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Region Burgwedel Nachrichten Burgwedel bekommt einen Bürgerbus
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17:03 08.11.2019
Der Bürgerbus Wedemark als Vorbild: Für Anmeldungen ist die Hotline ehrenamtlich besetzt. Quelle: Kallenbach
Großburgwedel

Der Ausschuss für Demografie, Soziales und Kultur der Stadt Burgwedel war sich am Donnerstagabend schnell einig: Ein sogenannter Bürgerrufbus soll vom nächsten Jahr an den Personennahverkehr im Stadtgebiet ergänzen.

Die Idee ist in Burgwedel nicht neu: Bereits vor rund zehn Jahren war im Rahmen des Zukunftsprojektes „Wohnwinkel“, aus dem heraus zum Beispiel die Gründung der Tafel hervorging, ein ergänzender Fahrdienst speziell für ältere Bürger diskutiert worden. Beim zweijährigen Demenz-Projektes in Burgwedel wurde diese Anregung aktuell wieder aufgegriffen. Und anders als bei dem ersten Anlauf soll das Projekt diesmal auch Wirklichkeit werden.

Die WedeBiene als Vorbild

Inzwischen haben auch andere Kommunen ähnliche Konzepte entwickelt und bereits realisiert. Seit mehr als einem Jahr fährt beispielsweise der Bürgerbus WedeBiene durch die Ortschaften der Wedemark. Von montags bis freitags, jeweils von 8 bis 17 Uhr, sind die etwa 20 ehrenamtlichen Fahrer unterwegs. Mitglieder des Vereins können individuelle Fahrten von Haustür zu Haustür anmelden. Die WedeBiene diente den Burgwedelern durchaus als Vorbild, wie Mitinitiator Stefan Kautz, selbst aktiv beim Wohnwinkel und Arbeitskreis Demenzsensible Kommune, berichtete. Mit dem Vereinsvorstand habe man sich mehrmals getroffen und ausgetauscht.

Mehr Lebensqualität für ältere Bürger

Das Konzept in Burgwedel wird dennoch ein anderes sein als in der Wedemark: Hier wird die Stadt die Trägerschaft übernehmen. Mit dem Bürgerbus soll ausschließlich älteren Bürgern mehr Lebensqualität geboten und gleichzeitig ein Anreiz geschaffen werden, das eigene Auto in der Garage zu lassen. Dies könnte auch die Parksituation speziell am Markttag in Großburgwedel entlasten. Bürger ohne eigenes Auto sollen durch den Rufbus mobiler werden – denn es ist nicht ganz so einfach, mit öffentlichen Verkehrsmittel zum Beispiel von Engensen nach Oldhorst und zurück zu kommen.

Ähnlich wie bei der Jugendpflege hat die Stadt nunmehr die Möglichkeit, einen über Werbung finanzierten Kleinbus für zunächst fünf Jahre zur Verfügung gestellt zu bekommen. Für die Unterhaltung entstehen Kosten von etwa 2500 Euro pro Jahr, die von der Stadt getragen werden.

„Leitstelle“ in der Seniorenbegegnungsstätte

Die „Leitstelle“ des Fahrdienstes soll in der Seniorenbegegnungsstätte in Großburgwedel angesiedelt werden, wo bereits seit langem ehrenamtliche Bürohelfer tätig sind. Sie können von montags bis donnerstags zwischen 9 und 12 Uhr die Anrufe für gewünschte Fahrten entgegennehmen. Nach Angaben der Leiterin der Begegnungsstätte, Elke Coordes, sei das Interesse an einem solchen Fahrdienst dort groß und auch die Bereitschaft, sich dabei ehrenamtlich zu engagieren. Bereits im Sommer 2020 könnte der Bürgerrufbus realisiert werden, sagte die Erste Stadträtin Christiane Concilio bei der Vorstellung des Projektes am Donnerstagabend. In der Anlaufzeit soll der Fahrdienst zunächst dienstags und donnerstags von älteren Bürgern zu Fahrten zwischen den Ortsteilen genutzt werden können.

Obwohl der Ausschuss letztlich einstimmig für den Bürgerbus stimmte, gab es auch einige Bedenken zu hören. So zum Beispiel, dass gut situierte Bürger sich durchaus selbst organisieren oder auch private Mitfahrgelegenheiten besser genutzt werden könnten. Die Politiker einigten sich darauf, das Projekt nach zwei Jahren zu evaluieren.

Demenz-Projekt wird ausgewertet

Das Projekt „Ganzheitliche Versorgung und Pflege, Medizin und Betreuung am Beispiel Demenz“, das die Stadt Burgwedel im Kontext mit der Gesundheitsregion Hannover durchgeführt hat, endet am 31. Dezember. Danach wird das Gesamtprojekt von der Region Hannover in Zusammenarbeit mit der Medizinischen Hochschule ausgewertet. Vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung in Burgwedel schlug die Verwaltung vor, das Angebot dem Grunde nach zu erhalten und weiterzuführen. Speziell die Aus- und Weiterbildung ehrenamtlicher Begleiter für an Demenz Erkrankte und der Erhalt der kommunalen Beratungsstelle stehen dabei im Vordergrund.

Die entsprechende Sitzungsvorlage diente zunächst zur frühzeitigen Information des Sozialausschusses. Sobald die abschließenden Ergebnisse der Auswertung vorliegen, soll endgültig darüber entschieden werden, ob das Angebot für Burgwedel erhalten bleibt.

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