken im ersten Jahr
Region Burgwedel Nachrichten Bürgerstiftung: Zwei Projekte und viel Netzwerken im ersten Jahr
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00:18 28.02.2019
Walter Heitmann ist der neue Vorsitzende der Bürgerstiftung Burgwedel. Quelle: Carina Bahl
Burgwedel

Seit Februar ist der promovierte Chemiker im Ruhestand Walter Heitmann (64) der neue Vorsitzende der Bürgerstiftung Burgwedel. Im Interview mit HAZ-Volontärin Carina Bahl spricht er über die Projekte und Herausforderungen im ersten Jahr nach der Gründung.

Herr Heitmann, Burgwedel wird gern als wohlhabende Kommune beschrieben, deren Einwohner nicht gerade als bedürftig gelten. Wofür braucht die Stadt eine Bürgerstiftung?

Das wird häufig gesagt, aber nicht allen Burgwedelern geht es so gut. Wir verstehen uns auch nicht in erster Linie als Stiftung für Bedürftige. Da gibt es in der Stadt bereits viele gute Initiativen, nicht zuletzt die General-Wöhler-Stiftung, zu der wir nicht in Konkurrenz treten möchten. Uns geht es vor allem darum, bürgerschaftliches Engagement zu fördern, die Teilhabe an Kultur und Bildung zu ermöglichen und Projekte für die Jugend, Senioren, für mehr Toleranz und für die Heimatpflege voranzubringen.

Welche Projekte haben Sie denn da konkret für die nächste Zeit in Planung?

Unser erstes Projekt war die Einladung aller Burgwedeler Erstklässler zu einem Theaterstück. Das wollen wir in diesem Sommer wiederholen. Zudem planen wir einen Foto-Wettbewerb mit Bürgerbeteiligung. Das Motto steht noch nicht fest, aber die Burgwedeler sollen auch bei der Auswahl der Sieger mitwirken dürfen.

In der Vergangenheit war auch von einem Zivilcourage-Preis die Rede. Wie steht es darum?

Diese gute Idee stammt vom Gründungsvorsitzenden Jürgen Zimmer. Allerdings braucht es dafür viel Planung, und wir müssen genau festlegen, für was wir so eine Auszeichnung vergeben wollen. Burgwedel ist nicht besonders groß, was die Einwohnerzahl betrifft und die Auszeichnung wird vielleicht nicht jedes Jahr vergeben werden können – dennoch ist es wichtig, dass die Vorgaben auch erfüllt werden können und das regelmäßig. Sonst wäscht sich so eine Auszeichnung schnell aus. Auch eine Würdigung besonderen sozialen Engagements wäre denkbar.

Die Gründung der Bürgerstiftung liegt erst ein paar Monate zurück. Der Vorstand wurde gerade neu gewählt. Worin sehen Sie die Herausforderungen im ersten Jahr?

Wir sind noch ganz am Anfang. Das heißt: Wir müssen erst einmal Kontakte knüpfen, netzwerken –auch mit anderen Bürgerstiftungen wie zum Beispiel Isernhagen, Hannover und Celle – Erfahrungen sammeln, uns in der Stadt bekannt machen und ein Gespür dafür bekommen, was Burgwedel braucht. Wichtig ist, dass klar wird, dass wir nicht nur eine Stiftung für Großburgwedel, sondern für alle sieben Ortsteile sind. Das wollen wir unter anderem damit deutlich machen, dass unser Bürgerstiftung-Stammtisch künftig durch die Dörfer zieht, und wir in diesem Jahr auch auf ausgewählten Festen mit Info-Ständen vertreten sein werden.

Wie gut ist die Bürgerstiftung denn für solche Aktionen personell aufgestellt?

Wir haben aktuell 18 Aktive, die bereit sind, Zeit zu investieren. Wir freuen uns über jeden, der uns unterstützen möchte. Für mich als Vorsitzenden bedeutet dieses Ehrenamt momentan zugegebenermaßen fast einen Halbtagsjob. Die vergangenen Monate waren von Bürokratie geprägt.

Nun lebt eine Stiftung ja nicht nur von Unterstützern, sondern auch vom Geld. Wie hoch ist das Stiftungskapital inzwischen?

Wir sind im Herbst mit einem Kapital von 60.000 Euro gestartet. Inzwischen konnten wir zwei weitere Zustifter mit insgesamt 1000 Euro dazu gewinnen.

Die Zinsen sind so tief wie noch nie. Andere Bürgerstiftungen setzen inzwischen auf Anlagestrategien. Wer es drastisch formulieren möchte: Sie spekulieren mit einem Teil ihres Geldes. Ist das auch ein Thema für Ihre Stiftung?

Momentan nicht. Aber natürlich kann keine Stiftung allein aus dem Zinsertrag heraus agieren. Das war aber auch bei einem höheren Zinsniveau schon so. Wir werden verstärkt um projektbezogene Spenden werben, den Kontakt zu Firmen vor Ort suchen und so unsere ersten Ideen umsetzen.

Ein Foto-Wettbewerb und ein Theaterstück. Das wirkt noch überschaubar. Ist das so gewollt?

Ja. Jeder, der uns bei der Gründung beraten hat, betonte, es sei wichtig, sich im ersten Jahr nicht zu verzetteln. Weitaus bedeutender ist es, dass wir Projekte auf den Weg bringen, die wir auch verlässlich und langfristig am Leben halten können. Projekte, die man dauerhaft mit der Bürgerstiftung Burgwedel verbinden wird. Gute Beispiele von anderen Stiftungen sind der Adventsloskalender und die Stipendien, die die Bürgerstiftung Isernhagen etabliert hat. Und so etwas wächst mit der Zeit. Unsere Ideensammlung ist umfassender als die oben genannten zwei Projekte.

Eine persönliche Frage zum Schluss: Wie hat es Sie in die Bürgerstiftung verschlagen?

Ein Freund hatte mich vor der Gründung gefragt, ob ich zu einem Treffen mitkommen möchte. Beim ersten Mal hört man interessiert zu, beim zweiten Mal sagt man schon etwas, und irgendwann gehört man zu so einem Projekt fest dazu. Ich hatte beruflich ein wenig mit Vertragstexten zu tun, war also schnell involviert. Und auch, wenn ich mir nach dem Eintritt in den Ruhestand eigentlich gesagt hatte: Jetzt mache ich erst einmal nichts, war das Engagement in der Bürgerstiftung es wert, diesen Vorsatz zu revidieren.

Von Carina Bahl

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